Freitag, 7. Oktober 2016

Wenn Michael Prinz zu Löwenstein eine tolle Idee hat…

Prinz Michael zu Löwenstein, seines Zeichens CDU-Fraktionschef im Frankfurter Parlament, hat jetzt eine Idee gehabt, die ihm und seiner Partei nicht nur kein Glück, sondern auch viel Spott und Unverständnis bescheren dürfte: Der Prinz will den Willy-Brandt-Platz am Theater wieder in Theaterplatz  umbenennen. Oh weh, gütiger Herr, bitte lass Vernunft auf das Haupt des Prinzen regnen. Der Jurist weiß anscheinend nicht mehr, was er tut. Was will uns Prinz zu Löwenstein, der Ende des Jahres 66 Jahre alt wird, mit diesem seinem Vorschlag als Verbesserung für Frankfurt sagen? Dass er ein Theaterfreund und kein Freund von Willy Brandt ist? Da hat er Pech gehabt. Willy hat sich seine Freunde eben nach Kriterien ausgesucht, in die Prinz Löwenstein nunmal nicht reingerutscht ist. Der eheamlige Bundeskanzler Willy Brandt hat sich so große Verdienste für unser Land erworben, dass es gut ist, öfter an ihn erinnert zu werden. Ein Theaterplatz – normalerweise nichts dagegen einzuwenden – kann die Erinnerung an diesen großen deutschen Politiker allerdings absolut nicht ersetzen. Der Willy-Brandt-Platz entspricht garantiert dem Wohlwollen der bürgerlichen Mehrheit.

Aber diese Meldung aus der unerfindlichen prinzlichen Ideenschatulle ist ein neuerlicher Beweis dafür, dass die CDU Frankfurt ziemlich kopflos geworden ist. Ob Markus Frank mit seiner primitiven Obdachlosen-Attacke gegen den Obdachlosen Rainer Schaad, der als Eisenbahn-Rainer mit seinem Spielzeugpark vom Liebfrauenberg sympathische Berühmtheit durch den militant forschen Ordnungsamtsdezernenten erlangte oder nun die prinzlichen Namensänderungswünsche – dem normal denkenden und fühlenden Bürger stockt der Atem. Verkehrsdezernent  Oesterling (SPD) hat diesen hanebüchenen Frank-Akt jetzt glücklicherweise bereinigt und eine passable menschliche Lösung serviert. Eisenbahn-Rainer darf bleiben, muss nicht seine Spielsachen packen und verschwinden. Und das Dutzend damit befasste städtische Mitarbeiter muss sich nicht längerer von der sachlich-seriösen Amtsarbeit abhalten lassen, die es bekanntlich auch im „Römer“ gibt.

Will sich die CDU am Main auch noch der letzten wohlmeinden Sympathien in der Mainmetropole kommunalpolitisch entledigen. Leute, Leute, fragt doch erst mal bei Stadtkämmerer Ernst Gerhardt, einem klugen Kommunalpolitiker mit kilometerweiter Erfahrung in diesem Geschäft nach, was man als Stadtpolitiker der Öffentlichkeit alles zumuten darf. Ehrenbürger Walter Wallmann kann leider keine Auskunft mehr geben, aber er wäre vor Zorn rot angelaufen und es hätte Konsequenzen gegeben. Solche Hirngespinste a la Löwenstein sorgen allerdings bei allen anderen Parteien für interne Heiterkeit, vielleicht sogar für Zufriedenheit.  Weil für die CDU so angenehm parteischädigend. Ohne dass eine andere Partei aktiv werden muss, tritt sich die CDU nicht nur selbst auf die Füße, sondern auch noch in den eigenen Hintern. Liebe  Petra Roth, hier ist Not am klugen Mann!

Der Beitrag Wenn Michael Prinz zu Löwenstein eine tolle Idee hat… erschien zuerst auf Horst Rebers Tag & Nachtausgabe.



vonHorst Rebers Tag & Nachtausgabe http://ift.tt/2d9e7kn

Jogi Löw und Sami Khedira – ein Super-Duo für den deutschen Fußball. Auch für die Aufgabe Integration.

