Sonntag, 31. Dezember 2017

Millionen von guten Wünschen sind unterwegs – aber wieviele kommen auch dort an, wo sie hingehören?

Sylvester, die eine Nacht im Jahr, wo man viele gute Wünsche trifft. Aber kommen diese auch wirklich an? Beispielsweise dort, wo sie hingehören? Im Hirn, im Herzen, im praktischen Leben, in der Realität des wichtigen Augenblicks? Man weiß es nicht genau. Oder vielleicht weiß man sogar gar nichts mehr von ihrem Lauf ins Jahr 2018. Egal. Wir können es nicht ändern. Höchstens mal nachfragen. Oder sich genau dieses Ankommen mit aller Kraft wünschen.
Ich möchte mich bei den Lesern dieser Kolumne ganz herzlich für Aufmerksamkeit bedanken. Und gleichzeitig darum bitten, eventuelle Fehler nicht allzu streng zu werten. Der Mensch ist nun mal nur Mensch, um es banal auszudrücken. Mein Wunsch für alle ist Gesudnheit und bei Kranken viel Hoffnung. Denn ohne Hoffnung ist das Leben verdammt schwer. Und ich wünsche doch allen ein leichtes, ein friedliches und zugleich fröhliches Dasein.
Alles, was gut ist, das gehört EUCH!
Es grüßt 2017 zum letzte Mal und freut sich jetzt auf 2018.
Horst Reber

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Dienstag, 12. Dezember 2017

Otto Kern – der Charming-Boy aus Frankfurt, der mit neuem Hemdenstil die Modewelt verblüffte und ein Star wurde

