Donnerstag, 29. September 2016

Die Schnapsidee mit der Frankfurter Zeugenkarte – da schüttelt man als Bürger nur den Kopf und fragt sich: Was hat sich Herr Frank dabei gedacht?

Hauptsache Aktion! So empfinden viele Frankfurter, die jetzt mitbekommen hat, dass Stadtrat Markus Frank zwecks Sicherheit in der Stadt eine so genannte „Zeugenkarte“ der Öffentlichkeit vorgestellt hat. Also Verhaltensregeln, wenn „Mann/Frau“ etwas gesehen hat, das nach Polizei ruft. Man kommt mit dem Kopfschütteln nicht mehr nach. Frankfurt entwickelt sich kommunalpolitisch bei diversen Römer-Entscheidungen zur „Comedy-Metropole“. In diesem Fall mit der Zeugen-Karte wirkte sogar noch der Präventionsrat der Stadt mit. Also Menschen, die mithelfen wollen vorzubeugen. Beispielsweise auch bei Gewalttätern, bösen Buben, Trickdieben. Ein Blick auf diese kuriose Karte – und schon weiß jeder Zeuge, was und wie er als Zeuge bei einer Straftat, die er miterlebt hat,  auszusagen hat. Und was notiert er sich? Naiver gehts wohl nicht mehr. Fehlt eigentlich nur noch der Hinweis, dass man sich die Notizen mit Täterbeschreibung auch noch sofort oder kurz danach von Amtspersonen mal schnell abzeichnen läßt. Und mit diesem Zettel geht man dann in den Gerichtssaal, wenn es dann dazu kommen sollte. Dezernent Markus Frank darf ja jederzeit naiv sein. Aber bitte nicht im Amt. Frankfurt ist kein Provinzstädtchen, Herr Frank. Die Bürger leben in einer europäischen stark prosperierenden Metropole. Naive Politiker kann sich die Stadt eher nicht leisten. Es sei denn man lebt und handelt nach dem altbekannten Frankfurter Ebbelwei-Spruch: „Bevor isch misch jetzt uffresch, dann iss es mir liewwer egal…“ Mir ist es nicht egal.

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Mittwoch, 28. September 2016

Das tollste Parfüm hilft leider nicht – auf der Zeil riecht es nach Ärger, Unrat und Stadtkritik

Klaus Kobberger, 58jähriger Drogist mit sehr erfolgreicher Parfümerie-Karriere in zwei sehr angesehenen Dependancen in der Stadt Frankfurt, ist ein kontrollierter Mann der Tat: Nachdem seine Beschwerden bei der Stadt Frankfurt über das Bettler- und Obdachlosen-Unwesen  an der Zeil 127 in der Nachbarschaft der Hauptwache nie etwas gefruchtet haben, zog er die unternehmerische Reißleine: „Nichts wie weg. Hier ändert sich doch nie etwas“.

So kam es, dass Klaus Kobberger entschieden hat, die bisherige Zeil-Adresse seines renommierten Parfümerie-Imperiums von der Hauptwache ab Februar 2017   ins  Thurn- und Taxis-Palais der benachbarten Großen Eschenheimer Straße zu verlegen. Die einstmals sehr gute Adresse gegenüber der Hauptwache hat sich in seinen Augen leider katastrophal geändert. Der Unternehmer, der in seiner Freizeit gerne ausreitet,  war mit dem Zustand und der ständig schlimmer werdenden Entwicklung vor seinem eleganten Geschäft in der City mit nunmehr 83jähriger Parfümerie-Tradition nicht mehr einverstanden. Zuviele Pennbrüder, Trunkenbolde und aggressive Gruppierungen von unbekannten Leuten aus Ost-Europa haben ihn jetzt dazu veranlasst, sein bisheriges Domizil zu verlegen. Der Entscheid fiel ihm trotzdem schwer. Eine Situation mit neuen Wechsel-Gedanken aus ganz sachlichen Erwägungen, die dem Kaufmann nicht leicht gefallen sind, wie auch all seine Stammkunden wissen.

Kobbergers  neues Standortglück liegt rund 250 Meter weiter in Richtung Große Eschenheimer Straße, direkt im Südflügel des historischen Palais Thurn und Taxis. Sein Credo: „Ich kann die Entwicklung vor dem Geschäft nicht mehr mit ansehen, das ist Kunden auf Dauer nicht mehr länger zuzumuten.“ So wird er mit seinen über 20 langjährigen Mitarbeitern umziehen, um im neuen Jahr ab Februar seinem Anspruch als maßgebliches Geschäft im Einzelhandel mit klaren Vorstellungen für Qualität und Umfeld neu zu definieren. Mehrere Versuche, das unkontrollierte Bettlerunwesen vor seinem alten Geschäftsbereich mit städtischer Hilfe zu unterbinden sind leider fehlgeschlagen. Das heißt genau: Die Stadt Frankfurt rührte sich nicht.

