Sonntag, 16. Oktober 2016

Jo Mei, dr Stammtisch, dös is aber fei bunt, wie em Frühling, Sommer un Herbscht

Der TV-Sonntagsstammtisch im Bayerischen Rundfunk, jeden Sonntag um 11 Uhr, wenn nicht gerade ein bedeutender Tag das Programmschema vorübergehend kippt,  ist eine Sendung mit Lehrstunden-Charakter wie in der Volkshochschule. Nur noch dank der Form etwas abwechslungsreicher. Das Ehepaar Reber gönnt sich diese Form der zuschauenden Art nahezu jeden Sonntagvormittag nach dem Frühstück – und diskutiert dann auch mal hausintern über den einen oder anderen Eindruck. Was auch Spass macht, neben dem Zuhören. Meistens sind wir auf einer Linie. Ergebnis – mit einem Lächeln: Man hat wenigstens auch darüber mal gesprochen.

Öfter mal kommt es vor, dass im Freundeskreis gefragt wird: Wie empfindet  IHR eigentlich den Stammtisch? Wie ist er denn politisch und thematisch zu beurteilen? Mit wem hat man es denn da eigentlich neben zusätzlich eingeladenen Gästen zu tun?

  1. Generell gesagt: Mit Menschen, die etwas zu sagen haben. Das muss im Detail  nicht immer so ganz genau stimmen, wie alles auf unserem Planeten. Ist dafür aber sehr unterhaltend und oft eben Lücken füllend auf sehr unterschiedlichen Wissensgebieten. Also, kurz gesagt,  bis lehrreich, amüsant und gelegentlich auch etwas verwunderlich in der Entdeckung von ganz besonderen Eitelkeiten.
  2. Mit Themen, die in der Luft oder ganz aktuell im breiteren Interesse der Bürger liegen. Meistens ausfüllend. Zumindest immer  anregend für eigene Überlegungen in der Sache oder der Person.  Wenn nicht, dann hat das gerade behandelte Thema aber auch niemandem etwas genommen, sondern war halt mal gerade im Markwortschen Fokus bzw. im Sprachrohr eines versierten ehemaligen „Focus-Chefredakteurs, der ein sehr gutes Gespür für Themen und Menschen hat.
  3. Mit individuellen Merkmalen von gestandenen, jeweils neuen am Stammtisch sitzenden  Gästen,  die für das Publikum auf dem Schirm generell nett und sympathisch sind und diesen Eindruck gerne – mitunter erkennbar bemüht – auch  pflegen. Nur selten ist mal ein wässriger  Ausrutscher dabei. Und wenn, dann wird dies von der Ausstrahlung der  Stammtisch-Zusammensetzung unter der Wegführung von Helmut Markwort sowie der Beihilfe seiner Eckpfeiler  Dieter Hanitzsch (Zeichner, Autor)  und Prof. Wolfgang M. Heckl Museumschef) meistens gekonnt, mitunter geradezu witzig oder in der Diktion absolut  erträglich-moderat  für die Zuschauer aufgefangen.
  4. Einer prominenter Gast war heute zum wiederholten Male dabei, der mit Verstand, viel Lust an der Kommunikation, aber auch mit einer erkennbar steigernden Stammtisch-Form und gewachsenen Reife jedes Mal wieder ganz neue Pluspunkte als Politiker sammelt. Sie vermuten schon richtig: Der Söder ist es. Dieser fränkische Staatsmann schafft es mit jedem Auftritt stets ein bisschen mehr, ihn  als kommenden bayerischen Ministerpräsidenten zu sehen. Heute war wieder so ein Tag. Herr Söder, Ihr Beitrag war wieder bayerisch, bissig und bunt. Anmerkung: Ihr Auftritt war staatsmännisch-sympathisch. So geht (meistens)  bayerische Politik!
  5. Wer den Stammtisch noch nicht kennt: Nächsten Sonntag – oder aber die BR-Mediathek aufrufen. 

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Freitag, 14. Oktober 2016

Toni hat Adieu gesagt – er war die ganz besonders treue Seele der Eintracht

Wie schön, dass es ihn gab: Anton Hübler ist bei der Eintracht Legende. Er starb im Alter von 87 Jahren im September 2016., aber am heutigen Freitag wurde Toni in Urberach, wo er zu Hause war, zur letzten Ruhe gebettet.

Toni Hübler, ein Name aus der Vielfalt von Eintracht Frankfurt. Er war kein Weltmeister, kein Fußballprofi, kein Manager. Kein Großsponsor mit viel Kapital. Nein, er war dafür  Gärtner, Platzwart und dazu Mann für alles, was sonst noch so im Verein zum Anpacken war.  Und das war sehr, sehr viel. Er kümmert sich wenn besondere Arzt-Termine für den einen oder anderen Spieler anstanden oder ein Spieler irgend etwas Besonderes brauchte. Unter Umständen waren es lediglich ein paar neue Reifen oder ähnlich.  Aber Toni wußte alles, machte fast alles rund um die Spieler.