Otto Kern – für die Modewelt seit den 80er-Jahren ein Begriff für modische, schicke Männerhemden sowie auch schicke Damenblusen. Im Alter von 67 Jahren ist er jetzt in Monte Carlo friedlich für immer eingeschlafen. Der blonde Sympathikus, der in Kaiserslautern aufgewachsen ist und sich dann in den Modelabels der Welt mit eigenen Designideen etablierte, steig völlig geräuschlos aus dem Zug des prallen Lebens mit Chic und Kohle sowie schönen Frauen. Eine gefährliche Welt, wissen die Insider. Denn hier wird das Lebensgefühl oft mit Hilfsmitteln noch kräftig aufgepuscht. Die Reize haben in dieser eigenen Welt ihre ganz eigene Note. Auf Dauer ist sie jedoch sehr gefährlich. Schon manch einer, der sich hier verirrt hat, war plötzlich nicht mehr da, weil der Körper nicht mehr mitmachte.
Wer war Otto Kern? Der Sohn eines Antiquitätenhändlers. Ein Junge, der in Kaiserslautern beheimatet war, der schon früh seine Begabung in Sachen Mode erkennen ließ. Er hatte Geschmack. Irgendwann landete er in Frankfurt, einer Stadt, wo er diverse Freunde hatte. Einer davon war Wölfi Seitz, ein Tausendsassa mit hessischem Odeur. Man könnte auch sagen, ein Lebemann. Einer, der eine besondere Affinität für den schnellen Aufriss mitbrachte und dafür auch in der Szene mit Musik, Rock´n Roll, Sex und eigenwilliger Freiheit oftmals bewundert wurde. „Ein typischer Frankfurter Bub“, würden die Frankfurter sagen. Mit nix oder net viel komme, aber dann gut ins große Geschäft rutsche. So sinn se halt, die Frankfurter Buwe. Und so mag man sie auch. Vielleicht nicht überall, aber trotzdem. Viele dieser Jungs haben es zu etwas gebracht. Und einer in dieser Kategorie war ganz jung auch Otto Kern, der sich mit seinem Lächeln und seinen blauen Augen überall als Sympathikus erwies, ohne dass er auch mit gewaltigem Spruch auf den Putz bei seinesgleichen hauen mußte. Was vielleicht mancher im Business unterschätzte: Otto Kern war ein jungen hungriger Löwe.
„Den Talenten gemäß landete Otto halt irgendwann in München, der Hauptstadt des Schickeria-Lebens. Dort ging auch für ihn im Tag- und Nachtleben die Post ab. Dort kam er blendend an.“ Weil der Weg von München nach Monte Carlo – oft identisches Klientel – nicht weit war, dauerte es nicht lange, dass Otto, der Beau vom Main, dort in der modischen und leichtlebigen Szenerie mit Sonne, Champagner und viel Gedöns im Auftritt, auch für sein Kern-Modelabel ideal aufgestellt war.Seine Hemdenmarke signalisierte Erfolg, aber auch die Leichtlebigkeit des Seins an der Cote d´Azur. Zwischen Monte Carlo und München war für Otto Kern der Boden, wo er sein erfolgreiches Business und seine Ausstrahlung tanzen lassen konnte. „Why not“, das war nicht nur seine Lieblingsdisko in Frankfurt, sondern auch seine Philosophie. Leben, tanzen, Business und Flirten bis zum Umfallen, da fand auch der gutaussehende Modemann aus Germany das eine oder andere Plätzchen, das er ganz allein beherrschte. 4 Mal war er verheiratet. Die bildhübschen und lebenshungrigen Frauen, die eine besondere Wahrnehmung des Lebens hatten und ihre Erfüllung auch mit entsprechendem Kapital stets im Auge hatten, flogen auf Otto. Er ließ es gerne zu. Er badete in ihrer Sympathie und ihrem Sexappeal. Also ganz normales Leben an der berühmten Cote mit Stars, Sternchen, Spielbank, Champagner sowie natürlich Schiffseignern und körperbewußten jungen Leuten aus der ganzen Welt. Trotzdem hat Otto Kern nie den Kontakt zu seinen alten Mitspielern dieser Szene verloren. Seine Beine suchten den Halt, seine Augen wanderten stets in das sorglose Leben der High-Society. Und dort war er stets gerne gesehen. Otto Kern. Ein Mann fürs Leben, das so vielen gefällt, aber nur wenige schaffen, sich dort zu etablieren. Otto ist nicht mehr, was mir sehr leid tut. Habe ihn hin und wieder mal getroffen und mich gefreut, wie gut er sich doch behauptet hat in diesem Society-Zirkus, der die Schlagzeilen der Boulevardpresse oft beherrscht. Mir sagte Otto Kern mal vor längerer Zeit: „Egal wo Du bist, Du musst halt dort glücklich und erfolgreich sein. Sonst ist das Leben ziemlich uninteressant.“ Trotzdem: Otto Kern hat gut in seiner Branche als Designer gearbeitet, den Medien Schagzeilen geschenkt und auch für sich und seine Frauen intensiv gelebt. R.I.P. Otto, man/Frau wird Dich vermissen. An der Cote, in München, in Frankfurt oder sonstwo. Die Begegnungen mit Dir waren auch von meiner Seite immer von Sympathie geprägt. Horst Reber

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Dienstag, 5. Dezember 2017

Ribery läßt gegen Paris alle Glocken schwingen. Was für ein Auftakt.

FC Bayern gegen Paris St. Germain – das 2:0 Halbzeitergebnis macht schon mal Riesenfreude. St. Nikolaus hat den Sack früh geöffnet. Das macht Laune. Fußballherz, bleib bescheiden, aber vielleicht geht da noch mehr. Jupp Heynckes hat seine Jungs sehr kämpferisch und läuferisch schnell eingestellt. Paris könnte in Bayern heute Abend gestoppt werden. Wobei bislang Franck Ribery eine tolle Nummer bislang abgezogen hat. Ich liebe ihn. Er ist in Deutschland mein Lieblingsspieler. Und heute Abend als Kapitän des FC vom Platz zu gehen – das wäre doch nicht nur für ihn das Größte. Was für ein Kicker, und dazu auch noch: Was für ein netter, sympathischer Kerl. Er passt zu deutsch-französischen Freundschaft. Bin voller Hoffnung, aber wenn es nicht ganz reichen sollte, auch nicht enttäuscht. Dieses Spiel ist schon nach den ersten 45 Minuten ein Nikolausgeschenk.