Was zunächst als sehr ärgerlich erscheint, das könnte sich künftig zum Guten oder zum Besseren wenden. Das Thurn- und Taxis-Palais ist eine sehr renommierte neue Adresse in der Frankfurter Geschäftswelt. Zudem sind die Mieten erträglicher als bislang gegenüber der Zeil an der Hauptwache. Der Unmut könnte sich bis zum 100jährigen Jubiläum des Fachgeschäftes mit rund 25 Mitarbeitern in Glücksgefühle verwandeln. Aber die Stadt hat damit ihr Bettler-Problem keineswegs nicht gelöst. Oberbürgermeister Peter Feldmann scheint die Bedeutung einer attraktiven Innenstadt mit guten Geschäftsadressen allerdings anders zu sehen als Klaus Kobberger und sein in Frankfurt bekannter „Maitre de Parfüm“, Dirk Usener,  der bei seinen vorwiegend weiblichen  Kunden ob seiner Freundlichkeit seinem großem Fachwissen ein Star der Branche geworden ist. Die Kobberger-Mannschaft freut sich schon jetzt auf die neue Edeladresse im Thurn- und Taxis-Palais. Auch ihr war die jährlich anwachsende Anzahl schräger Gestalten vor dem Geschäft schon lange nicht mehr geheuer. Die Parfümerie in Sachsenhausen als zweite Adresse des Unternehmens bleibt wie gehabt.

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Dienstag, 27. September 2016

No Donald Trump, Yes Hillary Clinton? Aber ist das für die Amerikaner und die Weltpolitik die optimale Lösung?

Das erste US-Duell der Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton gegen Donald Trump brachte eigentlich keine neuen Erkenntnisse: Beide Kandidaten sind wie sie sind, haben sich nicht positiv verändert oder aus der Vergangenheit Wesentliches gelernt. So sah ich das TV-Spektakel der beiden Wahlkämpfer am Bildschirm. Als nicht betroffener Zuschauer, der Respekt vor den großen US-Leistungen hat, aber deshalb auch nicht verstehen kann, dass nur diese beiden Kandidaten nun das „Gelbe vom Ei“ für die US-Politik  sein sollen. Wo ist die gelassene Souveränität bei Trump, wo der besondere Intellekt, wie zuverlässig und wie besonnen ist dieser Mann in außergewöhnlichen Stress-Situationen? Dafür gab es keine erklärenden Anhaltspunkte in dieser ersten TV-Gegenüberstellung. Ist Hillary Clinton wirklich so berechnend kalt, wie sie oft auf dem Schirm erscheint? Kann diese Frau  als Nr. 1 für ein Land wie den USA und unserem unruhigen  Planeten insgesamt, also  weltweit, vorbildhaft bestehen?  Ansätze waren da – mehr aber auch nicht.

Unsere Sichtweise ist auf alle Fälle eine andere als die des amerikanischen Bürgers. Ich habe mich  für die Nacht von Montag auf Dienstag zum Auftakt  mit offenen Augen und interessierten Ohren vor den Bildschirm gesetzt. Viele Millionen und mehr haben sich dieses Spektakulum aus den USA angeschaut. Mein Zwischeneindruck: Ich  bin so skeptisch wie zuvor. Beide Kandidaten haben kein absolut überzeugendes oder herausragendes Format, wie es mir vorkam. Wobei mir allerdings Hillary Clinton als kluge Person, allerdings auch als sehr schwierige Persönlichkeit,  einmal mehr näher gerückt ist.  Trump ist ein lauter Hausverkäufer, der seine Provisionen  im Auge hat und seine Eitelkeit mit seinen begrenzten Darstellungstalenten befriedigen möchte. Nun, das geht und ging schon vielen  anderen Politbarden so. Trump oder Clinton? Die Ausgangslage scheint offen zu sein, mit leichten Vorteilen für Hillary Clinton.

