Sonntag, 10. September 2017

Offenbachs Bürger müssten sich eigentlich zum großen Teil schämen: Nur 30,6 % Wahlbeteiligung bei der heutigen OB-Wahl 2017

Die Stadt Offenbach ist und war schon früher über Jahre eine nicht leicht zu regierende Stadt. Wenn es um Stadt-Politik und normales Verhalten im bürgerlichen Sinne geht, hat Offenbach aber mit dem Wandel in unserer egomanen Gesellschaft – nach dem Motto „Ich, und nochmals ich“ noch weiter abgebaut. Was jedoch kein OF-Phänomen ist, sondern eine bundesweite höchst bedenklich Entwicklung. Nur zur Klarheit: Felix Schwenke (SPD)

Mag sein, dass der Offenbacher auf Grund der immer schwieriger werden Politsachlage sehr unsicher ist, aber das lassen wir mal offen. Zur Sache: Felix Schwenke (SPD) erhielt 43, 3 % der Wählerstimmen. Peter Freier als CDU-Herausforderer (28,4 % ) und Peter Schneider von den „Grünen“ kam auf 14,2 %. Die restlichen Ergebnisse überlassen wir dem persönlichen Interesse und dem Internet. Dass Wahlbegeisterung nicht aus dem Vollen geschöpft wird, das weiß inzwischen jeder Bürger soweit er medial einiger maßen im Bilde ist. Dass engere wirtschaftliche Verhältnisse dem Bürger immer weniger Freiraum für positives Denken schenken, könnte ein Grund für Unlust beim Wählen sein. Glaube ich aber eher nicht.

Der Bürger an sich erhebt letztlich immer neue Forderungen, die sein Stadtleben mit der Familie verbessern helfen. Ob es um Schul- und Kitaplätze für Kinder geht, Straßenverbesserungen, neue Kulturprogramme, bessere medizinische Versorgung oder neue Feuerwehrautos für Katastrophenhilfe und vereinfachtes Bürgerwohl. Aber der Bürger stellt sich eher träge und (mit Ausnahme von Fußballfans, wenn es um die Kickers auf dem Bieberer Berg geht) beliebig zurückhaltend in seinem Meinungsbild dar. Zumindest bei Wahlen. Ausnahmen bilden natürlich auch hier die Regel.

Aber ich erlaube mir zu sagen: Die Stimmenauszählung der aktuellen Offenbacher Oberbürgermeisterwahl 2017 für die Nachfolge von OB Horst Schneider ist für mich ehrlich gesagt beschämend. Eine Wahlbeteiligung von nur 30,6 % am heutigen Wahl-Sonntag wirft doch die Frage auf: Haben die Offenbacher zum großen Teil die Beziehung zu ihrer Stadt Teil verloren? Ist hier eine eigentlich normale Respekt- oder Freundschaftsbeziehung zu seinem Standort am Aussterben? Oder hat sie inzwischen ein Niveau erreicht, dass man sich leider bei normal entwickeltem Gewissen schämen muss? Die Beliebigkeit im Denken und Tun ist es, die mir sehr zu denken gibt. Die Leidenschaft und die bürgerliche Verpflichtung tritt wohl eigentlich nur noch glaubwürdig dann zutage, wenn die Kickers auf dem Bieberer Berg ein Tor schießen und das Stadion dann vor Freude wackelt. Ist das nahezu alles, was aus Offenbacher Gefühlen und einer OF-Brust kommt, wenn es um ihre Stadt geht?

Jeder Bürger, auch die Neubürger, sollten sich damit mal sachlich und in aller Ruhe auseinandersetzen. Ich gebe zu, dass Politik ein leidvolles Geschäft ist. Für Macher, aber auch für Bürger. Das war in den vergangenen 30/40 Jahren nicht viel anders. Nur die Hinwendung zur Stadt, also dort wo man wohnt, wo man seine Kinder zur Schule schickt oder wo man sich gerne mit Freunden trifft und Gefühle aus unterschiedlicher politischer Richtung austauscht, ist immer tiefer gesunken. Wie eine absterbende Liebe als Basis und Argumentation?

