Prinz Michael zu Löwenstein, seines Zeichens CDU-Fraktionschef im Frankfurter Parlament, hat jetzt eine Idee gehabt, die ihm und seiner Partei nicht nur kein Glück, sondern auch viel Spott und Unverständnis bescheren dürfte: Der Prinz will den Willy-Brandt-Platz am Theater wieder in Theaterplatz umbenennen. Oh weh, gütiger Herr, bitte lass Vernunft auf das Haupt des Prinzen regnen. Der Jurist weiß anscheinend nicht mehr, was er tut. Was will uns Prinz zu Löwenstein, der Ende des Jahres 66 Jahre alt wird, mit diesem seinem Vorschlag als Verbesserung für Frankfurt sagen? Dass er ein Theaterfreund und kein Freund von Willy Brandt ist? Da hat er Pech gehabt. Willy hat sich seine Freunde eben nach Kriterien ausgesucht, in die Prinz Löwenstein nunmal nicht reingerutscht ist. Der eheamlige Bundeskanzler Willy Brandt hat sich so große Verdienste für unser Land erworben, dass es gut ist, öfter an ihn erinnert zu werden. Ein Theaterplatz – normalerweise nichts dagegen einzuwenden – kann die Erinnerung an diesen großen deutschen Politiker allerdings absolut nicht ersetzen. Der Willy-Brandt-Platz entspricht garantiert dem Wohlwollen der bürgerlichen Mehrheit.
Aber diese Meldung aus der unerfindlichen prinzlichen Ideenschatulle ist ein neuerlicher Beweis dafür, dass die CDU Frankfurt ziemlich kopflos geworden ist. Ob Markus Frank mit seiner primitiven Obdachlosen-Attacke gegen den Obdachlosen Rainer Schaad, der als Eisenbahn-Rainer mit seinem Spielzeugpark vom Liebfrauenberg sympathische Berühmtheit durch den militant forschen Ordnungsamtsdezernenten erlangte oder nun die prinzlichen Namensänderungswünsche – dem normal denkenden und fühlenden Bürger stockt der Atem. Verkehrsdezernent Oesterling (SPD) hat diesen hanebüchenen Frank-Akt jetzt glücklicherweise bereinigt und eine passable menschliche Lösung serviert. Eisenbahn-Rainer darf bleiben, muss nicht seine Spielsachen packen und verschwinden. Und das Dutzend damit befasste städtische Mitarbeiter muss sich nicht längerer von der sachlich-seriösen Amtsarbeit abhalten lassen, die es bekanntlich auch im „Römer“ gibt.
Will sich die CDU am Main auch noch der letzten wohlmeinden Sympathien in der Mainmetropole kommunalpolitisch entledigen. Leute, Leute, fragt doch erst mal bei Stadtkämmerer Ernst Gerhardt, einem klugen Kommunalpolitiker mit kilometerweiter Erfahrung in diesem Geschäft nach, was man als Stadtpolitiker der Öffentlichkeit alles zumuten darf. Ehrenbürger Walter Wallmann kann leider keine Auskunft mehr geben, aber er wäre vor Zorn rot angelaufen und es hätte Konsequenzen gegeben. Solche Hirngespinste a la Löwenstein sorgen allerdings bei allen anderen Parteien für interne Heiterkeit, vielleicht sogar für Zufriedenheit. Weil für die CDU so angenehm parteischädigend. Ohne dass eine andere Partei aktiv werden muss, tritt sich die CDU nicht nur selbst auf die Füße, sondern auch noch in den eigenen Hintern. Liebe Petra Roth, hier ist Not am klugen Mann!
Der Beitrag Wenn Michael Prinz zu Löwenstein eine tolle Idee hat… erschien zuerst auf Horst Rebers Tag & Nachtausgabe.
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