Aber wir in Europa dürfen nicht vergessen: Amerika hat eine große Verpflichtung gegenüber vielen anderen Kontinenten. Beispielsweise in der Friedenspolitik. Menschen an der Macht sind andere Kaliber. Nicht nur gegenüber dem eigenen Land. Und dafür braucht die US-Regierung auch Politiker, die besonders fähig und weitsichtig sind. Im Zweifelsfall müssten sie sogar in der Lage sein, mit eigenen Entscheidungen die in Schieflage geratene Welt zu retten oder wenigstens wieder in die Waagrechte zu bringen. Das Anforderungsprofil ist heute noch ein ganzes Stück höher als zu Kennedys Zeiten. Kennedy war in brisanten Stunden, als der Frieden gefährdet war, sogar auf besonders geschickte Weise plötzlich „ein Berliner“. Das war nicht nur für Berlin eine großartige Entscheidung von höchster Stelle der Alliierten.  Wir können uns mit unserer deutschen Regierungsmannschaft im Vergleich zu den USA (noch) glücklich schätzen. Unsere Politiker sind transparenter und in meinen Augen auch berechenbarer.

Aber warten wir mal im Sinne der USA die nächsten TV-Shows aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten mal in Ruhe ab und beobachten das alles aus sicherer Entfernung. Bis wir dann bald selbst in der  Frage der Besetzung des Kanzlerstuhls und der Regierung in spe selbst sehr gefragt sind und hoffentlich auch unsere Stimme abgeben. Jeder trägt Verantwortung. Die Kandidaten ganz oben – wir Wähler hier unten.

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Montag, 26. September 2016

Keine Polit-Vorbilder aus den USA: Weder Trump noch Clinton könnten deutsche Wähler begeistern

Die Welt schaut in wenigen Stunden auf eine TV-Debatte zwischen  Donald Trump und Hillary Clinton –  beide Kandidaten hätten in Deutschland kaum eine Chance geliebt oder als Politführer  anerkannt zu werden.  Mister Trump mag ja an Dollars und Firmen reich sein – immerhin war er allerdings schon viermal pleite als Unternehmer – , aber es dürfte nur relativ wenige Germans geben, die ihm ihr Vertrauen schenken würden. Grund: Kein Format, das Gegenteil eines Vorbilds aus allen möglichen Blickwinkeln, keine Person des Vertrauens nach unseren Maßstäben.

Das Beste an  Frau Clinton ist in meinen Augen ihr Ehemann Bill, der Ex-Präsident. Sein Handicap in der öffentlichen Wahrnehmung zur Person. Sein präsidialer Freizeit-Gestaltungsstil war zuletzt auch nicht gerade das, was normalerweise  Vertrauen einflößt. Aber Bill, der rein politisch in seiner Amtszeit zumindest einen passablen und besonnenen Eindruck hinterließ,  hat inzwischen nichts mehr auf der großen Bühne zu vermelden. Und ansonsten? Wohl nur wenige Leute wissen genau, ob er und Hillary überhaupt noch das sind, was man unter einem normalen Ehepaar versteht. Aber das ist deren ganz persönliche Sache. Sei´s drum. Aber es sei gestattet, mal ganz nebenbei zu bemerken: Beide Kandidaten erfüllen keine Vorbild-Norm nach klassischen normal-strengen europäischen  Maßstäben, an Personen in diesen so wichtigen Ämtern. Ich gebe aber auch zu, dass es die Mächtigen unseres Planeten nicht nur im Amt, sondern auch drumherum verdammt schwer haben, immer gut anzukommen. Aber – und darauf kommt es an – beide brauchen Vertrauen in ihre Person, und zwar von von vielen Millionen Menschen. Beide  könnten bald ein Land regieren, das der Welt Hoffnung, Kraft und Vertrauen in die globale Zukunft gegeben hat und dies auch künftig geben soll. Der Wahlkampf hat allerdings für diese Vision noch wenig hergegeben. Als amerikanischer Staatsbürger würde ich bis zum Wahltag vermutlich nur mit schwerlastigen Gedanken einschlafen. Diese Voraussetzung gilt nicht nur bei den Amerikanern. Dafür spielen die USA generell eine viel zu wichtige Rolle in der Weltpolitik, im Frieden, in der Wirtschaft, der Hygiene und Zuverlässigkeit des politischen Lebens. Wir in Europa wissen doch, wenn Amerika an der Polit-Front versagt oder gravierende Fehler sich leistet, dann muss gleichzeitig auch Europa in bedeutsame faule Äpfel mit reinbeißen. Und genau dies macht vielen Menschen Angst.  US-Präsident   Obama war bislang aus unserer europäischen Sicht solide und berechenbar. Und sympathisch dazu. Aber auf was kann man bei Trump und Clinton in den Vereinigten Staaten hoffen und bauen? Die angesehene „New York Times“ traute sich sogar, Trump als den „schlimmsten Kandidaten aller Zeiten“ darzustellen. Das sagt mehr über diesen Präsidentschaftskandidaten als je über einen der Vorgänger veröffentlicht wurde. Zugleich ist diese Aussage und auch viele Reaktionen aus Trumps eigenem Polit-Zirkel  ein Indiz für die Verzweiflung, die nicht nur  den gescheiten Redakteuren dieses US-Blattes schon heute zu schaffen macht. Vertrauen sieht anders aus. Da können wir mit Angela Merkel und ihrem Kabinett doch einigermaßen hörbar aufatmen. Dazu auch noch hoffnungsvoll zum deutschen Lieblingsthema Flüchtlinge sagen, auch wenn es manchem AfD-Liebäugler nicht gefällt: Wir geben nicht auf!  Wir sind aber inzwischen ein Stück weiter. Wenn auch noch nicht ganz am Ziel unserer Wünsche für diese großen Probleme, die nicht mit einem Federstrich zu bewältigen sind. Dafür ist unsere Welt viel zu sehr in einer schwierigen Phase des Wandels. Und jenen müssen die Menschen in vielen Ländern verkraften, was zum Teil sehr, sehr  schwer ist.