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Samstag, 25. November 2017

Schalke 04 – mit diesem Unentschieden gegen Borussia Dortmund wieder einmal den Beweis geliefert: Kämpfen ist wie Leben

Respekt vor Schalke 04 heute im Bundesliga-Knaller gegen Borussia Dortmund. Zunächst 0:4 – und beim Schlußpfiff 4:4. Das war in der Tat mehr als ein Unentschieden. Dieses Fußballspiel hat hoffentlich auch bei vielen Verzweifelten und Kranken einen Schub ausgelöst, dass es sich grundsätzlich lohnt, im Leben, wo auch immer, zu kämpfen, so lange die Uhr noch nicht abgelaufen ist. Eindrucksvoller kann man sowas in der Öffentlichkeit nicht darstellen. Schalke hat heute in der BL garantiert wieder neue Freunde und Fans gewonnen, weil so beeindruckend mit praller Moral in aller Öffentlichkeit am Ball. Anstelle von Sprüchen und haltlosen Bemerkungen LEISTUNG durch Kampf. Dieses Spiel hat dem Fußball heute mehr gegeben als alle anderen Begegnungen. BVB-Präsident Watzke hat sich noch nicht öffentlich geäußert, wie sonst so gerne, scheint mir. Heute Nacht wird er von Schalke 04 träumen. So Futboll, pflegte der unvergessene Bayern-Trainer Tschik Cajkovski in vergangenen Zeiten zu sagen. Ich finde dieser Spruch sagt alles und lehrt dabei auch eines: Es ist wie es ist und manchmal auch anders.
hre

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Mittwoch, 22. November 2017

Boris Beckers wildes Tennis- und Privatleben waren sehr sehenswert: Bravo und Vorteil für ein Idol

Boris Becker erlebte am Dienstagabend auf der Mattscheibe eine Sternstunde: Sieg auf allen Ebenen der Berichterstattung über einen Jungen, der ein Mann geworden ist. Ich gratuliere Herrn Becker mit großer Freude. Er war ein „Bobbele“, was auf badisch absolut nicht Schlechtes ist. Nur Mundart. Zwischen Heidelberg, Leimen und Freiburg. Klein und niedlich, halt noch nicht erwachsen. Jetzt ist er gestern 50 Jahre alt geworden – das hat man gesehen und gehört.

Alles was er zu seinem Leben äußert, unser größtes Tennisidol aller Zeiten, hat gepasst. Es war ehrlich, vielleicht auch oft sehr überraschend. Aber Boris Becker hat sich glänzend der Öffentlichkeit präsentiert. Da blieb manchem Kritiker der letzten Zeit wohl die Spucke weg. Wie schön, dass Boris Becker so einen harten, klaren und informativen Aufschlag hatte, als er von einem TV-Team auf Schritt und Tritt verfolgt wurde. Er stand cool, aber auch charmant-überzeugend auf allen Plätzen, wo man ihn erwischte. Gut, drei Frauen und vier Kinder ist vielleicht nicht unbedingt die Norm eines Männerlebens, aber das ist doch seine Sache. Und sie wird es hoffentlich auch bleiben. Und die Frage nach seinen Millionen? Geht doch eigentlich niemanden etwas an. Höchstens den Fiskus und vielleicht seine Frau, wenn nichts mehr in der Haushaltskasse sein sollte. Aber damit ist nicht zu rechnen.

