Liebe Frau Weyland, ich habe bislang Ihre Bemühungen um das vakante Amt des Frankfurter Oberbürgermeisters mit großem Interesse verfolgt. Dazu habe ich auch Ihre Vorstellungen „Aufbruch am Main“ gelesen. Verzeihung, alles schön und gut, was da formuliert ist, aber all diese Thesen haben die Bürger schon immer in jüngster Zeit gehört, gelesen, plakatiert erlebt. Darauf reagieren Menschen nur bedingt, selbst mit Ihrem sympathischen Konterfei als bildhafte Ergänzung. Reden Sie mit Ihren Beratern, ob Ihnen nicht mehr einfällt. Denn diese Argumente für eine Personenwahl sind zu dünn. Da bleibt beim Bürger, der das liest, viel zu wenig hängen. Das ist 08/15-Brei, der mit Ihnen als Kandidatin ausgeschenkt wird. Nehmen Sie mir das bitte nicht übel. Aber mir war danach, Ihnen einfach mal wahrheitsgemäß als Bürger und Frankfurt-Fan etwas zu sagen. Nehmen Sie die Vita von Ex-OB Petra Roth zum Anlass, was eine tüchtige Frau auch politisch in Frankfurt alles erreichen kann.
Machen Sie Ihren Wahlkampf zur Herzenssache. Und zwar so, dass es der Bürger spürt. Machen Sie doch mal den praktischen Test: Suchen Sie Frankfurter, die sich gerne mal thematisch einmischen wollen, wenn es um das Wohl der Stadt geht. Machen Sie den Menschen Mut. Die Frankfurter sind gut, sie lieben ihre Stadt und auch bald jene, die vielleicht neu im „Römer“ etwas zu sagen haben.
Zu Ihren Plakatentwürfen: Sicherheit und Ordnung sind natürlich immer sehr wichtig, aber leider plakativ so ausgeblutet, dass man es vermutlich überliest, ohne einmal darüber nachzudenken. Sagen Sie doch mal, was SIE in der Mainmetropole gerne anders ordnen würden. Beispiele sind erhellend. Greifen Sie nicht einfach nach dem Thema Bettler. Das ist kein Thema, das Menschen bewegt. Überlegen Sie doch mal, wie man echten Bettlern wieder auf die Beine helfen könnte. Machen Sie doch mal einen oder mehrere Vorschläge, die zum Nachdenken anregen. Machen Sie es nicht zur Chefsache, sondern zum Thema einer Frau, die helfen will und sich einiges vorgenommen hat. Also praktische Beispiele, die diskussionsfähig sind.
Frankfurter Familien, die schon länger die Stadt als ihre Heimat ansehen, brauchen keine Heimat-Hilfe. Hier muss etwas für einen erschwerten Alltag verkündet werden, der hilft und neue Perspektiven eröffnet. Und dazu auch Empathie. Das nehmen Menschen gerne auf und sorgen für Reaktionen mit eigenen Beispielen. Erklären Sie Heimat – auch für Flüchtlinge aus anderen Ländern. Geben Sie Hilfestellung für all jene, die in Frankfurt zwar eine Bleibe gefunden haben, aber trotzdem allein sind. Wenig echten (menschlichen) Kontakt gefunden haben. Gehen Sie mit Herz und Gefühl auch an diese Neubürger ran, beweisen Sie Ihr soziales Denken auch in diesem Rahmen.
Frage: Welcher einfach gestrickte Mensch soll etwas mit dem Begriff Bildungsstandort anfangen?
Was soll ein Wähler von dem Spruch „Frankfurt qualitativ, nachhaltig und bezahlbar entwickeln“ halten. Was ist aus Ihrer Sicht qualitativ, nachhaltig, bezahlbar? Wer kann was bezahlen? Bitte steigen Sie ins tägliche praktische Leben ein!!!!
Dazu könnte man noch manche Frage stellen. Aber das sollten Ihre Wahlkampf-Berater machen. Und zwar sehr einleuchtend und motivierend.
Sehen Sie mir bitte nach, dass ich Ihnen, sehr geehrte Frau Dr. Weyland so offen schreibe. Aber sorry, Sie finden genau so wenig statt wie Ihr Gegenkandidat, der allerdings schon OB ist. Ich sehe da noch viele offene Felder. Greifen Sie ein. Die Chancen sind vielleicht nicht ganz so hoch, aber sie sind zumindest noch nicht den Main runtergeschwommen. Alles im Sinne von Frankfurt, einer Stadt, der ich mich nicht nur als Journalist sehr verbunden fühle. Knüpfen Sie an die Überraschung des von mir sehr geschätzten Ex-OB Dr. Walter Wallmann an. Er hatte als Bürger aus Marburg eigentlich auch keine reelle Chance zu seiner Zeit, als er gegen Rudi Arndt antrat und mit seinem Charisma den politischen Acker der Stadt Frankfurt so pflügte, dass wir seine Handschrift heute noch bewundern können.
Es grüßt Sie herzlich Horst Reber, der sich als Bürger mit Herz für Frankfurt wünscht, dass Sie mir meine Offenheit nicht übel nehmen.
Der Beitrag Bernadette Weyland: Treten Sie bitte mit noch mehr Mut zur OB-Wahl an. Eine selbstbewußte Frau wie Sie könnte der Stadt nur gut tun! erschien zuerst auf Horst Rebers Tag & Nachtausgabe.
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