Samstag, 19. August 2017

Heidel und Tedesco – zwei Fußballmänner, die ohne eigene Bundesliga-Spielerfahrung in der Bundesliga einen Top-Job machen

Christian Heidel, ehemaliger Manager von Mainz 05 und Domenico Tedesco, 31jähriger Ex-Jugendcoach (U17) vom VfB Stuttgart und späterer Retter der schon abgeschlagener Truppe von Aue, sind die beiden maßgeblichen Macher von Schalke 04, die sich für die gerade neu angelaufene Saison einiges vorgenommen haben. Sie machen keine großen Sprüche, verfallen nicht in die oft gehört Luftblasen des Geschäfts, sind kontrolliert – und vermutlich in dieser Saison gemeinsam erfolgreich. Wenn ich das mal sagen darf: Es freut mich. Beide sind echt. Keine PR-Proleten, sondern seriöse Vertreter des Fußballs, der Seriösität unbedingt braucht, um das Abwandern der seriösen Fans und Stadionbesucher zu stoppen. Schalke hat heute gegen einen finanziellen Ligakrösus (neben dem FC Bayern und Borussia Dortmund) 2:0 Toren gewonnen. RB Leipzig spielte gut mit, aber Schalke 04 sorgte für Zählbares in der Tabelle.

Vielleicht ist diese Erkenntnis nicht für alle Zuschauer relevant, aber für mich: Sowohl Tedesco wie Heidel sind schon immer auf dem Teppich geblieben. Beide haben nicht um Beifall für blöde Sprüche gesucht oder darum gebuhlt. Dieses Verhalten kommt in der Regel auch viel besser an, als wenn man sich als Dampfplauderer outet und dann auch oft gerne mal enttäuscht und – verliert. Ein gutes Beispiel von vorbildlichem Verhalten. Von Christian Heidel kennt man diese Haltung schon aus Mainz. Er hat sich auf Schalke nicht verformt, was innere Stärke bei diesem Verein voraussetzt. Denn der Ball am Fuß im Paradies des Fußballs ist verdammt verführerisch mitten in der Öffentlichkeit mit jungen heißblütigen Reportern, die meistens alle massiv danach trachten, einem die ganz große Geschichte für Schlagzeilen aus dem Kreuz zu leiern, um bei seinem Redaktionsleiter Pluspunkte zu sammeln. Man kennt das. Ist alles legitim und menschlich, allerdings selten so gut, dass man auf diesem Trip mit Selbstdarstellungsversuchen länger bleiben sollte.
Heidel und Tedesco könnten sich für Schalke 04 zum Glücksgriff entwickeln. Sie passen bestens. Nicht nur wegen des heutigen Sieges über den zweifelsohne bärenstarken RB Leipzig, der in seiner Truppe Riesentalente ins Trikot des RB gesteckt hat. Nein, um keinen Irrtum aufkommen zu lassen: Der Sieg von heute ist nicht entscheidend. Vielmehr der Umgang mit der Wirklichkeit. Und da gebe ich beiden Vertretern von Schalke 04 Pluspunkte, die weit über die taktische Einstellung ihrer Mannschaft hinausgehen. In jedem Spiel gibt es Momente von Glück, Pech, Unvermögen und Können. Christian Heidel und Domenico Tedesco möchte ich heute zum Auftakt der neuen Saison mit ihrer Mannschaft das wünschen, was man mit Können und solidem Verhalten erreichen kann: Viel Erfolg. Horst Reber

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Freitag, 18. August 2017

Kaum ein Tag ohne Anschläge mit vielen Todesopfern / Gedenkminuten sind nur ein schwacher Trost /

Bislang 13 Todesopfer bei einem Anschlag auf der Las Ramblas, der größten Einkaufsstraße, in Barcelona. Es waren wie immer unschuldige, zufällige Opfer, die sich gerade dort aufhielten. Attacken mit mit Todesfolge gehören inzwischen zu unserem blutigen Alltag auf der Welt. insbesondere Europa muss täglich in einer größeren Stadt mit solchen brutaten Attacken hirnloser Krimineller rechnen. Unsere Welt wird immer öfter von unsäglicher Gewalt unterschiedlicher Art heimgesucht.