DFB-Pressekonferenz zum nächsten WM-Qualifikationsländerspiel gegen Tschechien und danach gegen Nordirland. Am Mikrophon zunächst Nationalspieler Sami Khedira, danach kommt Bundestrainer Jogi Löw. Eine Freude den beiden DFB-Repräsentanten zuzuhören. Gepflegte Sprache, klare Gedanken, seriöse Aussagen, egal was dem Tross der Sportjournalisten vor diesem wichtigen Spieltermin beantwortet werden soll. Der DFB hat hier zwei Repräsentanten, die ihm und natürlich dem Fußball allgemein sehr gut zu Gesicht stehen. Die Antworten sind öfter mal interessanter als die Fragen. So sollte es auch sein. Genau dies macht Persönlichkeiten aus einem Podium für die Öffentlichkeit letztlich aus. Der Sport und seine Repräsentanten erledigen diese Aufgabe mitunter weit verständlicher als die Politik. Vom Verstehen lebt die Medienwelt, die zwischenzeitlich auch an Volumen zugenommen hat. Mein Eindruck ist, dass fast jede Pressekonferenz, beispielsweise mit dem Thema Fußball,  fast schon als Großveranstaltung angesehen werden kann. Die Sportszene hat erkannt, wie wichtig Information ist. Siehe auch Bundesliga, je nach Stadt oder Anlass.

Der sympathisch und natürlich gesetzt schwäbelnde Sami Khedira, einst in Fellbach zu Hause, hat bekanntlich zwei Staatsbürgerschaften. Deutschland (Mutter) und Tunesien (Vater). Mir macht es immer Freude, ihm zuzuhören. Auch ein hervorragendes Beispiel, wie Integration in einer Familie oder auch generell bei uns im Land funktioniert und im Ergebnis zugleich gute Eindrücke hinterlässt. An solchen wunderbaren Beispielen sollte sich die Bürgerschaft allgemein orientieren, wenn man in das Thema mit Flüchtlingen und  den unangemessen von Comedy-Akteuren genutzten (und in meinen Augen damals wie heute verantwortungsvollen)  Merkel-Satz „Wir schaffen das“  einsteigt.

Kompliment an den badischen Landsmann Jogi Löw. Er  hat wie immer ein gutes Auge und Händchen, wer aus seiner Truppe in die Öffentlichkeit rückt, um die Nationalmannschaft zu repräsentieren. Bravo und Dank. Sein Auftritt ist immer gleichbleibend souverän und überzeugen.  Aber zum Thema Migration: Wir neigen in Deutschland, aber das ist nicht nur bei uns so der Fall, in Diskussionen immer nur die etwas schlechtere Version anzusprechen. Also zunächst das möglicherweise nicht ganz gelungene Beispiel einer Intergration. Wir alle müssen endlich damit anfangen, die guten Beispiele anzuführen – und davon gibt es jede Menge, wenn man mal ehrlich ist. An den anderen muss man eben arbeiten und auch Geduld zeigen. Deutschland kann das. Es müssen noch mehr Menschen lernen, auch im Osten unseres Landes,  vernünftig in diesen Themen umzugehen, um in dieser unruhigen Epoche mit bislang nicht gekannten Wanderungen der Gefühle und  Veränderungen auf unserem Planeten voranzukommen.

In Offenbach werden derzeit von „Respekt“-Herausgeber Peter Hessler, den man als Initiator diverser guter Initiativen schon lange in OF kennt, alle Vorbereitungen getroffen, die neue Migrations-Aktion „Quo Vadis“ bekannt zu machen. Es ist ein Aufsatzwettbewerb für und unter unter Migranten der 9. bis 13. Klasse mit Schilderungen der aktuellen Erfahrungen in Deutschland. Aktiv unterstützt wird das Projekt dankenswerterweise von OB Horst Schneider, Landrat Oliver Quilling, der Offenbach-Post, diversen Journalisten der Region und vorurteilsfrei denkenden Organisationen und Bürgern. Alle sind daran interessiert sind, gute Ideen im Miteinander unserer Region und natürlich auch generell weiter reifen zu lassen und sinnvoll im allgemeinen Interesse eines friedlichen Lebens zu handeln. Alle müssen ihren Teil dazu beitragen. Die Einheimischen mit Offiziellen, ebenso die Migranten, deren Schicksal oder deren Lebensweg viel zu oft noch ziemlich unklar ist. Manchmal liegen sie im Dunkeln der Vorurteile und der damit ausgelösten Bewegungslosigkeit. Weil man vielleicht noch nie richtig miteinander gesprochen hat. Nicht nur ich meine, dass Aufeinander zugehen, das beste Rezept in dieser gewiss nicht immer ganz leicht zu lösenden Volksaufgabe ist.  Im Sinne der Menschen, im Interesse des gegenseitigen Respekts, wie auch OB Horst Schneider und Landrat Oliver Quilling kürzlich bei der Präsentation in den Räumen der Offenbach-Post u. a. mit Chefredakteur Frank Pröse und Redakteur Thomas Kirschstein betonten. „Quo Vadis“ – auf einen guten Weg!