Ist unsere Zukunft bzw. die der Stadt Offenbach mit über 130 000 Bürgern beliebig wie eine Wiese im Umland, die vom Bauer nicht mehr gedüngt und gemäht wird? Eine dröge Sache ohne jedes Herzblut und passende Verantwortung?

So wie es inzwischen leider aussieht, muss man dies immer mehr befürchten. Wie wollen wir Kommunalpolitiker oder ein Stadtoberhaupt kritisieren oder auch motivieren, wenn solche Wahlergebnisse am Ende einer Wahl als Ergebnis vorliegen? Ist das der Bürger-Dank für viele gute kommunale Entscheidungen und Verbesserungen im Rathaus im Sinne einer Bürgerschaft? Kommunalpolitik ist doch wesentlich mehr als ein Platz für Gleichgültigkeit. Jedenfalls in meinen Augen und auch in meinem Denken. Mir tun die Kandidaten leid, die sich von solcher Haltung begleiten lassen müssen. 2011 war die Wahlbeteiligung mit 25,2 % zwar noch geringer. Aber diese kleine Verbesserung der Wahlbeteiligung in diesem Jahr empfinde ich nicht als Beruhigung. Horst Reber

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Sonntag, 3. September 2017

Das ARD-Kanzlerduell im in der ARD heute Abend – wo waren da eigentlich gescheite und gut informierte Talker?

Nein, Sender ARD: Das war kein Beitrag, der die Zuschauer befriedigen konnte. Das war 08/15-Fragespiel ohne Landes- und EU-Qualität, die solch eine Sendung allerdings benötigt, um ernst genommen zu werden. Herr Kloeppel, fast eingeschlafen und inkompetent. Früher waren Sie ein ganzes Stück journalistischer! Frau Illner und Frau Maischberger: Wenig Gehalt in den Fragen, die den Anspruch erheben könnten, ein großes Publikum zu interessieren. Schade. Chance für Imagegewinn mit Polit-Fragen verpasst. Herr Strunz: Waren Sie eigentlich die ganzen eineinhalb Stunden mit in der Runde? Ich frage micht: Hat es vorher für alle Beruhigungstee gegeben?

Und zu Bundeskanzlerin Angela Merkel: Auf alle Fälle auch in den Details der Diskussion glaubwürdiger als Martin Schulz, der sich leider ständig wiederholte, um vermutlich die Frage nicht zu vergessen. Inhalts- und Sympathiebonus insbesondere für das Journalisten-Quartett leider nur ganz gering genutzt. Deshalb die Note ausreichend bis mangelhaft. Wollte man oder konnte man nicht? Mein Eindruck: Angela Merkel, die im übrigen auch an solchen Tagen mit brisanten TV-Terminen hart arbeiten muß, hielt sich klugerweise etwas zurück und machte eigentlich keine Fehler.

Nun mag man über meine Meinung streiten, aber sorry: So sehe ich das. Das waren alles Talker, die viel Erfahrung haben und gerne auf den Putz hauen. Diese Sendung wird von bundesweit bekannten Journalisten gestaltet. Es gibt in der Tat Bessere und Informiertere. Raus kam über den ganzen Abend leider verdammt wenig. Immerhin hatten sie eineinhalb Stunden Zeit.

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Die Flieger-Bombe von Frankfurt – ein Ereignis, das an keinem Bürger ohne Ängste vorübergeht: Helden haben viel Bewunderung und Dank verdient

Ein Sonntag wie noch nie in Frankfurt: Eine zufällig gefundene Fliegerbombe mit intaktem Zündmechanismus sowie gewaltiger Sprengkraft, die im Explosionsfall viele Menschen in den Tod reißen könnte sowie riesigen Schaden an und in Häusern der Umgebung im Radius von 1,5 km anrichten könnte, hielt am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein die Mainmetropole in Atem. Experten versuchten den ganzen Mittag, die Zünder aus dem Riesenexemplar herauszuholen, was sich jedoch als sehr schwierig gestaltete.

