Ein kleines Reiseköfferchen und einen hellen Kopf. Das war das „Gepäck“ von Susan Prinzessin Reuss, mit dem die junge Perserin aus Teheran, bildhübsche Tochter eines Bankdirektors und einer Schulrektorin mit 4000 Schülern, Frankfurt eroberte, als sie 1985 in Frankfurt landete. Sie hatte ein Flugticket nach Frankfurt und weiter nach Los Angeles in der Handtasche. Aber die Mainmetropole wurde dann ihre neue zweite Heimat. Hier bezauberte die bildhübsche junge Frau mit dem zart gebräunten Teint die Society der Mainmetropole. Und wie es ihr eine Wahrsagerin prophezeit hat, lernt sie einen Mann mit blauen Augen kennen, mit dem sie dann auch 18 Jahre verheiratet war: Heinrich Prinz Reuss.
Zur gerade begonnen Buchmesse steuerte die ehemalige Politikstudentin, die in Frankfurt gleich zu Beginn ihres Aufenthaltes als Mannequin auf dem Laufsteg ihre ersten deutschen Brötchen verdiente, an einem eigenen kleinen Stand einen Erstling bei. Manches Mitglied der Stadtprominenz dürfte bei ihr vorbeischauen. Nur einer fehlt Susan Prinzessin Reuss ganz besonders: Buno H. Schubert, der verstorbene Henninger-Chef. „Bruno war eine Goldgrube mit unglaublich vielen interessanten Menschen, die gerne seine Nähe suchten“, denkt sie wehmütig zurück an den Mann, der die Society der Stadt täglich an seinem langen Esstisch mit dem Blick auf einen Käfig mit einem Ara als lebendes Sprach-Kunstwerk begrüßen konnte.
Ein Jahr lang hat sich die attraktive Frau, die im Diplomaten viertel lebt, dafür Zeit genommen. Herausgekommen sind rund 190 Seiten in einem braunen Einband über das Leben in Persien. Manches Kapitel erscheint wie eine Schilderung von 1001 Nacht. Aber es folgen auch Schilderungen mit Not und großen Problemen. Die Autorin sagt dazu: „Mit dem Buch wollte ich für meine vielen deutschen Freunde einen Wegweiser erstellen, der Lust auf das Leben im Iran macht.“ Das ist in der Tat gelungen. Einfache, aber spannende und blumige Schilderungen von Menschen aus einer anderen Welt. Charmante Schilderungen aus dem Familienleben und Eigenheiten eines Landes, das geheimnisvoll und fremd in den Lebensgewohnheiten bis heute geblieben ist. Beispielsweise Ehe auf Zeit. Manche dauern nur 30 Minuten, andere fast 100 Jahre. Beispielweise per Vertrag. Eheverträge lassen sich beliebig oft verlängern. Alle Schilderungen machen neugierig. Stets in enger Verbindung zu Susan, einer Frau mit vielen Talenten. Es lohnt sich ihr auf diesem Wegweiser zu folgen.
Gefolgt ist sie allerdings selbst gerne dem Ratschlag, doch mal ihren Landsmann Youssef Oloumi, den Zeitungskönig am Schweizer Platz in Frankfurt-Sachsenhausen (Foto) zu besuchen.Der Iraner betreibt dort einen Kiosk, der alles anbietet, was der Mensch so braucht. Zeitungen, Bücher, Süßigkeiten, Getränke, Tabakwaren und vieles mehr. Ein origineller, gebilder Mann, der nach wie vor seine persische Heimat liebt, aber in Frankfurt sein Glück und viele Stammkunden gefunden hat. Sein Vorschlag, das Buch der Prinzessin zu verkaufen, fand bei der Autorin große Zustimmung. Und so lernt man auf diese Weise am Schweizer Platz jetzt durch ihre Schilderungen die fremde Welt des Iran und den Charme sowie das Talent von Susan Prinzessin Reuss kennen.
(Verlag tredition. Euro 12.90)
Der Beitrag Susan Prinzessin Reuss auf der Buchmesse: Der märchenhafte Einstieg in Frankfurt. Jetzt stellt sie auf der Buchmesse ihren Erstling vor erschien zuerst auf Horst Rebers Tag & Nachtausgabe.
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