Der Beitrag Jogi Löw und Sami Khedira – ein Super-Duo für den deutschen Fußball. Auch für die Aufgabe Integration. erschien zuerst auf Horst Rebers Tag & Nachtausgabe.



vonHorst Rebers Tag & Nachtausgabe http://ift.tt/2dDWqbO

Dienstag, 4. Oktober 2016

„Johnny be good“ alias Operncafe-Ex-Inhaber Hartmut Schiemann macht noch eine eigene Rock-CD

Hartmut Schiemann (67) Gründer  vom Frankfurter Operncafe´und Rock-Sänger aus Leidenschaft  ist Opernplatz-Legende. Er hatte mit seinem damaligen Gastro-Partner Klaus Ziegler 1980 den Schlüssel für die realisierte Idee dieser bis heute  höchst populären  neue Adresse erstmals herumgedreht, um sie wenige Wochen später mit neuem selbst ausgesuchtem Mobilar, u. a. vom Flohmarkt,  aus Paris mit dem Flair von der Metropole an der Seine mit einem Augenzwinkern und „Voila“ für die Frankfurter Schickeria zu eröffnen. Die Neugier war groß in der Bankerstadt, das Echo ebenfalls. Das Operncafe  blieb unter der Regie des Gespanns Schiemann/Ziegler eine ganz große Nummer für die schon etwas vom Erfolg beglückte Szene jüngerer Leute von Rhein-Main. Das hat sich bis zum großen Finale der Übergabe  an den cleveren Geschäftsmann Siggi Schneider und dessen blonder Ehefrau Sabine bis heute nicht geändert. Alles läuft, auch das dazugehörige Restaurant „Charlot“, das ebenfalls zum Schiemann/Ziegler-Imperium gehörte bis man sich mit beruhigenden Zahlen von diesen Immobilien trennte. Die populäre Gastro-Adresse als Anziehungspunkt für Frankfurt und Umgebung mit oft internationalen Besuchern  ist geblieben. Wie auch das freundliche Kellner-Duo  Carlo und Klaus oder  wie auch noch manches Bild an den Wänden als gern gesehenes  Interieur. Auch die neuen Service-Kollegen passen bestens in diese Welt. Man gehört wie früher  zum  Haus, verdient auch dank guter Gäste nicht schlecht. Und doch ist inzwischen, was Wunder, manches  etwas anders geworden. Erstens die die Zeit – und im Plural gesprochen – die Zeiten. Dazu  gehören natürlich auch die Gesichter. Eine neue Generation ist angekommen.  Es geht jetzt auch etwas vornehmer, vielleicht auch etwas gediegener  zu, was nicht nur an den blütenweissen Tischdecken liegt. Der Ton ist nach wie vor   sehr nett und sympathisch. Aber der kleine Unterschied: Beide Lokale haben  nicht nur wegen des der neuen straffen Geschäftsleitung, die nun auch schon einige Jahre dabei ist, oder wegen des teilweise ausgewechselten und von Süd nach Nord verschobenen Mobilars neue Akzente gesetzt. Neue Gesichter und  etwas andere Visitenkarten. Was mir gefällt: Die Kellner-Brigade wird nach wie vor von Gästen oft mit Handschlag begrüßt. Das sind dann die Alt-Kunden. Aber insgesamt ist alles etwas leiser geworden. Der rockige Ex-Inhaber Hartmut Schiemann, der auch „Johnny be good“ unter Freunden firmierte und gerne mit einer Reihe von Gästen einen „kleinen Rouge“ hinter die Binde genossen hat, meinte: „Alte Stimmen werden halt etwas leiser.“