Der Hessische Rundfunk berichtete stundenlang über diese Sprengarbeiten und verdiente sich mit einer kompetenten Mannschaft vor Ort ein ganz großes Kompliment für seriöse Berichterstattung und einer Information, die den Menschen Aufmerksamkeit und auch eine gewisse Beruhigung schenkte, also Panik half zu vermeiden. Dafür und insbesondere den vielen Helfern bei dieser Mammut-Aktion im Stadtgebiet mit Polizei, Feuerwehr, Rettungssanitätern und vielen weiteren Einsatzkräften in der Organisation dieses gewaltigen Kraftaktes über viele – jetzt um 18 Uhr am Sonntag noch andauernde Maßnahmen – ein ganz großes Dankeschön. Für Mut, Ausdauer und Stehvermögen zwecks Schutz von rund 65 000 Bürgern in dem Explosionsgefährdeten Gebiet rund um den Campus der Stadt. Polizeipräsident Gerhard Bereswill, Jahrgang 1957, der seine ersten Schritte in Uniform des Bundesgrenzschutzes von Fulda aus machte, um dann kontinuierlich bis in die höchste Polizeihierarchie aufzusteigen, ließ beim hr erkennen, dass er die Besonnenheit in Person ist. Man spürte das Maß der Verantwortung, das auf seinen und denen seiner Beamten/Beamtinnen und Polizeikräfte an diesem Tag ruhte. Allerdings merklich getragen von Wissen und Geduld für die höchst gefährliche Aufgabe für alle Helfer an diesem Tag – bis zu den Fahrern der vielen Krankenwagen, die sich darum kümmerten, alte und hilflose Menschen aus ihren gefährdeten Krankenhäusern in sichere Quartiere bis zum Ende der größten Rettungsaktion der letzten Jahrzehnte in Frankfurt zu holen.

Es ist jetzt 18.10 Uhr in Frankfurt. Die Art und Weise imponiert auch Millionen TV-Zuschauern, die mit verständlichen Ängsten, aber auch viel Hoffnung fürs Gelingen, das sehr gut vom hr mit großer Mannschaft kommentierte und aktuellen Bildern aufgenommene Geschehen am Bildschirm verfolgen konnten. Ein aufregender Sonntag in Frankfurt für alle Einwohner, aber auch die vielen Bewohner außerhalb in ganz Deutschland. Hoffentlich geht alles gut. Horst Reber

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Samstag, 26. August 2017

Schade, Eintracht! Relativ gut gespielt, aber leider verloren. Ohne Alex fallen zuwenig Tore – bei so vielen Chancen

Nix war es mit dem ersten Saisonsieg von Eintracht Frankfurt. Die Jungs von Coach Niko Kovac finden auch in diesem Spiel das Tor nicht, obwohl sie davor gut gespielt, sehr schön kombiniert haben. Da sieht man wieder, was ein verletzter Alex Meier, der ruhige, unkomplizierte, aber dafür torgefährliche Stürmer, für ein Loch im Sturm hinterlässt. Er fackelt nie lange, er haut auf die Kugel drauf. Und trifft wesentlich öfter als jeder andere Kicker in der Mannschaft. Deshalb an dieser Stelle: Alex, werde bitte noch etwas schneller fit. Borreliose <(Zeckenbiß) ist kein Pappenstil. Eine oft sehr langwierige Prozedur für die Patienten. Haller, der neue Franzose, hat zwar gute Ansätze gezeigt, aber geholfen hat es leider nicht. Wenn das nicht in den kommenden Spielen nicht anders wird, dann macht die Torquote der Eintracht noch große Probleme. Trauriger Auftakt im eigenen Stadion vom Ergebnis. So wie das 0:1 heute gegen Wolfsburg nach Didavi-Tor gefallen ist, läßt sich allerdings auch wenig machen. Aber man hätte mit etwas Glück als Eintracht noch mindestens 3 eigene Treffer erzielen können. Schade, trotz gutem Spiel und auch gutem Willen, wie man deutlich gesehen hat. Aber Torjäger brauchen eben das ganz besondere Etwas. Niko Kovac, der relativ gelassen sowie guten Mutes in dieses Spiel gegangen ist, hat leider bis zur letzten Minute umsonst gehofft. An ihm und der Taktik lag es nicht. hre

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Donnerstag, 24. August 2017

Vorteil Boris Becker und Barbara Rittner im DTB: Diese Personalentscheidung mit unserem „Bobbele“ verdient ganz besondere Hochachtung!