Am laufenden Band erleben wir Gedenkminuten, die jedoch das Problem nicht lösen können, höchstens Tränen fließen lassen. Normale Menschen verstehen diese und damit unsere Welt nicht mehr. Bürger vermeiden es zu großen Anlässen mit vielen Menschen zu gehen, weil die Furcht vor Anschlägen sie abhält. Dahinter steckt System, darf man inzwischen nicht nur vermuten, sondern auch erklären. Weil es stimmt. Es gibt bislang noch personell nicht klar erkannte Köpfe, die Europa in ständiger Angst halten wollen. Die Polizei, die Sicherheitselemente und die Geheimdienste sind aufgerufen, alle Erfahrungen auf diesem Sektor zusammenzulegen, um diesen Barbaren unserer Zeit das Handwerk zu legen, sie aufzudecken und gnadenlos an den Pranger zu stellen und zu bestrafen. Europa darf nicht nur ein Wort für politische Selbstdarstellung einiger Politiker sein. Dass bei uns die Angst täglich wächst und solche Kräfte wie beispielsweise des Islamischen Staates, genannt „IS“, mit Zulauf junger ungebildeter Menschen in ihren Kreisen weiter ohne Gewissen morden können. Quasi gestern London oder Paris, nun Barcelona mitten. Alles Städte und Metropolen, die man mitten ins Herz trifft. Blühende Zentren der Lebensfreude. Gewalt und gewaltige Sprüche mit Drohgebärden geistern dazu durch unseren Planeten.

Aber machen wir uns nichts vor. Weder die Machthaber Trump noch Erdogan oder auch Putin, um drei zu nennen, gehen in der Öffentlichkeit mit guten Beispielen voran. Ihren Worten folgt permanent jede Menge Pulverdampf. Und Hinweise auf Maßnahmen mit Gewalt.

Sie sind alles andere als Vorbilder für eine normale friedliche Welt. Der Bürger muss erkennen, dass auf seinem Rücken ständig mit aller Brutalität der Anstand, die Moral und die Lebensfreude zerstört werden. Also das Leben, das wird wir Normalos alle lieben und das uns eigentlich viel bedeutet. Wie lange noch? Die Kriegshandlungen in den großen Städten sind ein unerträglicher Psychokrieg. Die Ergänzung von Terror mit Brandschatzung.
Horst Reber

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Dienstag, 15. August 2017

Die Schande des Fußballs: Feuer auf den Zuschauerrängen, Wurfgeschosse auf Menschen, Terrorszenen wie in Kriegsgebieten

Das DFB-Pokalspiel zwischen Hansa Rostock und Hertha BSC (0:2) endete für alle Fußballinteressierten in einem Stadion voller Feuer und Rauch und Chaos. Für eine Viertelstunde wurde des sogar vom Schiedsrichter unterbrochen. Schade, dass weitergespielt wurde. Ein Generalabbruch hätte dem Ganzen besser zu Gesicht gestanden. Diese kriegsähnlichen Szenen darf der DFB nicht länger hinnehmen. Das sind sonst lediglich Ermunterungen für neue Krawalle in Fußballstadien, ausgelöst von kriminellen Zuschauern, die ihren Spaß weniger am Fußball denn an Angst und Schrecken in einem Stadion mit vielen Menschen finden. Auch als TV-Zuschauer kann man solche Bilder nicht mehr akzeptieren, auch aus sicherer Entfernung zu Hause am Bildschirm. Jetzt ist ein Zeitpunkt erreicht, der den offiziellen Gestaltern des Fußballs, nämlich dem DFB, die Möglichkeit eröffnet, neue Seiten gegen solche Gewalttäter aufzuziehen. Wenn im Fußball inzwischen 222 Millionen Euro für einen Spieler wie Neymar akzeptiert werden, dann sollten DFB, UEFA und FIFA endlich ernsthaft nach Wegen suchen, solche Gewalt in Griff zu kriegen bzw. zu unterbinden. Ich denke, dass dies nur noch mir knallharten Strafen gegen Täter zu bewerkstelligen ist. Dann muss die Fußballadministration halt mal zusammenstehen und ein nicht zu übersehendes Zeichen setzen. Wenn in diesem Spektakel namens Fußball so unendlich viel Kapital fließt, dann kann man auch personell verstärkt mit Sicherheitskräften in Zivil und technischen Hilfsmitteln dienen, um dieser kriminellen Vereinigung Herr zu werden.

