Freitag, 14. Oktober 2016

Toni hat Adieu gesagt – er war die ganz besonders treue Seele der Eintracht

Wie schön, dass es ihn gab: Anton Hübler ist bei der Eintracht Legende. Er starb im Alter von 87 Jahren im September 2016., aber am heutigen Freitag wurde Toni in Urberach, wo er zu Hause war, zur letzten Ruhe gebettet.

Toni Hübler, ein Name aus der Vielfalt von Eintracht Frankfurt. Er war kein Weltmeister, kein Fußballprofi, kein Manager. Kein Großsponsor mit viel Kapital. Nein, er war dafür  Gärtner, Platzwart und dazu Mann für alles, was sonst noch so im Verein zum Anpacken war.  Und das war sehr, sehr viel. Er kümmert sich wenn besondere Arzt-Termine für den einen oder anderen Spieler anstanden oder ein Spieler irgend etwas Besonderes brauchte. Unter Umständen waren es lediglich ein paar neue Reifen oder ähnlich.  Aber Toni wußte alles, machte fast alles rund um die Spieler.

Sein besonderes Merkmal: Er erzählte der Öffentlichkeit nichts oder besser nur ganz wenig, was er verantworten konnte. Toni war fast wie wasserdicht. Was sehr wichtig für das Innenleben eines Vereins ist, denn  indiskrete Meldungen, die natürlich auch interessieren, wie man weiß, bringen oft ein ganzes Präsidium ins Wanken. Und die Mannschaft  dazu. Wenn Toni etwas aus dem Vereins-Nähkästchen rausließ, dann machte das Sinn. Als Toni heute in Urberach von einer großen Trauergemeinde verabschiedet wurde, war dieser vielfach gebrauchte Begriff „Trauergemeinde“ absolut  angebracht. Wer Toni Hübler kannte, war  traurig. Wie auch „Beve“ und Matze Thoma, die Allzweckwaffen für schöne und verbindende  Momente im Eintracht-Museum, die ihm sehr nahe standen.

Toni Hübler war von 1954 bis 1995 offiziel bei der Eintracht in Diensten. Also über Jahrzehnte EINTRACHT. Einer mit Herz und Verstand. Und einer, der das bis ins hohe Rentenalter strikt mit seiner Arbeit das verkörperte, was  man Treue nennt. So wie eben von früher, als das alles noch so mit den Begriffen auch stimmte. Ist man ein Rückwärtsgewandter, wenn man so schreibt?  Vielleicht. Aber nur aus besonderem Anlass. Es gab mit Toni eben auch andere Zeiten. Da vergewaltigten Menschen nicht über Stunden ihre Handys, Laptops oder sonstige Geräte mit IT.   Aber – und das zählte – man wußte genau, was man von den Menschen wie Toni Hübler zu halten hatte. Dazu musste niemand googeln. Weil man Erfahrungen mit Menschen, nicht Personalcomputern gesammelt hatte. Das ist  in den Vereinen inzwischen generell ziemlich anders geworden. Allerdings auch eine normale Entwicklung in einer schnellen Zeit, die kaum eine Pause hergibt, um die neueste  Gebrauchsanweisung für alles aus Technik und Leben zu studieren. Nun ist auch noch Toni, der Verbinder, der Tröster, der Spassmacher mit dem verschmitzten Gesicht bei der Eintracht nicht mehr da. Ich bin aber ganz sicher, dass alle, die  aus dem besten Eintracht-Holz noch unter uns sind, lange an ihn denken werden. Er war ein Besonderer. Einer, mit dem man lachte, wenn man sich begegnete. Egal wo. Böses war Gemütsmensch Toni fremd. Man lachte sich fast immer freundschaftlich an.  Manchmal mit einem Augenzwinkern.