„Es freut mich wieder eine wichtige Aufgabe im deutschen Tennis übernehmen zu dürfen“. Das sagte unser bislang größter Tennisspieler aller bisherigen Zeiten, Boris Becker (49), der IN London lebt, aber als 17jähriger einst aus dem badischen Städtchen Leimen (bei Heidelberg) in die internationale Tenniswelt gestartet ist – und dazwischen bis heute neben dreimaligem Gewinn von Wimbledon etc. viel erlebt hat. Nicht alles war schön, aber so ist das Leben, wenn man unterwegs auf manchen Querschläger trifft. Jetzt ist Boris Becker, der zuletzt öfter mal verkehrt auf dem Platz des Lebens stand, in die richtige Spurt und auf den echten Sand zurückgekehrt. Im Frankfurter Römer wurde er offiziell vom DTB als neuer „Head of Men´s Tennis“ mit seriösen Aufgaben für eine positive Entwicklung in seinem Sport der Erfüllung vorgestellt. DTB-Präsident Ulrich Klaus hat seine derzeit nach einer OP auf Krücken gekommene neue Galionsfigur als einen „Meilenstein“ der Zukunft im deutschen Tennissport vorgestellt. Alle Topspieler des DTB und insbesondere auch der Nachwuchs werden von Boris Becker profitieren, denn auf dem Platz ist er wahrlich ein Profi. Mehr als im privaten Leben, aber das zählt jetzt nicht mehr, darf man annehmen. Über 100 Journalisten aus aller Welt waren Zeuge dieser Personalentscheidung von DTB-Präsident Ulrich Klaus. Ihm und Boris darf man gemeinsam gratulieren und viel Erfolg ohne Blick zurück wünschen. Das Netzt ist jetzt wieder vorne – in der Mitte des Platzes und des Lebens.
Für die Damen gibt es auch eine personelle Erneuerung: Barbara Rittner (44), ehemalige Fed-Cup-Chefin wird ab sofort als Titel „Head of Women´s“ ins Tagesgeschäft mit dem kleinen Ball auf (meistens) rotem Sand einbringen. Auch eine kluge Entscheidung. Horst Reber

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Sonntag, 20. August 2017

Freiburg gegen Frankfurt – ein ganz normales Bundesligaspiel. Aber wo war in der Zweiten Halbzeit der Trauerflor?

Am Ende eines durchschnittlichen Bundesligaspiels stand es zwischen dem SC Freiburg und Eintracht Frankfurt 0:0. Ein korrektes Ergebnis von den Leistungen, wobei die Eintracht aus Frankfurt, die inzwischen personell international durchgetaktet ist und dem Zuschauer das Merken von Namen auch ziemlich erschwert. Freiburger Zuschauer haben es da viel einfacher, denn ihre Mannschaft besteht in der Mehrheit aus deutschsprachigem und deutschstämmigem Personal auf dem Rasen. Was die Verständigung zumindest in den ersten Wochen einer neuen Saison ziemlich erleichtert. Aber sei es drum, denn darauf kommt es nicht wirklich an.

Was mir als TV-Konsument aufgefallen ist: Der Trauerflor am Ärmel der Spieler, der zum Gedenken an die Opfer des grausigen Attentats von Barcelona mit 14 Toten vor dem Anpfiff als Ausdruck von Anteilnahme ausgegeben wurde, war bei Frankfurt zumindest auf dem Bildschirm für mich nicht mehr zu erkennen. Was schade und bedauerlich ist. Wenn schon, denn schon. Da sollte die sportliche Leitung doch nach meiner Meinung auch darauf achten, trotz des Streßfaktors einer Bundesligabegegnung. Das bisschen nach außen getragenen Respekts dürfte doch nicht allzu schwer fallen, wenn man solch eine Geste akzeptiert. Nach meiner Sichtweise hat sich Freiburg besser verhalten. Es sei denn, ich habe vor lauter Hingucken nicht mehr klar gesehen. Fußballer sind so populär und gefeiert. In solch einem Fall müssten sie eigentlich problemlos mitspielen können, wenn man diese Botschaft der Trauer und des Mitgefühls ernst nimmt und diese Äußerlichkeit auch als Geste des Respekts verstanden hat…

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