Montag, 29. August 2016

Holger Obermann wird 80: Der Diplomat, der mal als Fußball-Profi zwischen den Pfosten stand

Am  Mittwoch feiert Holger Obermann seinen 80. Geburtstag. Obermann? Na klar, der ehemalige Profikicker von Hessen Kassel, Concordia Hamburg oder auch FSV sowie eines amerikanischen Fußballclubs. Aber noch wichtiger als Information: Er war 13 Jahre lang als Moderator (ARD-Sportschau) das Sportgesicht des Hessischen Rundfunks. Gemeinsam mit den verstorbenen Moderatoren Wolfhard Kuhlins und Hajo Rauschenbach machte er den Sender an der Bertramstraße in Frankfurt am Main sportlich und menschlich populär. Eine hervorragende Grundlage für den aus Kassel stammenden Sportjournalisten, um sich dann für den deutschen Fußball zum „Botschafter des deutschen  Fußballs“  engagieren zu lassen. Er vermittelte fortan mit großem Erfolg in so genannten Drittländern -sprich Entwicklungsländern –  seine große sportliche und menschliche Erfahrung mit Jugendlichen und jungen hoffnungsvollen Kickern für höhere Aufgaben in Ländern wie Afghanistan, Sri Lanka, Gambia, Pakistan, Sibirien  oder  auch Nepal, um nur einige zu nennen.

Es war eine große reizvolle, aber zugleich schwere Aufgabe für einen Mann, der in Deutschland auf der Straße als einer der beliebtesten Sportmoderatoren erkannt und um Autogramme gebeten wurde. Holger Obermann, glücklich mit seiner ebenfalls sportlichen Frau Barbara (Leichtathletik) verheiratet und Vater von zwei längst erwachsenen Kindern, half diesen Ländern unter oftmals sehr schweren geographischen, klimatischen  und politischen Bedingungen, dem dort ansässigen Fußball eine neue und modernere Bedeutung zu geben. Und zwar mit Kompetenz für den Sport und das Soziale. Obermann vermittelte Fußball als Institution im Gesamtpaket, um  mit seinen Möglichkeiten junge Menschen mit Sport und Ausbildung größere Entwicklungschancen made in Germany zu geben. Diese Rolle erfüllte Holger Obermann unter dem Beifall des Auswärtigen Amtes bis heute ins hohe Alter mit Bravour. Mit besonderer Herzlichkeit und viel Anerkennung wurde ihm dafür überall gedankt, wo er gerade seine Aufgabe erfüllte. Oftmals in Gebieten, die unter  Krieg und größter Armut  litten. Und wo auch mitunter das eigene Leben gefährdet war und der  Lebensstandard mehr als ärmlich zu bezeichnen war, weil nichts anderes momentan möglich war.

Die  Bundesregierung ehrte Holger Obermann dafür u. a. mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Großen Bundesverdienstorden sowie der Ehre, sich besonders erfolgreich für die Belange der Menschen in fremden Ländern eingesetzt zu haben. Aber der ehemalige Fußballprofi und TV-Reporter ging überall wagemutig und mit Herz ans Werk. In seinem letzten Buch „Mein Fußball hatte Flügel“ (Verlag balog.tv) hat er seinen abenteuerlichen Berufsalltag als „Botschafter mit dem Ball“ herzhaft und gut von Jung und Älter zu lesen beschrieben und bebildert. Auch dafür, Holger. Großes Kompliment!

Wir kennen uns seit Anfang der 70erjahre als Kollegen mit Sitz in Frankfurt. Wir kickten zusammen in der Sportpressemannschaft oder auch dem hr-Sender-Team – stets für einen guten Zweck. Gemeinsam waren wir auch mit der Frankfurter Sportpresseelf in der Türkei. Damals auf Einladung der großen Zeitung „Tercüman“. So wurde auch  dank der Vermittlung von Diplomat Vural Kacmaci  sowie dem Yogi Gürbüz  auch gegen die Profis von Besiktas gespielt. Ein Wunder – mit einem 1:1 konnten die Frankfurter einen großen  Achtungserfolg erzielen.  Im Frankfurter Presseelf-Tor stand wie eine junge Eiche Holger Obermann. Hinterher sagte er total fertig, aber sehr glücklich: „So oft wie heute bin ich noch nie durch einen Strafraum geflogen…“ Was natürlich an der spielerischen Überlegenheit von Besiktas lag, aber auch dem Kampfgeist der Frankfurter Journalisten.

