Es ist leider immer dasselbe. Läuft es gut im Fußball, dann sind alle da. Zum Schulterklopfen und zum gemeinsamen Siegerfoto. Profis kennen das. Seit Jahrzehnten, seit es offensive Medien gibt. Jetzt hat Bundestrainerin Steffi Jones bei der EM mit ihrer Mannschaft eine bedauerliche Niederlage (1:2) gegen Dänemark hinnehmen müssen. Klar, die Mädels, die teilweise auch schon Frauen sind, haben Steffi mit ihrem schwachen Spiel allein gelassen. Und sich selbst auch, denn die Kritik erreichte alle Spielerinnen und die dazugehörigen Offiziellen. Aber die Wut und die Enttäuschung richtet sich gnadenlos auf Steffi Jones. Richtig? Nein! Sie hat es in diesem und vielleicht auch anderen vorangegangenen Spieler nicht gepackt, die Fußballszene zu überzeugen. Weder taktisch, noch spielerisch, noch moralisch. Es war ein ganz schwarzer Tag für alle. Steffi Jones hat nunmal nicht die ganz große Erfahrung in diesem komplizierten Geschäft, muss man voraussetzen. Aber der DFB hat es mit ihr probiert. Das passiert öfter mal im Fußball, dass jemand neu ist und nicht auf Anhieb dafür sorgen kann, die Punkte einzusammeln, die man zum Glänzen braucht. Was mich enttäuscht hat: DFB-Präsident Grindel stellte sich nicht hinter seine Trainerin. Jedenfalls nicht so, dass man es bemerkt hätte. Keine Souveränität, Herr Grindel.
Ich meine: Gebt Steffi einen erfahrenen Coach mit an ihre Seite. Lasst sie im Amt. Zum Lernen. Beispielsweise Erfahrung. Auch im Umgang mit Niederlagen und den Medien, die nunmal schwer einzufangen sind. Es sei denn man gewinnt am laufenden Band. So ist sie unsere verrückte Fußballwelt. Aber Steffi jetzt zu opfern? Abzulösen? Nein, danke! Sie hat es ehrlich und auch voller Ehrgeiz versucht. Klappte halt nicht, war noch zu früh. Noch zu wenig Erfahrung.
Aber ich meine: Wer scheitert, der kann sehr gestärkt aus dieser Not einer Niederlage, die natürlich weh tut, wieder herauskommen – und mit neuen Erkenntnissen künftig auch schwere Spiele gewinnen. Das ist bei Frauen nicht anders als bei den Männern. Horst Reber
Der Beitrag Steffi Jones und der DFB: Was sagt eigentlich DFB-Präsident Grindel? Leider nichts. Steffi halte durch! erschien zuerst auf Horst Rebers Tag & Nachtausgabe.
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