Meine Meinung: Politik ist wie ein Stein,  der eine Zeit lang beharrlich sowie sehr kunstvoll behauen werden muss, ehe er das wird, das sich der Künstler vorstellt. Fehlschläge sind in der Werkstatt inbegriffen. Deutschland als die Nr. 1 in Europa  ist jedoch besser dran als Amerika. Darauf bauen derzeit mehr Menschen als manche Auguren glauben.

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Mittwoch, 21. September 2016

Wer eine neue Heimat gefunden hat, braucht Wohlwollen und öfter mal eine helfende Hand

Quo Vadis? – das ist eine OF-Aktion von wohlmeinenden Bürgern, begleitet von Honoratioren aus Politik und Wirtschaft sowohl von der Stadt Offenbach wie auch dem OF-Landkreis. Eigentlich eine einfache, aber zugleich sehr sympathische und zielführende Idee: Jugendliche Migranten aus den Klassen 9 bis 13 haben in diesen Wochen Aufsätze geschrieben, um ihre eigenen Gedanken zum neuen Leben mit Migration und den jeweiligen Erlebnissen aus eigener Anschauung zu schreiben. Eine sehr erfahrene Jury – mit den ehemaligen OF-Lehrerinnen Helga Burgdorf und Marlies Reber  sowie Susanne Meissner als  offizielle Vertreterin des Schulamtes Offenbach –  bewertet diese Arbeiten. Öffentlich  beurteilt und bei der Schlußfeier mit Preisen ausgezeichnet werden die Ergebnisse dieses Aufsatzwettbewerbes   bei einer Abschluss-Veranstaltung am Abend des 17. November im Festsaal der St. Nikolaus-Gemeinde in OF-Bieber. Die Big-Band der Rodgauer Georg-Büchner-Schule unter Leitung von Willy Spahn  wird die Aktion „Quo Vadis?“ musikalisch einrahmen, die engagierte Redaktion der Offenbach- Post mit Chefredakteur Frank Pröse und Thomas Kirstein   stellt sich schon seit Jahren mit ihrer medialen Kraft in den Dienst von Menschen in Not,  die in Deutschland ein neues Zuhause gefunden haben

Das Thema Flüchtlinge oder Migration bewegt viele europäische Länder bis in jene Gebiete, wo seit Jahren Krieg, Hoffnungslosigkeit, Armut und Angst an der Tagesordnung sind und Menschen vertrieben haben. Ein angstvoller Zustand, der bedauerlicherweise schon einige Jahre anhält und viele Menschen auch in Deutschland beschäftigt. Offenbach hat einen besonders hohen Migrantenanteil in der Bevölkerung. Deshalb haben auch OB  Horst Schneider  und Landrat Oliver Quilling die Idee von „Respekt“-Magazin-Herausgeber Peter  Hessler (im Foto rechts mit Helga Burgdorf und Marlies Reber) sehr begrüßt, mit und für junge Migranten einen interessanten Wettbewerb in Offenbach  zu starten, der sowohl der eigenen Seele hilft, aber auch die Bevölkerung in der neuen Heimat besser über Beweggründe und menschliche Notsituationen in Ländern wie Afghanistan, Syrien, Osteuropa oder Nordafrika, um nur einige geographische Schwerpunkte zu nennen, besser informiert.

