DFB-Pressekonferenz zum nächsten WM-Qualifikationsländerspiel gegen Tschechien und danach gegen Nordirland. Am Mikrophon zunächst Nationalspieler Sami Khedira, danach kommt Bundestrainer Jogi Löw. Eine Freude den beiden DFB-Repräsentanten zuzuhören. Gepflegte Sprache, klare Gedanken, seriöse Aussagen, egal was dem Tross der Sportjournalisten vor diesem wichtigen Spieltermin beantwortet werden soll. Der DFB hat hier zwei Repräsentanten, die ihm und natürlich dem Fußball allgemein sehr gut zu Gesicht stehen. Die Antworten sind öfter mal interessanter als die Fragen. So sollte es auch sein. Genau dies macht Persönlichkeiten aus einem Podium für die Öffentlichkeit letztlich aus. Der Sport und seine Repräsentanten erledigen diese Aufgabe mitunter weit verständlicher als die Politik. Vom Verstehen lebt die Medienwelt, die zwischenzeitlich auch an Volumen zugenommen hat. Mein Eindruck ist, dass fast jede Pressekonferenz, beispielsweise mit dem Thema Fußball, fast schon als Großveranstaltung angesehen werden kann. Die Sportszene hat erkannt, wie wichtig Information ist. Siehe auch Bundesliga, je nach Stadt oder Anlass.
Der sympathisch und natürlich gesetzt schwäbelnde Sami Khedira, einst in Fellbach zu Hause, hat bekanntlich zwei Staatsbürgerschaften. Deutschland (Mutter) und Tunesien (Vater). Mir macht es immer Freude, ihm zuzuhören. Auch ein hervorragendes Beispiel, wie Integration in einer Familie oder auch generell bei uns im Land funktioniert und im Ergebnis zugleich gute Eindrücke hinterlässt. An solchen wunderbaren Beispielen sollte sich die Bürgerschaft allgemein orientieren, wenn man in das Thema mit Flüchtlingen und den unangemessen von Comedy-Akteuren genutzten (und in meinen Augen damals wie heute verantwortungsvollen) Merkel-Satz „Wir schaffen das“ einsteigt.
Kompliment an den badischen Landsmann Jogi Löw. Er hat wie immer ein gutes Auge und Händchen, wer aus seiner Truppe in die Öffentlichkeit rückt, um die Nationalmannschaft zu repräsentieren. Bravo und Dank. Sein Auftritt ist immer gleichbleibend souverän und überzeugen. Aber zum Thema Migration: Wir neigen in Deutschland, aber das ist nicht nur bei uns so der Fall, in Diskussionen immer nur die etwas schlechtere Version anzusprechen. Also zunächst das möglicherweise nicht ganz gelungene Beispiel einer Intergration. Wir alle müssen endlich damit anfangen, die guten Beispiele anzuführen – und davon gibt es jede Menge, wenn man mal ehrlich ist. An den anderen muss man eben arbeiten und auch Geduld zeigen. Deutschland kann das. Es müssen noch mehr Menschen lernen, auch im Osten unseres Landes, vernünftig in diesen Themen umzugehen, um in dieser unruhigen Epoche mit bislang nicht gekannten Wanderungen der Gefühle und Veränderungen auf unserem Planeten voranzukommen.
In Offenbach werden derzeit von „Respekt“-Herausgeber Peter Hessler, den man als Initiator diverser guter Initiativen schon lange in OF kennt, alle Vorbereitungen getroffen, die neue Migrations-Aktion „Quo Vadis“ bekannt zu machen. Es ist ein Aufsatzwettbewerb für und unter unter Migranten der 9. bis 13. Klasse mit Schilderungen der aktuellen Erfahrungen in Deutschland. Aktiv unterstützt wird das Projekt dankenswerterweise von OB Horst Schneider, Landrat Oliver Quilling, der Offenbach-Post, diversen Journalisten der Region und vorurteilsfrei denkenden Organisationen und Bürgern. Alle sind daran interessiert sind, gute Ideen im Miteinander unserer Region und natürlich auch generell weiter reifen zu lassen und sinnvoll im allgemeinen Interesse eines friedlichen Lebens zu handeln. Alle müssen ihren Teil dazu beitragen. Die Einheimischen mit Offiziellen, ebenso die Migranten, deren Schicksal oder deren Lebensweg viel zu oft noch ziemlich unklar ist. Manchmal liegen sie im Dunkeln der Vorurteile und der damit ausgelösten Bewegungslosigkeit. Weil man vielleicht noch nie richtig miteinander gesprochen hat. Nicht nur ich meine, dass Aufeinander zugehen, das beste Rezept in dieser gewiss nicht immer ganz leicht zu lösenden Volksaufgabe ist. Im Sinne der Menschen, im Interesse des gegenseitigen Respekts, wie auch OB Horst Schneider und Landrat Oliver Quilling kürzlich bei der Präsentation in den Räumen der Offenbach-Post u. a. mit Chefredakteur Frank Pröse und Redakteur Thomas Kirschstein betonten. „Quo Vadis“ – auf einen guten Weg!
Der Beitrag Jogi Löw und Sami Khedira – ein Super-Duo für den deutschen Fußball. Auch für die Aufgabe Integration. erschien zuerst auf Horst Rebers Tag & Nachtausgabe.
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