Ob Rennfahrer Jochen Mass, der als deutscher erfolgreichster Hero auf der Piste 105 Rennen ins Ziel brachte und auch einmal als Sieger in der Formel 1 ankam, ist  vor einigen Tagen 60 Jahre alt geworden. Er hat die  schönen Stunden am Opernplatz in Frankfurt auch nicht vergessen. Als Typ und Gast mit seiner Ausstrahlung und 71 gesammelten WM-Punkten in  unterschiedlichen Boliden  schmückt er bis heute gelegentlich beide Lokale. Wie auch Striezel Stuck oder mancher andere seiner schnellen Kollegen. Sie haben stets gerne in Frankfurt aufgehalten,  um entweder in Gerd Schülers glorreicher, aber leider nicht mehr vorhandener  Flughafen-Disco „Dorian Gray“ zu exklusiven Parties vorbeizuschauen oder dort mit den in Frankfurt ansässigen Medienkollegen  das eine oder andere Hintergrundgespräch zu führen.

Locker waren sie alle, die Jungs und Mädels aus den 70er-80er- und 90er-Jahren. Echte Stars des Showbusiness bis zu der Frankfurter Eiskönigin Marika Kilius,  Theater- und Filmgröße  Günther Strack,  Chanson-Star Marlene Charell oder die so tragisch aus dem Leben geschiedene  Münchnerin Sängerin Margot Werner, deren  griffiger und Männer freundlicher Titel „So ein Mann, so ein Mann…“ heute noch bei vielen großen Festen kräftig von Alt und Jung beiderlei Geschlechts ohne textliche  Hilfe laut und vernehmlich mitgesungen wird, kannten diese Gastro-Adresse von mannigfachen Anlässen, auch in der Alten Oper bei Bällen.  Aber alles kommt, alles geht. Die  Erinnerung bleibt meistens noch etwas länger. Man kam einfach ins „Cafe Wichtig“. Ab 17 Uhr gings los. Da stand dann auch in imposanter Größe Dieter Heil, Immobilienmann aus angesehener Architektenfamilie öfter  gemeinsam mit seinem Bruder Gerhard. Auch  Stammgast Enno Lücht sitzt immer noch gerne mit seiner hübschen Frau an der Bar. Und  am Tresen und schauen immer noch große Augen cool und männlich souverän  nach jenen Mädels, die damals ganz hoch im Kurswert der Männergesellschaft  standen. Wozu auch Monika Burda zählte, damals (bis heute) eine der Schönsten ihrer Altersklasse. Oder das ehemalige Topmodel und spätere Modechefin Elke Mathes, deren Boutique „New Lady“ stets in verständlicher Konkurrenz zu mancher Adresse, wie auch zu  der ebenfalls hoch im modischen Kurs stehende  Frankfurter Topgolferin  Claudia Rassmann und Fressgass-Geschäftsfrau,  in der besonders teuren Goethestraße stand. Nach Feierabend musste man/frau wenigstens mal auf ein Glas Champagner ins Operncafe reinschauen, um wenigstens zu wissen, wer da war. Eine Übung, die in allen Städten von München, Düsseldorf, Hamburg oder Köln  mit einem flotten jungen Klientel gerne geübt wird.  Bei Modeschauen, die es heute in der Vielzahl und dem gewissen Flair nicht mehr so oft gibt, war es eine Automation, dass man nochmals in „Cafe Wichtig“ ging, um sich nachträglich ein zweites Mal feiern zu lassen.  begrüßen konnte, was in jenen Jahren in der Szene von Mode, Show und natürlich auch Frankfurter Wichtigkeit kreuchte und fleuchte.  Wer  1980 erstmals schon kurz nach der Eröffnung  in der Schickeria umherwandelte oder gar richtig dazu gehörte wird das Operncafe vermutlich nie vergessen. Der damals  genauso oft veröffentlichte Spitzname „Cafe Wichtig“ vom Operncafe fällt inzwischen kaum noch. Viele der nachgerückten Generation kennen ihn gar nicht. Der Vorzug: Man hatte sehr schnell Kontakt mit Leuten, die zum Stammpublikum gehörten. Auch zu echten Prominenten, die es damals tatsächlich gab. Die Werbegrößen „Wiki“  oder Kollege „Schorsch“, die in ihren Agenturen heiße PR-Veranstaltungen strickten, die es heute in dieser gelockerten Form leider nicht mehr gibt, sagen – inzwischen auch etwas in die Jahre gekommen: „Jeder wußte irgendetwas vom anderen in dieser Szene. Aber man fühlte sich im Geiste sehr oft verbunden und nahm das Leben auch ein Stück leichter als heute, wo fast jeder geschäftlich ziemlichem Druck ausgesetzt ist.“ Was eindeutig stimmt. Die Gäste waren unbeschwerter. Zumindest kommt mir das  so vor.