Würden in Theatern oder Konzert-Hallen solche Auswüchse innerhalb der Zuschauer stattfinden wie bei einem Fußballspiel möglich, dann wäre die Sache vermutlich relativ schnell beruhigt. Abführen, Strafanzeige, Verurteilungen scheint inzwischen der letzte Ausweg zu sein. Als in den 50erjahren der aus den USA gekommene Rock`n Roll mit Bill Haley oder Elvis Presley einige Fans total aus dem Ruder laufen ließ und Mobilar in diversen Hallen mutwillig zerschlagen wurde, griff der Gesetzgeber ruckzuck ein. Die seriösen Veranstalter strichen diverse Konzerte von ihren Tournee-Planungen, um ein eigenes Zeichen zu setzen.

Meine Frage: Was hält den DFB davor zurück, nicht auch endlich klare Handkante gegen Krawallinszenierungen unter organsierten Gruppen, die sich als Fans „verkleiden“, zu zeigen. Fußball ist zwar ein großes Geschäft und von diesen Tätern aber mißverstandener Volkssport. Beides darf man aber nicht irgendwelchen bislang unbekannten Gewalttätern als Feld für persönliche nicht nachzuvollziehende Muskel- und Phyro-Spiele mit Bengalos und miesen Gefühlsregungen nebst Muskelspielen übler Art überlassen. Welcher Familienvater oder welche Mutter kann heute noch Sohn, Tochter beruhigt in ein Bundesligastadion gehen lassen? Die Vereine sollten sich endlich bis in die Amateurklassen in diesen Fragen aber auch einig sein. Und zwar mit den Spielern, die dazu auch einen Beitrag in der öffentlichen Wahrnehmung leisten sollten. Es geht letztlich auch um deren Beruf, deren Existenzgrundlage. Was zu Lasten einer Sportveranstaltung inzwischen alles zum Teil achselzuckend hingenommen wird, hat keinerlei Toleranz verdient. Die Vereine müssen alle einen Beitrag für gemeinsames Handeln zwecks Fußballfrieden leisten. Ein Gipfel „Terror im Fußball – jetzt ist Schluß“ ist längst überfällig. Siehe jetzt auch wieder die Kriegsszenen in Rostock, die problemlos im Rückblick auch auf andere Städte übertragen werden können. Weder der Staat noch der mißbrauchte Fußball oder der normale Zuschauer, der sich auf jedes friedlich ablaufende Spiel freut, können sich diese brutale Stadion- und Zuschauergewalt einiger weniger, aber organsierter Krawallbrüder, länger gefallen lassen. Viele Bürger haben inzwischen auch schon die Lust an diesem Spiel verloren.
Horst Reber

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Sonntag, 13. August 2017

Rekord! 64 000 Läufer und Läuferinnen in Frankfurt für einen guten Zweck unterwegs: Danke, Frankfurter!