Susanne Meissner, vom Staatlichen Schulamt: „Eine hervorragende Idee, junge Migranten, die inzwischen auch dank zahlreicher Sprachkurse der deutschen Sprache recht mächtig sind, in solch ein Informationsprogramm zu integrieren. So kann der Bürger aus erster Hand zu erfahren, was junge Menschen erlebt haben oder wie sie ihre neue Lebenssituation inzwischen beurteilen.“ Für Peter Hessler, der seit Wochen damit beschäftigt ist,  alles ein Akt des völkerverbindenden Respekts: „Egal wie schwer der Weg von Flüchtlingen aus der fernen Heimat bis nach Deutschland bzw. Offenbach als neue Heimatadresse war oder noch ist – darüber muss man offen reden und sich damit auch in die Seele schauen lassen.“

 

Zahlreiche Firmen aus Offenbach und Umgebebung, allen voran die EVO, haben Preise für die besten Aufsätze gestiftet. Thomas Gackstätter, Inhaber des Kaffeemaschinen-Herstellers „Saframo“ in Neu-Isenburg, war von dem Vorhaben als einer von diversen Unternehmern auch stark beeindruckt. Der gelernte Kaufmann spendete als Preis für einen der Aufsätze eine wertvolle Kaffeemaschine aus seinem großen  Sortiment. Der knapp vor dem 70. Lebensjahr stehende ehemalige Spieler in der 1. und 2. Mannschaft  der Spielvereinigung 03 Neu-Isenburg, Vater einer Tochter und von zwei Söhnen, der auch schon 21 Mal einen Marathon (u. a. Frankfurt, New York, Monte Carlo) in einer sportlich respekablen Zeit ins Ziel gebracht hat, denkt kosmopolitisch: „Alles, was man in diesen unruhigen Zeiten für Flüchtlinge tun kann, ist für beide Seiten ein Gewinn. Für die Schüler wie auch  spendable Firmen, die vielleicht bald schon einen neuen jungen Mitarbeiter aus dem Kreis der Flüchtlinge in ihrer Firma anstellen können.“ Gedanken, die zur begrüßenswerten deutschen Einstellung des Helfens und zur standfesten Haltung von Bundeskanzlerin Angela Merkel in diesem Thema passen. Thomas Gackstätter dazu: „Nach dem Zweiten Weltkrieg waren es neben den Amerikanern auch unsere Nachbarländer, die deutschen Familien wieder lebensfähigen Boden unter die Füße gelegt haben. Diese Gesinnung stiftet Gutes und bleibt auch meistens sehr lange in den Köpfen hängen.“ Recht hat er. Allen Helfern auch von dieser Stelle ein großes Dankeschön.

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Dienstag, 20. September 2016

Paralympics in Rio: Jetzt noch mehr Respekt vor behinderten Menschen

Die Paralympics haben Millionen gesunde Menschen fasziniert und begeistert. Die Leistungen und das Selbstbewußtsein der Teilnehmer, die zum Teil gravierende Beeinträchtigungen durch ihr Leben tragen, waren phänomenal. Wie oft jammern gesunde Bürger über kleine Wehwehchen, wenn die Schulter schmerzt, die Gelenke steif daher kommen oder die Muskulatur Probleme macht – und diese Paralympics-Teilnehmer zeigten der Welt wie man mit Behinderungen umgeht und dabei Weltklasse-Leistungen im Sport und in der Psyche erbringen kann. Die Bilder gingen um die Welt – und diese staunte, wie Beinamputierte auf zwei stählernen „Ersatzbeinen“ durch die Arena in Rio fegten. Oder ein Einbeiniger Athlet beim Stabhochsprung sich gen Himmel schraubte und auf einem Fuß landete. Diese Bilder sollten man all jenen öfter zeigen, die glauben, dass sie benachteiligt sind. Rio hat beeindruckend bewiesen, dass der Mensch zu unglaublichen Daseinsberechtigungen auch sportlicher Art imstande ist. Den weltweit aktiven Organisatoren, die all dies bewerkstelligt haben, auch in den kleinen Vereinen mit geduldigen Trainer mit Herz und Gefühl, ein ganz großes Dankeschön. Sie haben auch GOLD verdient. Rio hat uns bei den Paralympics Momente geschenkt, die man nicht mehr vergisst und selbst als gesunder Bürger davon lange profitiert. Eine Fußball-WM kann da nicht mithalten. Die wahren Helden haben wir in Rio bei den Paralympics gesehen.

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