Mit dabei als Gastspieler in unserem Journalisten-Team der einstige Torjäger der Frankfurter Eintracht und von  Darmstadt 98, Erwin Stein. Ebenso der charismatische Kapitän der Stuttgarter Kickers, Dieter Dollmann, der in der Halbzeit auf Bitten von Besiktas das Trikot wechselte und dann noch 45 Minuten als Test für die türkische Mannschaft, die an ihm als Neuerwerbung sehr interessiert war,  stürmte. Wie es halt oft im Leben so ist: Ausgerechnet Dollmann schoss gegen uns den 1:1-Ausgleich für Besiktas. Vielleicht war es das Dankeschön für eine wunderbare Gastfreundschaft bei dieser unvergessenen Türkei-Reise. Zum Vereinswechsel kam es dann aber doch nicht – Dollmann blieb in Stuttgart. Trotz eines großzügigen Vertragsangebots. Bewundert wurde im Innonü-Stadion in Istanbul übrigens auch der leidenschaftlich kämpfende Ex-Box-Europameister Rüdiger Schmidtke.  Er bewies in der Abwehr einmal mehr, dass er sein Dynamit nicht nur in den Fäusten hatte.

Als geniale technische Augenweide mit auf dem Platz auch Richard Wild, der als Jugendspieler beim FC Bayern groß geworden war, um dann als gut bezahlter Profi in die Schweiz zu wechseln. Der elegante Ballzauberer machte später beruflich bei der US-Fluggesellschaft  „Eastern Airlines“ als Europadirektor Karriere. Seit vielen Jahren lenkt  Richard Wild, inzwischen Pensionär,   beim sehr gepflegten Golfclub Neuhof (bei Neu-Isenburg) als Präsident die Geschicke gemeinsam mit dem rührigen Geschäftsführer Petermann. Schöne Geschichten. Die Freundschaften aus jener Zeit sind geblieben. Holger Obermann, der keine Angst vor dem Alter hat, meinte dazu bei unserem Gespräch: „Die Frankfurter Sportjournalisten waren damals halt eine echte Mannschaft.“

Der Beitrag Holger Obermann wird 80: Der Diplomat, der mal als Fußball-Profi zwischen den Pfosten stand erschien zuerst auf Horst Rebers Tag & Nachtausgabe.



vonHorst Rebers Tag & Nachtausgabe http://ift.tt/2bxu5AC

Samstag, 27. August 2016

Museumsuferfest – über 30 Grad Celsius, erbarme…

Über 30 Grad Celsius heute am Samstag in Frankfurt zum Fußball-Bundesligastart gegen Schalke 04. Dazu Mainuferfest, das immer größer wird, obwohl die Kapazität für Besucher in Frankfurt nicht unendlich ist. Dazu werden angeblich 3 Millionen Besucher insgesamt bis zum Finale erwartet. Da wird mir ganz heiß. Und eine gewisse Angst kommt ebenfalls auf. Ich hoffe und bete, dass in diesem Getümmel von nicht mehr kontrollierbaren Menschenleibern keine Panik entsteht – warum auch immer. Ursachen können ja oft nur von geringfügiger Natur sein. Manchmal genügt ein Böller, wie auch in Fußballstadien schon öfter erlebt, der ein Massen-Unglück verursacht. Erbarme, viel zu viele Menschen zu einem Ziel unterwegs. Schreckliche Beispiele gibt es leider viel zu viele aus der Vergangenheit. Mir graut noch vor den Bildern bei der Love-Parade in Duisburg 2010 mit vielen Toten. Dieser Fall ist bis heute nicht ausgestanden, er wirkt noch nach. Hoffentlich sind heute viele Schutzengel in Frankfurt – und wo sonst noch gebraucht – unterwegs. Die Menschheit hat leider viel zu oft die unsägliche Lust über die Norm des Möglichen oder Erträglichen zu springen. Leidtragende sind dabei meistens auch Kinder. Erbarme, erbarme, frei nach Henni Nachtsheim, dem sympathischen und zugleich schlitzohrigen Ebbelwei-Entertainer. Fest steht wohl: Heute sind die Feierbiester am Main unterwegs – und keiner weiß so genau, wieviel es letztlich dann bis zum Abend werden. Mir graut davor.