Aber wenn man sich wieder einmal trifft, dann wird gelächelt. Oft kommt  man beim Verabschieden zu dem sinnigen Schluss: „Nichts bleibt wie es mal war.“ Sagte dieser Tage   Hartmut Schiemann,  der inzwischen mit einigen Kilos mehr auf den Rippen, immer wieder mal gerne von seiner neuen Heimatadresse Wiesbaden nach Frankfurt fährt. „Um einfach mal zu gucken“, meinte er. Nach was guckt er denn der Hartmut, der leicht ergraute Neu-Rentner, der ab und zu mal irgendwo auf der Welt mit ihm seit Jahren wohlbekannten Bands („Toto“ mit Bobby Kimball)  sich einen Bühnenauftritt genehmigt und dann dann besonders glücklich ist. Die Hälfte des Jahres verbringt er entweder in Florida  oder auf Kuba. Und was spricht er so, der einstige Erfolgsgastronom, der mitunter noch weitere Lokale unter seiner Regie hatte? Was sagt er zur Entwicklung in Frankfurt? Wie fühlt er mit der Eintracht als Mann, der in jungen Jahren gerne in Schoppenmannschaften mitkickte? Eines stellt er mit schöner hessischer Zunge generell fest: „Wo ich mich früher uffgerescht hab, da lass isch es jetzt lieber bleiwe. Es nutzt ja nix…“ Aber, und das ist ihm ein wenig wichtig: „Ich mach demnächst noch emal e  neue CD mit gude Titel. Scheen rockig. Und dann is auch Schluss.“

Nunmehr im sonnigen Miami in einer schönen eigenen Immobilie als Alterssitz, ist Hartmut Schiemann so ziemlich die Ruhe in Person geworden. Früher verbrachte er manche Stunde  u. a.  mit mit dem Pflaster-Philosophen „Hamlet“ (Kuper), der schrillen und schreibenden, inzwischen aber verstorbenen Ex-Ikone des Nachtlebens. Jetzt meinte bei unserer letzten Frankfurter  Begegnung: „Vor 20 Jahrn hab isch zuerst nach de Fraue geguckt, aber nur  wenn sie besonders verführerisch oder schee warn.  Heut guck isch nach alte Gefährte oder liebe Stammgäst vom alte  Operncafe. “

Klare Einsichten. Aber er wäre nicht Hartmut Schiemann, gäbe es nicht noch ein Tüpfelchen: „Wobei ich jetzt jedes Mal hoff, dass sie mich noch erkenne oder wenigstens mein Namen behalten habe…“ Nett gesagt, Hartmut,  Humor wie früher. Etwas leiser, aber gern gehört.

Der Beitrag „Johnny be good“ alias Operncafe-Ex-Inhaber Hartmut Schiemann macht noch eine eigene Rock-CD erschien zuerst auf Horst Rebers Tag & Nachtausgabe.