Auf diese Zahl bin ich als Frankfurter Journalist ziemlich stolz: 64 000 Menschen unterschsiedlichen Alters zogen sich heute Abend die Laufschuhe an zum J. P. Morgan-Charity-Lauf über 5,6 Kilometer Stadtasphalt an. Und alle, soweit bislang bekannt, kamen auch glücklich ins Ziel. Diese sportliche Breitensportveranstaltung schmückt Frankfurt, die Region und den Sport insgesamt. Das ist eine Energieleistung, die Frankfurt sportiv mit Gesundheitsapekten adelt. Mir liegt es sehr am Herzen, allen Firmen, allen Teilnehmern ganz herzlich zu danken. Das sind Schlagzeilen, die unseren Planeten erhellen und menschlich machen. Anstelle von kriminellen Schlagzeilen, die nur schlechte Gefühle verursachen, mal nur Positives. Da haben sich 64 000 Menschen durch die 5,6 km Innenstadt der Weltmetropole Frankfurt gequält. Und der Erlös, der von vielen Firmen kräftig unterstützt wurde, kommt sinnvollen Objekten für Menschen zugute. Das ist ein Wort, das ist ein Fakt, der begeistert.

Was für eine schöne Atmosphäre schon viele Stunden vor dem Startschuss in der City. Überall heitere Mienen, bewegliche Menschen, die sich voller Begeisterung mit mehr Bewegung als sonst auf dem Asphalt auf den Start vorbereiten. Totale Gemeinsamkeit herrscht vor, nicht nur in der sportiven Kleidung mit dem Aufschrift J. P. Morgan. Das Bild war bunt. Lange Hosen, kurze Hosen, Strümpfe, Lange Socken oder gar nichts. Klar, diese Bank, die dahinter dieser professionell organisierten Veranstaltung steht, hat eine gute Werbung. Eine mit viel Sympathie. Noch mehr empfinde ich aber generell die guten Gefühle, die für die ganze Stadt rüberkommen. Weil es eine Frankfurter Veranstaltung ist. Ein Event mit Herz und Bewegungsfreude. Adrenalin pur ist unterwegs gewesen. Begeisterung für Körperlichkeit. Nicht nur in den Gelenken oder der Muskulatur der Hobby-Athleten, sondern auch ganz speziell in den Köpfen. Da kribbelte es vor guter Laune in der Stadt.

Vom Opernplatz bis zum Römerberg oder rund um das Mainufer – überall strahlende Gesichter. Und Konzentration. Man ist schließlich beiner der größten Veranstaltung dabei, die in Frankfurt je für die breite Öffentlichkeit inszeniert wurde . Mehr denn je beherrschten Laufschuhe den Frankfurter Asphalt. Der Frankfurt-Marathon ist quasi der Vorlauf für diese Übung der Allgemeinheit. Ältere, Jüngere, Männer, Frauen, Jugendliche, Dünne, Dicke, Athletiker, Buchhalter-Figuren und Topsportler. Alles war dabei, um mit der Aufschrift ihrer Firmenheimat auf dem T-Shirt durch die Stadt zu rennen und ein wohltätiges Zeichen zu setzen. Solidarität en gros für gute Zwecke. Das ist ein Stück Frankfurt, das zählt. Ein Aspekt der Mainmetropole, der Menschen zusammenbringt und gute Gefühle erzeugt. Bei jenen, die mitgelaufen sind, aber auch bei den Bürgern, die zugeschaut haben. Die organisatorische Leistung verdient aller größten Respekt. Frankfurt vorne! Ich sage allen, die mitgeholfen haben, Danke. Diese Veranstaltung hat mich glücklich gemacht! Horst Reber

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Samstag, 12. August 2017

Harry Owens und seine schönen Träume, die er mit seinen Artisten dem Publikum schenkt/Fernando, der Glücklichmacher aus der „Leiter“