Boris ist und bleibt ein Held. Auch als „Herr Becker“. Mir hat dieser Sportsmann enorm imponiert. Ich kann sogar sagen: Mir ging das Herz auf. Satz, Spiel und Sieg – das hat er mit diesem TV-Beitrag geschafft. Irgendwie hat es mich nicht nur gefreut. Ich war erleichtert. Weil Denkmäler in unserem Land gerne mal einfach so angepinkelt werden. Und Retour Pinkeln ist bekanntlich gar nicht so einfach. Jetzt hat er so überzeugend getan, dass Leimen, sein Heimatort bei Heidelberg, gemeinsam mit der deutschen Sportwelt sehr glücklich sein kann. Herr Becker mit Vornamen Boris ist läuferisch zwar nicht mehr so schnell wie einst. Dafür aber erwachsen – und ein Idol!
Horst Reber

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Montag, 20. November 2017

„hartaberfair“ mit Frank Plasberg: Da war Musik drin – und man erkannte einmal mehr, dass auch jemand als Sieger nach Hause gehen kann ohne dabei gewesen zu sein

„Hartaberfair“ – die von Frank Plasberg souverän wie meistens moderierte Polit-Talkshow, die man sich in der ARD immer bis zum Ende anschauen kann, ohne weiter zu zappen, hatte heute Abend hohen Unterhaltungswert. Nach dem „Ausstiegs-Knaller“ der FDP aus einer mal angedachten „Jameika-Koalition“ mit dem überforschen FDP-Chef Christian Lindner, der die bislang recht gefällig gestraffte Leine zur gemeinsamen Parteien-Sondierung kappte – vermutlich in der Hoffnung, dass er damit übergeordnet persönlich beim Wähler punkten kann – zeigten die geladenen Gesprächspartner relativ erstaunliche Geduld in der brisanten Lage. Sogar SPD-Parteivize Ralf Stegner blieb entgegen seinem sonstigen Temperament recht gelassen. Er erklärte allerdings auch mit fester gewohnter Stimme und herabgelassenen Mundwinkeln: „Ich sehe für Kanzlerin Merkel keine Zukunft mehr, sie ist definitiv gescheitert.“ Er versicherte auch, dass es eine neue große Koalition mit der Union nicht geben werde. Alles schön, alles bunt, alles ohne Endergebnis Man verhandelt weiter. Der Unterschied nunmehr: Wir haben eine geschäftsführende Bundeskanzlerin. Das heißt nichts anderes, als dass Frau Merkel weiter im Amt bleibt und souverän regiert. Wenn man alles ernst nehmen würde, was in solchen Runden vollmundig ge- und besprochen wird, müßte man als Wähler eigentlich einige Wochen nach Jamaika in Urlaub gehen. Dort scheint die Sonne. Für alle. Und wenn man dann wieder nach Deutschland zurück kommt, dann hat sich nur Unwesentliches in den Vorhaben verändert – und Kanzlerin ist dann erfreulicherweise nach wie vor Angela Merkel.

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Samstag, 18. November 2017

Na bitte, wieder ein Punkt für die Frankfurter Eintracht: Mit öffentlich erkennbarer Bescheidenheit im Anspruch nach oben in der Bundesliga

Eintracht-Coach Niko Kovac kann am heutigen grauen Bundesliga-Samstag mit dem 1:1 aus Hoffenheim zufrieden sein. Die TSG Hoffenheim war in der Abwägung der 90 Minuten in meinen Augen die etwas bessere Mannschaft, zumindest fast durchgehend in der Zweiten Halbzeit. Sie hatte wesentlich mehr Ballbesitz und noch zwei ziemlich klare Torchancen. Aber das scheint die neue Stärke der Eintracht zu sein: Sie bringt auch schwächere Spiel recht gut über die Runden und punktet.