vonHorst Rebers Tag & Nachtausgabe http://ift.tt/2dCTBtt

Samstag, 1. Oktober 2016

Der „rote Danny“, der als Cohn-Bendit über alle und sich ins Fäustchen lacht –

Die Stadt Frankfurt läßt inzwischen nichts mehr aus, um die Öffentlichkeit zu brüskieren. Oder anders gesagt: Für für so dumm und ahnungslos zu verkaufen, dass die Mainmetropole bei Menschen mit Hirn und Bildung dem Spott preisgegeben ist.
OB Peter Feldmann, von dem eigentlich niemand so recht weiß, was er im Amt zukunftorientiert will und vermutlich auch kaum jemand so recht dahinter blickt, was er als Amtschef und Nachfolger von Petra Roth im Römer für die Bürger der Stadt so richtig tut, mal abgesehen von wahlträchtigen „Grüß-Gott-Hausbesuchen“ – „Guten Tag, ich bin Ihr OB und wollte mal vorbeischauen“ hat es jetzt neben der Amtsroutine geschafft, Cohn-Bendit als Redner auf die Kanzel in der Paulskirche zum „Tag der Deutschen Einheit“ zu hieven. Danny hat sich vermutlich erst ins Fäustchen und dann kaputt gelacht.
Wer sich an Cohn-Bendits brüskierende Auftritte, u. a. mit Joschka Fischer bei den Grünen ab der 70er-Jahre erinnert und seinem Schleichweg mit den Grünen bis nach Brüssel gefolgt ist, müsste sich mit ziemlichem Grausen abwenden.
Wie oft hat sich Cohn-Bendit mit all seinen politischen und persönlichen Absichten verirrt – bis zur Rechtfertigung von Sexualität mit Kindern. Sexualwissenschaftlicher dürften bei seiner letzten Initiative die Hände vor das Gesicht geschlagen haben. Pädophilie mit Kindern ist ein Thema, über das Cohn-Bendit vermutlich ohne Manuskript auftreten kann.
Ein Scharlatan, der sich die Naivität, die Dummheit und die Eitelkeit vieler Menschen, wie schon manch anderer Politiker, zunutze gemacht hat. Ohne natürlich selbst dabei öffentlich Schaden zu nehmen. Gründe gibt es mehrere, aber als „enfant terrible“ konnte er sich in den vergangenen Jahren auf vielen Feldern eine Art von Promistatus zulegen. Für Medien war er immer eine Figur zwecks Berichterstattung ohne Konsequenzen. Jetzt darf er sogar in der Paulskirche in Frankfurt zum Tag der Deutschen Einheit sprechen. Frankfurt oder noch besser Deutschland muss man fragen: Wer ist auf diese Idee gekommen, Cohn-Bendit dafür als Redner und höchst anerkannten Repräsentanten auszuwählen? Quo Vadis? Frankfurt? Und: Wo treibt Deutschland hin?

Der Beitrag Der „rote Danny“, der als Cohn-Bendit über alle und sich ins Fäustchen lacht – erschien zuerst auf Horst Rebers Tag & Nachtausgabe.



vonHorst Rebers Tag & Nachtausgabe http://ift.tt/2dIqGBK

Donnerstag, 29. September 2016

Die Schnapsidee mit der Frankfurter Zeugenkarte – da schüttelt man als Bürger nur den Kopf und fragt sich: Was hat sich Herr Frank dabei gedacht?

Hauptsache Aktion! So empfinden viele Frankfurter, die jetzt mitbekommen hat, dass Stadtrat Markus Frank zwecks Sicherheit in der Stadt eine so genannte „Zeugenkarte“ der Öffentlichkeit vorgestellt hat. Also Verhaltensregeln, wenn „Mann/Frau“ etwas gesehen hat, das nach Polizei ruft. Man kommt mit dem Kopfschütteln nicht mehr nach. Frankfurt entwickelt sich kommunalpolitisch bei diversen Römer-Entscheidungen zur „Comedy-Metropole“. In diesem Fall mit der Zeugen-Karte wirkte sogar noch der Präventionsrat der Stadt mit. Also Menschen, die mithelfen wollen vorzubeugen. Beispielsweise auch bei Gewalttätern, bösen Buben, Trickdieben. Ein Blick auf diese kuriose Karte – und schon weiß jeder Zeuge, was und wie er als Zeuge bei einer Straftat, die er miterlebt hat,  auszusagen hat. Und was notiert er sich? Naiver gehts wohl nicht mehr. Fehlt eigentlich nur noch der Hinweis, dass man sich die Notizen mit Täterbeschreibung auch noch sofort oder kurz danach von Amtspersonen mal schnell abzeichnen läßt. Und mit diesem Zettel geht man dann in den Gerichtssaal, wenn es dann dazu kommen sollte. Dezernent Markus Frank darf ja jederzeit naiv sein. Aber bitte nicht im Amt. Frankfurt ist kein Provinzstädtchen, Herr Frank. Die Bürger leben in einer europäischen stark prosperierenden Metropole. Naive Politiker kann sich die Stadt eher nicht leisten. Es sei denn man lebt und handelt nach dem altbekannten Frankfurter Ebbelwei-Spruch: „Bevor isch misch jetzt uffresch, dann iss es mir liewwer egal…“ Mir ist es nicht egal.