Der Beitrag Museumsuferfest – über 30 Grad Celsius, erbarme… erschien zuerst auf Horst Rebers Tag & Nachtausgabe.



vonHorst Rebers Tag & Nachtausgabe http://ift.tt/2chEwhZ

Mittwoch, 24. August 2016

Steffi, Vorzeigekickerin mit Charme und Biß aus Frankfurt

Steffi Jones, geboren am 22. Dezember 1972 in Frankfurt, ist eine der Frauen aus Frankfurt, die auf der Karriereleiter im Sport am schnellsten und effektivsten nach oben geklettert sind. Und dies zu recht, wie auch viele Männer mit Erfahrung im knallharten Sportleben bestätigen.
Jones Weg begann ganz, ganz bescheiden unten im sozial schwachen Problemviertel Bonames – und heute ist die ehemalige Abwehrspielerin von Vereinen wie SV Bonames, SC Dörnigheim, FC Hochstadt, SG Praunheim, FSV Frankfurt SC Bad Neuenahr, Washington Freedom und zuletzt FFC Frankfurt  als Nachfolgerin von Silvia Neid frischgekürte Cheftrainerin der Deutschen Frauen-Nationalmannschaft. Schon 2001 wurde sie erstmals als  Deutsche Meisterin mit dem FSV Frankfurt mit leider später vom Präsidium aus unverständlichen Gründen aufgelösten Frauenmannschaft vom Bornheimer Hang  bejubelt. Der Applaus für diese imponierende Frau, die auch 2006 mit dem Hessischen Verdienstorden für „jahrelanges ehrenamtliches Engagement als Schirmherrin des Projekts „Ballance 2006 – Integration und Toleranz für eine friedliche Fußball-Weltmeisterschaft “ ausgezeichnet wurde, ging Jahr von Jahr weiter. So wurde sie Präsidentin des Organisationskomitees bei der WM der Frauen im Jahr 2011. Aber es ging Schritt für Schritt in atemberaubendem Tempo weiter in neue Verantwortungsbereiche. Als der  DFB seine Vorzeigefrau ab 2008 in die Verantwortung als OK-Präsidententin für die Frauen-Weltmeisterschaft 2011 berief und danach als Direktorin für den Frauen-Fußball beim DFB einstellte,  wo sie eine sehr gute Rolle mit praktischer Erfahrung auf dem Rasen aber auch dem Innenleben der nationalen Fußballerinnen einnahm, glaubte man, dass sie alles erreicht habe, was möglich sei. Steffi Jones bewies aber weiteres Stehvermögen und Augenmaß für einen unvergleichbaren Aufstieg, aber auch für ihre wichtige Rolle in der Öffentlichkeit. Die attraktive Frau, die auch mit dem Georg-August-Zinn-Preis belohnt und  danach FIFA-Botschafterin für den Frauenfußball wurde, hat in vielen Situationen ihres Lebens bewiesen, dass ihr Profil für höhere Aufgaben geradezu prädestiniert ist. Eigentlich eine amerikanische Erfolgsstory  mit Hollywood-Drehbuchformat,  wie selten im Frauensport erlebt oder gekannt.

Als Steffi Jones  2015 Co-Trainerin von Silvia Neid wurde, war klar, dass diese Ausnahme-Fußballfrau  bald als Bundestrainerin für Deutschland und somit als Nachfolgerin von Silvia Neid am Spielfeldrand stehen würde. Ein Vorbild für viele junge Menschen, denn die ersten Jahre ihres Lebens als junges Mädchen, erzogen von  einer täglich um den Lebensunterhalt kämpfenden Mutter,  waren sehr hart. Mama  musste täglich gleich mehrere Jobs erledigen, um finanziell mit ihrer Familie über die Runden zu kommen. Aber auch Tochter Steffi übernahm  Putzjobs und trug Zeitungen aus, um sich noch ein bisschen Taschengeld zu verdienen. Ihr Bruder wiederum nahm den umgekehrten Weg. Er wurde drogenabhängig und ging damit dem  normalen Familienleben  auch leider verloren.