Was ebenfalls auffällt: Die Jungs mit dem Adler auf der Brust versprühen Optimismus und auch intern gute Laune. Damit hat man schon immer ein bisschen mehr Erfolg gehabt als bei angespanntem Team-Spirit. Bravo an Niko und Robert nebst Trainerteam. Es sind doch oft nur Kleinigkeiten, die dazu führen, dass eine Mannschaft locker und dazu auch noch sinnvoll konstant aufspielt. Wie angenehm für die Eintracht-Fans, dass sie ohne Nervenflattern auswärts antreten können. Das war nicht immer so. Ich gratuliere zu dem Punkt in Hoffenheim, denn die Jungs aus dem Kraichgau haben jede Menge auf der Pfanne. hre

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Donnerstag, 16. November 2017

Mainz 05 hat die Fußballwelt schon oft begeistert. Traurig ist, dass man in diesem Verein nur schwer Ruhe reinbekommt

In Mainz sind viele Dinge sehr wichtig. Ganz vorne steht allerdings neben Kardinal Lehmann, der Fassenacht, dem Rhein allerdings auch Mainz 05, ein Bundesligaverein, der sich in den letzten Jahren viel Respekt verschafft hat. Nachdem nun Harald Strutz, der den Verein aus kleinen Anfängen fast drei Jahrzehnte mit seinem Vorstand geführt hat, vom Aufsichtsrat entlastet wurde, sollte doch in der Karnevalsstadt mehr Ruhe einkehren. Über Wochen hinweg stand Mainz 05 im Mittelpunkt, weil sich Harald Strutz angeblich am Verein, wie auch immer man dies korrekt sehen will, durch angeblich zu hohe Entlohnung bereichert habe. So seine Gegner.

Ich stelle immer wieder fest: Fußball ist ein verdammt kriegerisches Feld, wo es im unterschiedlichen Dialog, der meistens schnell in nicht zu akzeptierende Bösartigkeiten ausufert, keine Verwandten gibt. Ich erinnere mich noch gut daran, als Mainz 05 ein recht gemütlicher Verein mit einem sehr souveränen Präsidenten namens Harald Strutz war. Der auch als Leichtathlet (Dreisprung) sehr erfolgreiche Vereinschef war überglücklich, wenn mehr als 4000 Zuschauer die 05-Kicker und ihren Gegner sehen wollten. Um den Rasen vor der Haupttribüne hatte man – aus mir damals allerdings unerfindlichen Gründen – einen ziemlich stabilen eisernen Zaun aufgestellt, gerade so, als müsste er die Stadion-Akteure schützen. Na ja, ob Spieler oder Zuschauer, sei hier mal offen gelassen.

Harald Strutz war jedoch der Vereinsmann, der dafür sorgte, dass beispielsweise mit dem Sympathie-Trainer Wolfgang Frank, einem ehemals begnadeten Bundesligaspieler, der Ball weitaus besser rollte als je zuvor. Aber mit dem Erfolg der 05-Kicker änderte sich auch innerhalb der Zuschauerschaft der persönliche Anspruch. Klar, man träumte auf einmal – nicht zu Unrecht – von der Bundesliga. Wolfgang Frank zeigte Mainz den Weg – und die Bürger, die dank Frank dem Lederball schon fast genauso viel Herzblut schenkten wie der geliebten Fassenacht – waren ähnlich wie in der Kampagne vom 11. 11. an bis Kampagnen-Ende besonders glücklich.