Der Beitrag Die Schnapsidee mit der Frankfurter Zeugenkarte – da schüttelt man als Bürger nur den Kopf und fragt sich: Was hat sich Herr Frank dabei gedacht? erschien zuerst auf Horst Rebers Tag & Nachtausgabe.



vonHorst Rebers Tag & Nachtausgabe http://ift.tt/2duRqWa

Mittwoch, 28. September 2016

Das tollste Parfüm hilft leider nicht – auf der Zeil riecht es nach Ärger, Unrat und Stadtkritik

Klaus Kobberger, 58jähriger Drogist mit sehr erfolgreicher Parfümerie-Karriere in zwei sehr angesehenen Dependancen in der Stadt Frankfurt, ist ein kontrollierter Mann der Tat: Nachdem seine Beschwerden bei der Stadt Frankfurt über das Bettler- und Obdachlosen-Unwesen  an der Zeil 127 in der Nachbarschaft der Hauptwache nie etwas gefruchtet haben, zog er die unternehmerische Reißleine: „Nichts wie weg. Hier ändert sich doch nie etwas“.

So kam es, dass Klaus Kobberger entschieden hat, die bisherige Zeil-Adresse seines renommierten Parfümerie-Imperiums von der Hauptwache ab Februar 2017   ins  Thurn- und Taxis-Palais der benachbarten Großen Eschenheimer Straße zu verlegen. Die einstmals sehr gute Adresse gegenüber der Hauptwache hat sich in seinen Augen leider katastrophal geändert. Der Unternehmer, der in seiner Freizeit gerne ausreitet,  war mit dem Zustand und der ständig schlimmer werdenden Entwicklung vor seinem eleganten Geschäft in der City mit nunmehr 83jähriger Parfümerie-Tradition nicht mehr einverstanden. Zuviele Pennbrüder, Trunkenbolde und aggressive Gruppierungen von unbekannten Leuten aus Ost-Europa haben ihn jetzt dazu veranlasst, sein bisheriges Domizil zu verlegen. Der Entscheid fiel ihm trotzdem schwer. Eine Situation mit neuen Wechsel-Gedanken aus ganz sachlichen Erwägungen, die dem Kaufmann nicht leicht gefallen sind, wie auch all seine Stammkunden wissen.

Kobbergers  neues Standortglück liegt rund 250 Meter weiter in Richtung Große Eschenheimer Straße, direkt im Südflügel des historischen Palais Thurn und Taxis. Sein Credo: „Ich kann die Entwicklung vor dem Geschäft nicht mehr mit ansehen, das ist Kunden auf Dauer nicht mehr länger zuzumuten.“ So wird er mit seinen über 20 langjährigen Mitarbeitern umziehen, um im neuen Jahr ab Februar seinem Anspruch als maßgebliches Geschäft im Einzelhandel mit klaren Vorstellungen für Qualität und Umfeld neu zu definieren. Mehrere Versuche, das unkontrollierte Bettlerunwesen vor seinem alten Geschäftsbereich mit städtischer Hilfe zu unterbinden sind leider fehlgeschlagen. Das heißt genau: Die Stadt Frankfurt rührte sich nicht.

Was zunächst als sehr ärgerlich erscheint, das könnte sich künftig zum Guten oder zum Besseren wenden. Das Thurn- und Taxis-Palais ist eine sehr renommierte neue Adresse in der Frankfurter Geschäftswelt. Zudem sind die Mieten erträglicher als bislang gegenüber der Zeil an der Hauptwache. Der Unmut könnte sich bis zum 100jährigen Jubiläum des Fachgeschäftes mit rund 25 Mitarbeitern in Glücksgefühle verwandeln. Aber die Stadt hat damit ihr Bettler-Problem keineswegs nicht gelöst. Oberbürgermeister Peter Feldmann scheint die Bedeutung einer attraktiven Innenstadt mit guten Geschäftsadressen allerdings anders zu sehen als Klaus Kobberger und sein in Frankfurt bekannter „Maitre de Parfüm“, Dirk Usener,  der bei seinen vorwiegend weiblichen  Kunden ob seiner Freundlichkeit seinem großem Fachwissen ein Star der Branche geworden ist. Die Kobberger-Mannschaft freut sich schon jetzt auf die neue Edeladresse im Thurn- und Taxis-Palais. Auch ihr war die jährlich anwachsende Anzahl schräger Gestalten vor dem Geschäft schon lange nicht mehr geheuer. Die Parfümerie in Sachsenhausen als zweite Adresse des Unternehmens bleibt wie gehabt.

Der Beitrag Das tollste Parfüm hilft leider nicht – auf der Zeil riecht es nach Ärger, Unrat und Stadtkritik erschien zuerst auf Horst Rebers Tag & Nachtausgabe.



vonHorst Rebers Tag & Nachtausgabe http://ift.tt/2dkYmYB

Dienstag, 27. September 2016

No Donald Trump, Yes Hillary Clinton? Aber ist das für die Amerikaner und die Weltpolitik die optimale Lösung?