Ob Kapitän Don Alfredo Pfaff aus alten Zeiten, oder  aber … Eintrachtler aus vielen Jahren Profi-Fußball in Frankfurt wissen allein von den Vornamen, wem Toni fehlen wird. Der langjährige Eintracht-Kapitän und Rekord-Nationalspieler Jürgen Grabowski war wie seine ehemaligen Mitstreiter Bernd Hölzenbein, Charly  Körbel, Ronny Borchers und die Mannschaftskameraden Ein Toni-Fan. Ob Egon, Hermann, Werner, Egon, Willi, Ronny, Ralf, Peter, Willy, Cha, Dieter, Gerd, Bernd, Wolfgang, Harald, Thomas, Peter, Uwe, Rudi,  Fred, Dietmar, Alex, Oka, Andy, Horst, Norbert, Armin,  Ralf, Anthony und die vielen hier nicht namentlich genannten „Unvergessenen“ aus Vergangenheit und Gegenwart dieses Traditionsvereins mit Geschichte – alle fühlten sich mit Mann für alles, also auch die Trikotwäsche, eng verbandelt. Da war Familie drin. Sie alle,  auch die „Adler“, die hier mangels Platz nicht aufgeführt sind – haben Toni  das volle Vertrauen geschenkt.  Mancher Spieler schüttete bei ihm sein Herz aus, wenn die Seele brannte.

Mir wird Toni auch als Journalist fehlen. Natürlich auch den vielen Trainern, die gekommen und irgendwann wieder gegangen sind. Jeder Name ein Geschichte.  Sportjournalisten-Doyen Hartmut Scherzer, war erkennbar auf dem Gottesacker sehr berührt: „Es war ein sehr bewegender Tag für alle, die dabei waren“, meinte er. Die Gekommenen  waren sicherlich über 140 Menschen.“ Viele Trauergäste hatten über die mehr als vier Jahrzehnte eigene, auch  sehr verbindende Momente,  mit Toni Hübler geteilt.“  Jürgen Grabowski: „Allesamt fühlten sich Toni Hübler wie man das von alten Kumpeln kennt, sehr  verbunden.“

Dazu zählte auch  Präsident Peter Fischer. Er hat Tonis Eintracht-Leben nochmals gekonnt in der Trauerhalle aufgeblättert.  Oder auch ganz besonders die persönliche Verabschiedung durch Legende Istvan Sztani,  der die früher mehr noch als heute  ruhmvolle Eintracht-Geschichte mit bedeutenden Trophäen vergangener Jahrzehnte in Erinnerung brachte. Auch heute selbstverständlich mit dabei die Weltmeister des Vereins bis zu  Thomas Berthold. Alle sagten Adieu an der Urne. Istvan Sztani fühlte sich mit Toni nicht nur über den Verein,  sondern auch über die gemeinsamen ungarischen Wurzeln sehr eng verbunden. „Seine Worte, teilweise in der gemeinsamen Muttersprache, waren mehr als berührend“, sagte Jürgen Grabowski. “ Es waren Gedanken und Zeugnisse aus der Sicht des alten Freundes sowie der natürlich berühmten 59er-Mannschaft“, die es zum einzigen Deutschen Meistertitel der Eintracht schaffte. Es waren  Erinnerungen,  die vielfach  Tränen in Gang setzten. Sztani, der auch ganz Rhein-Main-kollegial Frankfurt/Offenbach  Oskar Lotz, den späteren Publikumsliebling vom Bieberer Berg mit ins „Adieu  von Toni“ einbaute. „Toni war 100 Prozent Eintrachtler, aber er hatte auch großen Respekt und Achtung vor den Kollegen vom OFC.“ Sportjournalist  Pepi Schmitt, einstmals Abendpost/Nachtausgabe, heute Freier Journalist u. a. für die Frankfurter Neue Presse und die Offenbach-Post brachte seine Nähe zu Toni Hübler so auf den Punkt:  „Toni war mit einem Satz „ein herzensguter Mensch mit ungarischer Seele.“

Mir wird Toni auch fehlen. Ich kannte ihn über  40 Jahre. Ich habe mich immer sehr gerne mit ihm unterhalten. Toni hatte Humor, Toni war 100 Prozent Eintracht- und Fußballfreund. Das sagen auch stets die Ex-Präsidenten  Dr. Klaus Gramlich oder Rolf Heller mit ihren diversen mehrfach wechselnden Kollegen im Laufe der letzten Vereinsjahre mit unterschiedlichen Momenten der Freude, aber auch des Leids.

Toni Hübler, ein Freund des Fußballs und der Eintracht. Auch ich verabschiede mich von ihm voller Traurigkeit.  Danke Toni. DU  warst  immer der gesuchte Eintracht-Sonnenstrahl. 

R.I.P.  Horst Reber

Der Beitrag Toni hat Adieu gesagt – er war die ganz besonders treue Seele der Eintracht erschien zuerst auf Horst Rebers Tag & Nachtausgabe.



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