Steffi hingegen hatte sich zur Groß- und Einzelhandelskauffrau ausbilden lassen, lebte ihr vielversprechendes Talent zum Fußball bei mehreren Vereinen aus. Sie  entwickelte sich im Laufe der Jahre nicht nur als Fußballerin mit vielen Länderspieleinsätzen, sondern  auch zu einer imponierenden Persönlichkeit im öffentlichen Leben. Niemand in der Mainmetropole hätte ihr diesen grandiosen Aufstieg prophezeien können. Aber Steffi Jones schaffte es allen Verführungen, an denen ihr Bruder leider gescheitert war, zu widerstehen und den richtigen Weg mit Konsequenz für ein geordnetes  Leben – inzwischen mit Nicole Parma, einer Bankerin,  als Ehepartnerin – zu finden, in dem man sie weltweit bewundert. Auch ich habe allergrößten Respekt vor dieser Leistung und freue mich, dass Steffi Jones nunmehr mit ihrer Erfahrung von 111 Länderspieleinsätzen und dem Trainerdiplom eine Mannschaft aus Olympischen Goldmädels für Deutschland in die nächsten Jahre führen kann. Herzlichen Glückwunsch, Steffi! Mein Glückwunsch gilt aber auch ihrer Mutter, deren Ehemann nach drei Jahren die Familie verließ. Zu dem Lebensweg von Steffi Jones mit all den anfänglichen Schwierigkeiten eines jungen Lebens kann man nur bewundernd sagen:  Respekt, Respekt!

Der Beitrag Steffi, Vorzeigekickerin mit Charme und Biß aus Frankfurt erschien zuerst auf Horst Rebers Tag & Nachtausgabe.



vonHorst Rebers Tag & Nachtausgabe http://ift.tt/2bNtpIK

Samstag, 20. August 2016

Margarethe Wallmann – die leise „First Lady“ mit viel Engagement

Dr. Walter Wallmann mit Ehefrau Margarethe beim Besuch des Sportpresseballs in Frankfurts Alter Oper.Wallmann Walter jr. mit seiner Mutter Margarethe (80) und Ehefrau PetraMargarethe Wallmann (hier im Foto mit ihrem Mann Walter in gesunden Tagen) ist dieser Tage 80 Jahre alt geworden. Rund 12 Jahre lang pflegte sie ihren an Parkinson erkrankten Mann Walter, den ehemaligen sehr populären Frankfurter Oberbürgermeister (1977  bis  1986), der danach noch in der Tschernobyl-Reaktor-Katastrophe auf Bitten von Bundeskanzler Helmut Kohl für ein Jahr als Minister für Umweltschutz, Naturschutz und Reaktorsicherheit nach Bonn ging, um danach die Aufgabe als neuer hessischer Ministerpräsident zu übernehmen. Er war ein wesentlicher Baumeister der neuen Stadt Frankfurt. Unter anderem  mit der Fertigstellung der Alten Oper und des auch mit von Kulturdezernent Prof. Hilmar Hoffmann entwickelten beeindruckenden Museumsufers, das der Mainmetropole zusätzlichen Glanz mit neuen Akzenten einer kulturellen Entwicklung  verliehen hat. Viele Bürger sahen in Walter Wallmann den konsequenten Macher und Lenker eines sehr erfolgreichen Frankfurter Magistrats, der „machte“ und nicht nur Vorhandenes verwaltete. Die Bürger erlebten einen städtischen Aufschwung, der sich in vielen Facetten eines neuen Bürgertums mit großer internationaler Beachtung niederschlug.

Wo der mit vielen Vorzügen des politischen Tuns ausgestattete Niedersachse, der für die CDU im Bundestag auch in mehreren wichtigen Ausschüssen wirkte, ehe er  von seinem Wohnort Marburg letztlich nach Frankfurt kam, um OB Rudi Arndt nach einer spannenden OB-Wahl im Römer abzulösen, aktiv wurde, entstand etwas. Ein neues, sympathisches Stadtbild, sagen die einen. Andere wiederum sind dankbar für die neuen Frankfurt-Gefühle, die die jetzt erstmals auch den „Römer“ für die breitere Öffentlichkeit öffneten. Für viele Frankfurter Bürger ist Walter Wallmann bis heute rein kommunalpoltisch gesehen d e r Macher der neuen Rhein-Main-Metropole. Selbst politische Andersgläubige bekennen, dass sich dank dieser wichtigen Weichenstellung Frankfurt weiterhin zu Gunsten dem Bild einer modernen Großstadt, auch unter OB Petra Roth, neu und dynamisch  darstellt.
Als Walter Wallmann nach langer Krankheitsphase mit mehreren Herzinfarkten für immer die Augen schloss, war die Trauer enorm groß, ja auch in den vielen Vereinen bis zu Eintracht Frankfurt spürbar. Die Frankfurter wußten, welch politisches Schwergewicht mit enger Verbindung zu den Menschen von ihnen  gegangen war. Dies war auch in den Trauerreden anlässlich der Beisetzung auf dem Hauptfriedhof, wo der Frankfurter Ehrenbürger seine letzte Ruhe fand, sehr deutlich zu erfahren und zu spüren.