Das erste US-Duell der Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton gegen Donald Trump brachte eigentlich keine neuen Erkenntnisse: Beide Kandidaten sind wie sie sind, haben sich nicht positiv verändert oder aus der Vergangenheit Wesentliches gelernt. So sah ich das TV-Spektakel der beiden Wahlkämpfer am Bildschirm. Als nicht betroffener Zuschauer, der Respekt vor den großen US-Leistungen hat, aber deshalb auch nicht verstehen kann, dass nur diese beiden Kandidaten nun das „Gelbe vom Ei“ für die US-Politik  sein sollen. Wo ist die gelassene Souveränität bei Trump, wo der besondere Intellekt, wie zuverlässig und wie besonnen ist dieser Mann in außergewöhnlichen Stress-Situationen? Dafür gab es keine erklärenden Anhaltspunkte in dieser ersten TV-Gegenüberstellung. Ist Hillary Clinton wirklich so berechnend kalt, wie sie oft auf dem Schirm erscheint? Kann diese Frau  als Nr. 1 für ein Land wie den USA und unserem unruhigen  Planeten insgesamt, also  weltweit, vorbildhaft bestehen?  Ansätze waren da – mehr aber auch nicht.

Unsere Sichtweise ist auf alle Fälle eine andere als die des amerikanischen Bürgers. Ich habe mich  für die Nacht von Montag auf Dienstag zum Auftakt  mit offenen Augen und interessierten Ohren vor den Bildschirm gesetzt. Viele Millionen und mehr haben sich dieses Spektakulum aus den USA angeschaut. Mein Zwischeneindruck: Ich  bin so skeptisch wie zuvor. Beide Kandidaten haben kein absolut überzeugendes oder herausragendes Format, wie es mir vorkam. Wobei mir allerdings Hillary Clinton als kluge Person, allerdings auch als sehr schwierige Persönlichkeit,  einmal mehr näher gerückt ist.  Trump ist ein lauter Hausverkäufer, der seine Provisionen  im Auge hat und seine Eitelkeit mit seinen begrenzten Darstellungstalenten befriedigen möchte. Nun, das geht und ging schon vielen  anderen Politbarden so. Trump oder Clinton? Die Ausgangslage scheint offen zu sein, mit leichten Vorteilen für Hillary Clinton.

Aber wir in Europa dürfen nicht vergessen: Amerika hat eine große Verpflichtung gegenüber vielen anderen Kontinenten. Beispielsweise in der Friedenspolitik. Menschen an der Macht sind andere Kaliber. Nicht nur gegenüber dem eigenen Land. Und dafür braucht die US-Regierung auch Politiker, die besonders fähig und weitsichtig sind. Im Zweifelsfall müssten sie sogar in der Lage sein, mit eigenen Entscheidungen die in Schieflage geratene Welt zu retten oder wenigstens wieder in die Waagrechte zu bringen. Das Anforderungsprofil ist heute noch ein ganzes Stück höher als zu Kennedys Zeiten. Kennedy war in brisanten Stunden, als der Frieden gefährdet war, sogar auf besonders geschickte Weise plötzlich „ein Berliner“. Das war nicht nur für Berlin eine großartige Entscheidung von höchster Stelle der Alliierten.  Wir können uns mit unserer deutschen Regierungsmannschaft im Vergleich zu den USA (noch) glücklich schätzen. Unsere Politiker sind transparenter und in meinen Augen auch berechenbarer.

Aber warten wir mal im Sinne der USA die nächsten TV-Shows aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten mal in Ruhe ab und beobachten das alles aus sicherer Entfernung. Bis wir dann bald selbst in der  Frage der Besetzung des Kanzlerstuhls und der Regierung in spe selbst sehr gefragt sind und hoffentlich auch unsere Stimme abgeben. Jeder trägt Verantwortung. Die Kandidaten ganz oben – wir Wähler hier unten.

Der Beitrag No Donald Trump, Yes Hillary Clinton? Aber ist das für die Amerikaner und die Weltpolitik die optimale Lösung? erschien zuerst auf Horst Rebers Tag & Nachtausgabe.



vonHorst Rebers Tag & Nachtausgabe http://ift.tt/2dcEqFq