Sigmar Gabriel, SPD-Chef mit beachtlichem Körpervolumen, ist raus aus der Nummer zum Gegenkandidat von Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel bei der Bundestagswahl in diesem Jahr. Die zuletzt mit 89,5 % von den CDU-Parteimitgliedern gewählte nach wie vor kraftvolle Christdemokratin muss sich jetzt gegen den bisherigen Europamann Martin Schulz stellen. Leichter oder schwerer für Angela Merkel? Die Meinungen gehen da noch auseinander, denn „Sigi“, der sich von ganz unten in bemerkenswerter Weise nach oben innerhalb der SPD geschafft hat, mag kein Himmelsstürmer sein, aber seine Kanten und sein Durchsetzungswillen kamen bei einem Teil seiner Parteifreunde immerhin als Profil eines Kämpfers an. Bislang. Nun ist er aus dieser gewaltigen Nummer raus. Dafür darf er sich h Hoffnungen auf ein neues interessantes Ministeramt machen. Beispielsweise als Nachfolger von Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der als Bundespräsident nunmehr einen neuen Horizont vor sich hat. Das kann sich Sigmar Gabriel nur insgeheim freuen, denn ein Amt in spe im Auswärtigen Amt, also Außenminister, dürfte für ihn auch recht attraktiv sein, zumal er gerne reist und auch knarrende Türen öffnen kann.
Martin Schulz (61), Ex-Präsident des EU-Parlaments und als ehemaliger mehrsprachiger Bürgermeister von Würselen und Karlspreisträger, angesehener Bürger einer relativ mittleren NRW-Gemeinde der Region Aachen, hat nach Meinung von Siegmar Gabriel die größeren Chancen gegen Angela Merkel im Bundestagswahlkampf entscheidende neue Stimmen nach der schon länger anhaltenden SPD-Stimmenflaute zu holen. Das ist die Frage. Ob der bärtige Polizistensohn mit seiner unbekümmerten jovialen Art, der sich auch dem Fußball seit Kindesbeinen sehr geneigt zeigt, gegen den Trend innerhalb der Stimmenverluste seiner Partei so viel besser ankommt? Seine sympathische Frau wird ihm dabei vermutlich wenig helfen können. Sie ist regional seit vielen Jahren mit der CDU verbandelt. Was aber nichts heißen mag.
SPD-Mann Schulz hat sich seine Meriten schon als Europa-Politiker geholt und sein Können im Stimmenfang bestätigt. Im letzten Europa-Wahlkampf holte Schulz für die SPD 27,3 % der Stimmen. Mehr als man ihm vermutlich zugetraut hat. Ein Argument für den bislang ebenfalls wie Gabriel erfolgreichen SPD-Politiker. Man darf gespannt sein, wie das Wahlvolk reagiert. Angela Merkel schaut sich das Ganze jetzt noch einige Tag aus sicherer Distanz an. Aber niemand darf sie deshalb unterschätzen. Frau Merkel ist das Verlieren nicht gewöhnt.
Der Beitrag Sigi macht Platz, Hobby-Kicker Martin Schulz aus Würselen rückt in die Spitze beim Spiel um Bundestagsstimmen erschien zuerst auf Horst Rebers Tag & Nachtausgabe.
vonHorst Rebers Tag & Nachtausgabe http://ift.tt/2k0PkTA