Die Gäste aus fast 30 Jahren an der gastronomischen Front des Frankfurter Top-Restaurants „Leiter“ kennen Fernando Mezzadra nur freundlich, höflich, flink und kompetent. Heute wird der freundliche Mann 69 Jahre alt. Okay, noch keine runde 70 als Jubiläum. Aber ist nicht jedes Jahr stets ein Grund, nette Menschen zu beglückwünschen? Ich finde JA. Deshalb gilt heute dieser kleine Beitrag einem Mann, der als Leuchtturm in seiner dienenden Branche bezeichnet werden muss. Fernando Mezzadra ist ein Aushängeschild für die Branche von Lucullus, dem ach so verführerischen Schlemmergott, der leider die Menschen dazu verführt, immer ein bisschen mehr zu essen als ihnen vom Gewicht her gut tut. Aber vergessen wird das schnell mal, denn dafür ist Fernando nicht verantwortlich. Er kümmert sich generell um das Wohlbefinden, natürlich auch das satte für Menschen, die uch locker 4 Gänge verputzen können. Fernando und auch seiner Kellner-Brigade als Gast in der „Leiter“ zu begegnen, das heißt vom ersten Moment Begegnung mit gastronomischer Freundlichkeit, die es nicht überall gibt. Dafür aber in der „Leiter“, die insbesondere die etwas anspruchsvolleren und meisten auch betuchteren Gäste der Stadt Frankfurt, die auf eine exzellente Küche Wert legen, Einheimische und informierte Touristen anzieht. Was heißt das alles: Diese Art von Gastro-Vertretern sind für die Stadt Frankfurt ein sicherer Gewinn. Dafür muss auch die Stadtpolitik dankbar sein. Frankfurt wäre arm dran, gäbe es nicht diese Spezies rund um die Küche und das, was man Gastfreundschaft nennt.
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Das Foto zeigt Fernando Mezzadra (links) gemeinsam mit Traumtyp Harry Owens, auch ein Glücklichmacher unserer Zeit mit dem berühmten Traumtheater, das derzeit in Heringsdorf mit seinen Artisten gastiert und einstmals schon vor über 30 Jahren besonders in Frankfurt den Erfolgsweg als Veranstalter schöner Stunden für viele Menschen gefunden hat.

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Sonntag, 6. August 2017

Die Eintracht und der FSV Frankfurt im freundlichen Blickpunkt / Kunter und Lutz hatten Erzählstunde in der Commerzbank-Arena

Über 40 000 Zuschauer in der Frankfurter Commerzbank-Arena, als die Eintracht als Hausherr den Nachbar aus der 4. Liga, den FSV zum Auftakt der Saison in einem Freundschaftsspiel mit vorangehendem bunten Unterhaltungs-Programm, vor allem auch für Kinder empfing. 5:2 lautet das Endergebnis eines flotten Spiels, das natürlich die Bundesligamannschaft der Eintracht dominierte. Aber das war nicht das Wichtigste. Viel nutzvoller war allein die Tatsache, dass man das Publikum gemeinsam an die Hand nahm, um für die nächsten Punktspiele Wohlwollen und Respekt herzustellen. In der Bundesliga wie auch in der Regionalliga. Nicht nur mit dem Ball, sondern auch in puncto Zuneigung beim Publikum, das letztlich auch die neue Saison 2017/18 wieder mit gestalten soll und natürlich auch über Eintrittsgelder zu finanzieren.

Der herrliche Sonnentag trug mit dazu bei, dass die Stimmung in der Arena prächtig war. Es war ein Volksfest mit Ball und viel Drumherum. Das hat nicht nur Eintracht-Coach Niko Kovac und seinem neu aufgestellten Team, sondern auch dem FSV-Tross als Gast en bloc gefallen. Das war erfreuliche Werbung, die ausnahmsweise nicht nur die Euro-Abermillionen an Ablösesummen oder Gehältern im direkten Blickfeld hatte, wie das in den vergangen Wochen dauernd der Fall war. Was eigentlich bedauerlich und zugleich ärgerlich ist. Die Diskussionen in dieser Sportart drehen sich leider Zwischenzeit viel zu oft nur um Geld. Als wenn neben dem Geld nicht noch viele andere Faktoren bei den Vereinen insgesamt Relevanz mit bedeutenden Pluspunkten hätten.

Beispielsweise die Freude, ein vernünftigen, ein spannendes Fußballspiel zu sehen. Mit Technik und Bravourstücken, mit raffinierten Spielszenen und auch Fairness. Ja, richtig gelesen.