Margarethe Wallmann, die ihrem Walter 1970 das Ja-Wort schenkte,  hat ihren Mann verloren. Die  Bürgerschaft ein vorher in dieser Art nicht gekanntes Idol und einen wichtigen Hoffnungsträger. Selbst von einer neuen späteren gänzlich neuen Aufgabe als Bundespräsident war ob seines exzellenten Ansehens die Rede.  Walter Wallmann hatte es geschafft, in seiner Frankfurter Amtszeit mit seinem hervorragend besetzten Magistrat wieder bürgerlichen Stolz und   kommunalpolitische Warmherzigkeit herzustellen, was unter der Ägide von Rudi Arndt verloren gegangen war.  Dazu gelang es ihm eine Brücke zu bürgerlicher Mitverantwortung  zu schlagen. Frankfurter entdeckte wieder den Bürgerstolz.

Bei den Tischgesprächen anlässlich ihres 80. Geburtstages öffnete Margarethe Wallmann, die man immer als Persönlichkeit  mit großem Sozial-Engagement erlebte, im Beisein ihres Sohnes Walter jr. und dessen Ehefrau Petra (Foto) nochmals die Schatulle mit schönen privaten Erinnerungen. Sie erzählte u. a. auch von der anekdotischen Tatsache, dass ihr Walter, dessen Leben in der Politik wie auch privat in seinen Memoiren „Im Licht der Paulskirche“ (Ch. Goetz Verlag Potsdam) ausgiebig geschildert wird, sich grundsätzlich stets selbst seine eigenen Schuhe putzte. Demnach wollte er diese Tätigkeit niemandem in der Familie zumuten. Das mache er grundsätzlich gerne selbst, sagte er dazu. Ebenso findet sich darin die Erzählung, wie er gemeinsam mit einem Lokal-Journalisten gemeinsam anlässlich des Gastspiels des bedeutenden Zirkus-Unternehmens Willy Hagenbeck  mutig in den Manegenkäfig mit  Löwen- und Tigern ging, sich dort zu Gunsten eines guten Zwecks für einen Lions-Club im vollbesetzten Zelt Auge in Auge mit den Raubtieren interviewen zu lassen. Beide „Käfig-Besucher“ bekannten hinterher, dass ihnen das Herz angesichts der fauchenden Bestien bis zum Hals geschlagen habe, aber auch diese seltene praktische Mutprobe sehr wertvoll gewesen sei.
Margarethe Wallmann ist heute als Bewohnerin des GDA-Seniorenstifts  in erster Linie Anlaufstation für Enkel, Nichten, Verwandtschaft und Freunde. Manche Erinnerung an vergangene gemeinsame Frankfurter, Bonner und Wiesbadener Zeiten -„sie waren allerdings keineswegs immer ein Zuckerschlecken“ –  waren, wurde im Beisein von Verwandtschaft und Freunden nochmals aufgefrischt. Ich durfte gemeinsam mit meiner Frau Marlies daran teilhaben. Es war der große Geburtstag von einer starken und bewundernswerten Frau, die sich voll in den Dienst ihres kranken Mannes gestellt hat, obwohl auch selbst schwer herzkrank. Einige Jahre lang stand sie trotzdem dem Müttergenesungswerk vor und leitete ebenso in der Gemeinschaft mit anderen engagierten Frauen, wie auch Bankierswitwe Renate von Metzler, wichtige soziale Initiativen mit ein. Ihre eigene Gesundheit stellte Margarethe Wallmann weit nach hinten, denn ihr Mann Walter brauchte als langjähriger Parkinson-Patient, mit dem sie die letzten Jahre im GDA-Seniorenstift in einer kleinen Wohnung lebte, täglich ihre volle Unterstützung. Die Krankheit hat ihren Mann Jahr für Jahr mehr zermürbt und zuletzt auch schwer gezeichnet. „Das Leben kann man sich nicht aussuchen. Man muss es annehmen,  in guten wie in schlechten Zeiten“, betonte sie jetzt mir gegenüber bei unserem Geburtstagsplausch.
An dieser Stelle darf auch ich mich mit meiner Frau Marlies in die Reihe der vielen Gratulanten stellen, um Margarethe Wallmann für vieles Gute im Leben der Stadt Frankfurt zu danken und ihr mit ihren Lieben alles Gute zu wünschen.    Horst Reber