Fußball-Deutschland hatte Mainz als eine Stadt entdeckt, in der schön und auch erfolgreich gekickt wurde. Wolfgang Frank, inzwischen leider verstorben, hatte das 05-Wunder mit seinem Präsidium, alles honorige Mainzer Leute, möglich gemacht. Aber Erfolg kann auch den Charakter und den Anspruch generell ans Leben und die eigene Bedeutung oft massiv verändern. So auch in Mainz. Plötzlich ging es, weil durch den sportlichen und geschäftlichen Erfolg kräftig gefüttert, um all die Vorteile, die ein erfolgreich kickender Verein inzwischen generiert, auch neben dem Ansehen in der Stadt auch um schnödes Geld. Beispielsweise die „Entlohnung“ des Präsidenten. Auf den im Zivilberuf aktiven Rechtsanwalt, auf den man bislang immer hörte und ihm auch fast immer klaglos folgte, weil Mainz 05 doch auch durch sein fortschrittliches Tun und Wirken mit guten Kontakten in die Geschäftswelt bundesweit so interessant geworden ist. Die Mainzer wissen das alles. Harald Strutz, ein gut aussehender Mann mit enger Mainz-Bindung und trainiertem Rechtsverstand, erlaubte sich mit Wissen seiner Vorstandschaft, für seinen Zeitaufwand, der im Fußball von Jahr zu Jahr im Umfang zugenommen hat, sich einen finanziellen Ausgleich genehmigen zu lassen. Was anfangs kaum jemanden störte. Man hatte doch so viel Freude inzwischen an den 05ern. Und dazu auch einen coolen jungen und zugleich ehrgeizigen Manager namens Christian Heidel, der zugleich ein angesehenes Autohaus leitete und von Jahr zu Jahr auch im Fußball der Stadt Mainz enorm mit seiner Arbeit im Verein punktete. Das neue Stadion vor den Toren der Stadt als Ergänzung des „Hasenkessels“, wie die alte Adresse jahrelang firmierte, dürfte über die neuen Initiativen des Vereins – Vorstandschaft natürlich inbegriffen – sehr dankbar sein. Und der Fußball der Region Rhein/Main ebenso, denn 05 entwickelte sich prächtig. Auf einmal war die Domstadt eine Bundesligastadt. Und auch noch erfolgreich mit seinem jungenhaften Trainer Jürgen Klopp, der die Zeichen der Zeit auch schnell erkannte und handelte. Inzwischen hat man sich in Mainz an das Bundesliga-Gold gewöhnt. Aber was passierte mit den handelnden Personen, die vorher eine einzige Bruderschaft waren? Christian Heidel verabschiedete sich zu Schalke 04, was man als beruflichen Aufstieg ansehen kann. Aber der smarte Autohändler mit dem 05er-Gen war wohl müde geworden. Und gewiss auch der Vereins-Querelen und der Eifersucht und was sonst noch alles in diesen menschlichen Bereich fällt, auch irgendwann überdrüssig. Das Opfer heißt inzwischen Harald Strutz, der ob der neuen Zeit bei Mainz 05 und den damit verbundenen Möglichkeiten des Zugewinns von Kapital und Ansehen auch nicht grußlos an dem Gabentisch vorbei gehen wollte. Was seine Vorstandskollegen dann auch nutzten, wie man weiß: Er stand plötzlich nicht mehr in der 05er-Sonne, sondern quälte sich am Pranger einer Stadt, die im Karneval zwar besonders lustig ist, aber wenn es um Zugewinn egal welcher Art geht, den Neid auspackt.
So ist der Mensch. Nicht nur in Mainz. Man könnte daraus lernen. Aber wer würde dies anerkennen, wenn es noch eine Möglichkeit gäbe, richtig zu streiten, rückblickend abzustrafen und damit aus einer sympathisch-fröhlichen Stadt mit einem interessant gewachsenen Bundesligaverein wieder, wie vor der sportlichen Ära von Trainer Wolfgang Frank, einen neuen „Hasenkessel“ im Ansehen entstehen zu lassen. Was mir übrigens sehr leid tut. Das haben weder Ex-Präsident Harald Strutz, einige Mitstreiter, noch der Verein Mainz 05 oder diese schöne Stadt mit ihren Bürgern verdient. Der große französische Dichter und Stückeschreiber Jean Baptiste Molie`re (1622 – 1675) – „Tartufe“, „Der Geizige“) hat wohl für die Ewigkeit den Spruch geprägt: „Mögen wir noch so viele (gute) Eigenschaften haben, die Welt achtet nur auf unsere schlechten.“

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