Fußball ist auch eine Basis für gelebte und vorgeführte Fairness, die für mich das Gegenteil von Egoismus bis zur Brutalität ist.
Sagen wir der Eintracht heute einfach mal Danke und gratulieren zu dem Tageserfolg mit über 40 000 Zuschauern, wobei die Eintracht-Geste, dem FSV 150 000 Euro zur besseren Finanzlage am Bornheimer Hang als Geschenk aus diesem Ereignis des Tages zu überlassen, fair ist. Beide Vereine repräsentieren mit Kickers Offenbach als direkten Nachbarn die Rhein-Main-Metropole. Und wenn man nur sich selbst sieht, dann hat man das Leben als ein Miteinander noch nicht begriffen. Vereine sind häufig Lieblinge der Bürgerschaft, zumindest auf der sportlichen, der lokalen Ebene wie auch der Historie. Deshalb müssen sich auch die Protagonisten so verhalten, dass keine bösartige Kritik aufkommt. Diese können auch vieles was gut war kaputt machen.

Wer in seinem Leben keinen Verein liebt oder zumindest sich bei Erfolgen mit einem freut, dem fehlt etwas im Leben. Finde jedenfalls ich. Und da stehe ich garantiert nicht allein mit meiner Meinung, die ich hier an dieser Stelle mit einem Kompliment an die Vereinsakteure auf dem Rasen und auch daneben beende. Die Saisoneröffnung hat Spass gemacht! Danke!

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Donnerstag, 3. August 2017

Legenden im Museums-Forum der Commerzbank-Arena: Ein Friedel Lutz mit Dr. Peter Kunter sind Goldstücke in der Vereinsgeschichte…

Es ist Mittwoch, 14.35 Uhr: Kaffeeplausch im Frankfurter Eintracht-Museum. Vorweg: Ein Genuss mit ehrlicher von Hand geschlagener Sahne und Nähkästchen-Ereignissen von Friedel Lutz und Dr. Peter Kunter. Beide sitzen auf bequemen Sitzwürfeln, beiden sieht man an, dass sie sich in Anwesenheit ihrer Frauen auf diese Begegnung mit Eintracht-Fans an diesem Nachmittag auf Einladung von Museumschef Matthias Thoma, einem intelligenten und total Fußballaffinen Sympathiekus freuen. Die Eintracht hat Geschichte und Geschichten. Neben den vielen Pokalen aus allerlei Wettbewerben der Ver Vergangenheit, die auch im Museum hinter Glas inklusiv des in einem Glaskasten gesicherten Endspielballs aus hellbraunem Leder aus dem Meisterschaftsendspiel von 1959 zwischen der Eintracht und dem Nachbarn Kickers Offenbach, das bekanntlich die Frankfurter als Sieger erlebte.
Friedel Lutz, dessen erste Fußballstation in ganz jungen Jahren Bad Vilbel war, strahlt Energie und Lockerheit aus. Graues, kurzgeschnittenes Haar, blitzende Augen. Ja, der Friedel, das war schon eine ganz große Nummer mit und ohne Ball. Während heute die jungen Spieler meistens in einem schnittigen Sportwagen zum Training vorfahren, kam Friedel Lutz zu jeder Trainingseinheit 1956 bei der Eintracht mit dem Fahrrad. „Für die Kondition war das schon damals vernünftiger. Mir hat dies nicht weh getan. Alte Eintrachtler erinnern sich: Wenn Friedel Lutz einem durchgelaufenen Stürmer hinterhergerannt ist, dann hat er ihn auch fast immer noch gestellt. Immerhin lief er unter elf Sekunden auf 100 Meter in Kickschuhen. Als Leichtathlet, wie einst Vorzeige-Eintrachtler Alexander Loulakis, den man „Stuhl“ ob seines Laufstils nannte, hätte er auch wie einst Armin Hary Deutschland begeistern können, so schnell war der Friedel.
Wie war das damals 1959 in der Oberliga Süd mit der Konkurrenzsituation Kickers Offenbach? Matthias Thoma, der im Gegensatz zu manchem eitlen heutigen TV-Reporter als Talker thematisch voll im Bilde ist, kann sich auf das Gedächtnis von Friedel Lutz verlassen: „Wir Eintrachtler waren drei Wochen vorher noch vor den Kickers in der Tabelle auf Platz 1. Aber auf einmal patzten die Offenbacher – und wir waren später die gefeierten Helden.“