Der Beitrag Margarethe Wallmann – die leise „First Lady“ mit viel Engagement erschien zuerst auf Horst Rebers Tag & Nachtausgabe.



vonHorst Rebers Tag & Nachtausgabe http://ift.tt/2b6yVL2

Sonntag, 14. August 2016

Ein nettes Cafe auf der Schweizer Straße

cafe-sachsenhausenFotografische Momentaufnahme aus dem kleinen Cafe namens „Sachsenhäuser Feinbäckerei“ in der Schweizer Straße in Frankfurt-Sachsenhausen. Alles nette Menschen. Sie sitzen vor der Türe beim griechischen Inhaber Anastasios, einem Charming-Boy. Die Adresse ist einfach möbliert, bietet allerdings ein recht umfangreiches Angebot an Backwaren aus hausgemachter Werkstatt mit dem Charme netter Serviererinnen an. Hier kann man bei einem Cappuccino oder einem Fläschchen Wasser das Leben dieses Stadtteils studieren und sich dabei auch noch gut unterhalten.
Von einem exklusiven Cafehaus ist man hier zwar ein Stück entfernt, aber die Menschen, die hier reinkommen, lieben diese Adresse. Sie passt zu Sachsenhausen. Weil alles ganz natürlich zugeht. In allen Belangen. Man hört fast nur Freundlichkeiten, Meinungen werden auch übers Trottoir ausgetauscht. Eine gute Atmosphäre bestimmt das Tagesbild. Die Gäste kommen aus allen beruflichen Himmelsrichtungen, meistens schon in reiferen Zonen des Lebens unterwegs.
Beispielsweise, wie auf dem Foto zu sehen, ein Unternehmer, der jahrelang eine große Druckerei leitete. Daneben ein Geschäftsmann, der die Leute auf echte Teppiche zurückholte und auch mal die Eintracht sponsorte. Zauberhaft eine erfolgreiche Agenturchefin, eine Ehefrau, die sich liebevoll um den Mann, den kleinen Hund und ihre Kinder nebst Enkelchen kümmert. Sehr geschätzt auch eine hellwache Brasilianerin, die inzwischen im Ruhestand anstelle des prallen Lebens an der Copacabana den internationalen Bembel-Charme der Schweizer Straße „als sehr nett und gemütlich“ empfindet. Die Mischung machts. Meistens Samstags kann man dort einen angesehenen Urologen i. R. erleben, der mit seinem Humor und seinem Frankfurt-Wissen ein wunderbarer Unterhalter für Stammtischfreunde ist. Oder ein Kaffeemaschinenhersteller mit Verwaltungssitz in Neu-Isenburg und Produceradresse des edlen Geschmacks wegen in Italien. Dazu gehört u. a. auch ein im „Römer“ vielfach bewanderten Rechtsanwalt mit Liebe zur FDP, ein Zahnarzt, der neben den löchrigen Zahnreihen als langjähriger Hobby-Kicker auch die Schwachstellen in der Fußball-Landschaft von Frankfurt bis nach Schalke, Barcelona oder Paris St. Germain kennt. Und, und, und. Alles nicht weltbewegend, aber grundsätzlich sehr verbindlich und nett. Alles natürlich. Genau das, was der normale Mensch eigentlich braucht und oft vergeblich sucht. Nähe mit Respekt voreinander, aber auch merklichem Interesse am Gegenüber. Und dazu immer unvoreingenommen, bereit für einen kleinen Gedankenaustausch. Insofern ist dieses Cafehaus in der „Schweizer“ eigentlich ein Cafe de luxe! Mir gefällts.