Und wie ist die Erinnerung später an Real Madrid, das legendäre Europa-Cup-Endspiel, das bekanntlich 7:3 für die Madrider mit Puskas und Gento sowie Santamaria endete. Und nach hartem Kampf, auch wenn das Ergebnis dies nicht unbedingt signalisiert, die Madrilenen natürlich glücklich, aber uns auch nicht unglücklich machte?

Friedel Lutz, als Schlitzohr bekannt, lächelte versonnen vor seiner Antwort seine Frau Helga an, um dann verschmitzt zu sagen: „Da habe ich noch die Erinnerung an einen Madrider Spieler im Gedächtnis, der tatsächlich vor dem Spiel fragte: Wo ist eigentlich dieses Frankfurt?
Nun, inzwischen sind alle diese Fragen geklärt. Und mit Real Madrid gibt es auf Grund vernünftiger Funktionäre auf beiden Seiten eine sehr sympathische Vereins-Freundschaft, die übrigens auch Aufsichtsrat Wolfgang Steubing sehr gut gefällt. „Von solche Momenten darf man noch lange zehren, hoffentlich kommen neue dazu“.
Für Peter Kunter, der inzwischen noch mehr als früher kompakt wie ein Geldschrank auf dem Hocker mit Adleremblem sitzt, ist es keine Frage: „Ich wäre als gebürtiger Hesse gerne schon viel früher zur Eintracht gestoßen, aber es interessiert sich niemand so recht für mich als Torhüter. Und so landete er damals in Südbaden im Waldumkränzten romantischen „Mösle“-Stadion des Sstadtteils Littenweiler beim Freiburger FC, der dort auch ob seiner honorigen Vorstände viel Ansehen genoß. Aber der FFC kickte in einer Liga unter der Eintracht, was den Studenten und späteren Zahnarzt Dr. Peter Kunter nicht störte.

In Freiburg entwickelte sich Kunter zum Star – und zu einer Persönlichkeit, dessen Stimme in der FFC-Mannschaft und im Verein generell gehört wurde. Und nach drei Jahren kam das Angebot aus Frankfurt, was dann auch passte. Kunter konnte am Main seine Studien fortsetzen und viele so genannte Bälle auf seinen Kasten zur Freude der Eintracht-Fans festhalten. Sein erster Trainer am Main war Elek Schwartz. Kunter lobte: „Ein kerzengerader Fachmann.“

Es wurden viele Daten mit Bildern der Vergangenheit in dieser Plauderrunde offenbart. Eines der wichtigsten Spiele fand in der nachbarlichen Lederstadt auf dem gefürchteten Bieberer Berg statt, wo am Ende der Saison dann die Eintracht mit 2 Punkten Vorsprung Meister der Oberliga Süd vor den Kickers wurde. Im Publikum flachste ein ergrauter Gast mit glänzenden Augen: „Der Main-Fußball zeigte damals den Spitzenclubs aus dem gefürchteten Westen, was mit Ebbelwei im Blut sportlich alles möglich ist.“

Alles Geschichten, die Charme, Spannung und Unterhaltung beinhalten. Ich habe mich auch sehr gefreut. Deshalb war dieser Oldie-Treff auch wieder ein Nachmittag, der viel hergegeben hat und Fußballherzen höher schlagen ließ. Weil einfach schön. Auch die Einladung zu Kaffee und Kuchen. Matze Thoma sei Dank. Horst Reber

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