Der Beitrag Ein nettes Cafe auf der Schweizer Straße erschien zuerst auf Horst Rebers Tag & Nachtausgabe.



vonHorst Rebers Tag & Nachtausgabe http://ift.tt/2bqK6ed

Gunter Sachs, ein toller Kerl

guntet-sachsGunter Sachs, Opel-Erbe mit Vielfach-Talenten für Kunst, Business, Soziales sowie schöne Frauen und ein pralles ebenso schönes Leben mit Vorzugsplätzen wie St. Tropez, Monte Carlo, Gstaad und andere mondäne Plätze eines genussreichen Lebens, starb am 6. Mai 2011.Niemand ahnte, was in diesem intelligenten Mann von Welt vorging, als er merkte, dass die schleichende Kobra namens Alzheimer von ihm langsam Besitz ergriff. Als er sich am 6. Mai 2011 in seinem Haus in der Schweiz erschoss, als seine Frau Mirja im Ausland war, konnte diese Selbsttötung niemand verstehen. Der Industrielle, dem es vor der Eheschließung mit Mirja, mit der er eine glückliche Ehe führte, gelang das Herz des französischen Kino-Weltstars Brigitte Bardot zu erobern, war er in aller Welt ein viel beneideter und bewunderter Mann.

Ein Mannsbild, das alles hatte. Geist, Geld, Firmen, Kunstverstand, Freunde, Charme und Sportlichkeit. Er stand im Überfluss eines außergewöhnlich schönen Lebens. Gunter Sachs schrieb und fotografierte mit Leidenschaft. Sein Leben war sinnvoll ausgefüllt, obwohl er in den Illustrierten stets als „Playboy“ firmierte, was eben nur zum Teil Inhalt seines aufregenden Lebens war. Ihm und Brigitte Bardot hat es St. Tropez bis heute zu verdanken, dass die Cote d´Azur alljährlich für unglaublich viele Touristen aus aller Welt so enorm große Anziehungskraft besitzt. Als Gunter Sachs am 6. Mai 2011 stand die Lebenslust des internationalen Jet-Sets still und weinte. Gunter Sachs war ober seiner Art und seines Geistes ein Star, wie nach ihm keiner mehr war, sagen alle, die ihn etwas näher kannten. Ich habe ihn mehrfach, u. a. im Hotel Frankfurter Hof in Frankfurt, interviewt – es war immer ein Höhepunkt. Gunter Sachs war stets so höflich und aufmerksam, wie man es nur selten im Paradies des Jetsets vorfindet. Ein Gentleman allererster Klasse. Wenn man heute noch oft von ihm spricht – er ist immerhin schon fünf Jahre tot – beweist dies nur eines: Obwohl er steinreich war, sich ein außergewöhnliches Leben leisten konnte, stets im Mittelpunkt vieler interessanter Menschen stand, flog ihm kein Neid um die Ohren. Ganz im Gegenteil. Die Bewunderung und der natürlich Respekt vor einer außergewöhnlichen Persönlichkeit begleiteten ihn damals wie heute. Das will etwas heißen. Ohne ihn und seine Aura von großer, weiter Welt ist das Leben an der
Cote d´Azur Jahr zwar Jahr für Jahr weitergegangen, aber er fehlt. Nicht nur seiner schönen schwedischen Frau Mirja, Brigitte Bardot oder seinen internationalen Freunden – er fehlt auch der geballten internationalen Medienwelt. Keiner von heute hat so viel Anziehungskraft, dass er den Spuren von Gunter Sachs folgen könnte. Auch für mich ist er unvergessen. ,

Der Beitrag Gunter Sachs, ein toller Kerl erschien zuerst auf Horst Rebers Tag & Nachtausgabe.



vonHorst Rebers Tag & Nachtausgabe http://ift.tt/2aUjCFf

Horst Reber`s Tag & Nachtausgabe

Der Blog ist jetzt einen Monat „on air“, wie man auf „Neudeutsch“ sagt.

Ich möchte mich für euer reges Interesse an meinen Beiträgen bedanken, und freue mich auf jeden neuen Tag mit neuen Beiträgen, es macht einfach Spaß.

Der Beitrag Horst Reber`s Tag & Nachtausgabe erschien zuerst auf Horst Rebers Tag & Nachtausgabe.



vonHorst Rebers Tag & Nachtausgabe http://ift.tt/2bqcbSJ

Rebers Tag & Nachtausgabe

Herzlich Willkommen in meinem Neuen Blog , Horst Reber aus Frankfurt am Main