Sein besonderes Merkmal: Er erzählte der Öffentlichkeit nichts oder besser nur ganz wenig, was er verantworten konnte. Toni war fast wie wasserdicht. Was sehr wichtig für das Innenleben eines Vereins ist, denn  indiskrete Meldungen, die natürlich auch interessieren, wie man weiß, bringen oft ein ganzes Präsidium ins Wanken. Und die Mannschaft  dazu. Wenn Toni etwas aus dem Vereins-Nähkästchen rausließ, dann machte das Sinn. Als Toni heute in Urberach von einer großen Trauergemeinde verabschiedet wurde, war dieser vielfach gebrauchte Begriff „Trauergemeinde“ absolut  angebracht. Wer Toni Hübler kannte, war  traurig. Wie auch „Beve“ und Matze Thoma, die Allzweckwaffen für schöne und verbindende  Momente im Eintracht-Museum, die ihm sehr nahe standen.

Toni Hübler war von 1954 bis 1995 offiziel bei der Eintracht in Diensten. Also über Jahrzehnte EINTRACHT. Einer mit Herz und Verstand. Und einer, der das bis ins hohe Rentenalter strikt mit seiner Arbeit das verkörperte, was  man Treue nennt. So wie eben von früher, als das alles noch so mit den Begriffen auch stimmte. Ist man ein Rückwärtsgewandter, wenn man so schreibt?  Vielleicht. Aber nur aus besonderem Anlass. Es gab mit Toni eben auch andere Zeiten. Da vergewaltigten Menschen nicht über Stunden ihre Handys, Laptops oder sonstige Geräte mit IT.   Aber – und das zählte – man wußte genau, was man von den Menschen wie Toni Hübler zu halten hatte. Dazu musste niemand googeln. Weil man Erfahrungen mit Menschen, nicht Personalcomputern gesammelt hatte. Das ist  in den Vereinen inzwischen generell ziemlich anders geworden. Allerdings auch eine normale Entwicklung in einer schnellen Zeit, die kaum eine Pause hergibt, um die neueste  Gebrauchsanweisung für alles aus Technik und Leben zu studieren. Nun ist auch noch Toni, der Verbinder, der Tröster, der Spassmacher mit dem verschmitzten Gesicht bei der Eintracht nicht mehr da. Ich bin aber ganz sicher, dass alle, die  aus dem besten Eintracht-Holz noch unter uns sind, lange an ihn denken werden. Er war ein Besonderer. Einer, mit dem man lachte, wenn man sich begegnete. Egal wo. Böses war Gemütsmensch Toni fremd. Man lachte sich fast immer freundschaftlich an.  Manchmal mit einem Augenzwinkern.

Ob Kapitän Don Alfredo Pfaff aus alten Zeiten, oder  aber … Eintrachtler aus vielen Jahren Profi-Fußball in Frankfurt wissen allein von den Vornamen, wem Toni fehlen wird. Der langjährige Eintracht-Kapitän und Rekord-Nationalspieler Jürgen Grabowski war wie seine ehemaligen Mitstreiter Bernd Hölzenbein, Charly  Körbel, Ronny Borchers und die Mannschaftskameraden Ein Toni-Fan. Ob Egon, Hermann, Werner, Egon, Willi, Ronny, Ralf, Peter, Willy, Cha, Dieter, Gerd, Bernd, Wolfgang, Harald, Thomas, Peter, Uwe, Rudi,  Fred, Dietmar, Alex, Oka, Andy, Horst, Norbert, Armin,  Ralf, Anthony und die vielen hier nicht namentlich genannten „Unvergessenen“ aus Vergangenheit und Gegenwart dieses Traditionsvereins mit Geschichte – alle fühlten sich mit Mann für alles, also auch die Trikotwäsche, eng verbandelt. Da war Familie drin. Sie alle,  auch die „Adler“, die hier mangels Platz nicht aufgeführt sind – haben Toni  das volle Vertrauen geschenkt.  Mancher Spieler schüttete bei ihm sein Herz aus, wenn die Seele brannte.

Mir wird Toni auch als Journalist fehlen. Natürlich auch den vielen Trainern, die gekommen und irgendwann wieder gegangen sind. Jeder Name ein Geschichte.  Sportjournalisten-Doyen Hartmut Scherzer, war erkennbar auf dem Gottesacker sehr berührt: „Es war ein sehr bewegender Tag für alle, die dabei waren“, meinte er. Die Gekommenen  waren sicherlich über 140 Menschen.“ Viele Trauergäste hatten über die mehr als vier Jahrzehnte eigene, auch  sehr verbindende Momente,  mit Toni Hübler geteilt.“  Jürgen Grabowski: „Allesamt fühlten sich Toni Hübler wie man das von alten Kumpeln kennt, sehr  verbunden.“

Dazu zählte auch  Präsident Peter Fischer. Er hat Tonis Eintracht-Leben nochmals gekonnt in der Trauerhalle aufgeblättert.  Oder auch ganz besonders die persönliche Verabschiedung durch Legende Istvan Sztani,  der die früher mehr noch als heute  ruhmvolle Eintracht-Geschichte mit bedeutenden Trophäen vergangener Jahrzehnte in Erinnerung brachte. Auch heute selbstverständlich mit dabei die Weltmeister des Vereins bis zu  Thomas Berthold. Alle sagten Adieu an der Urne. Istvan Sztani fühlte sich mit Toni nicht nur über den Verein,  sondern auch über die gemeinsamen ungarischen Wurzeln sehr eng verbunden. „Seine Worte, teilweise in der gemeinsamen Muttersprache, waren mehr als berührend“, sagte Jürgen Grabowski. “ Es waren Gedanken und Zeugnisse aus der Sicht des alten Freundes sowie der natürlich berühmten 59er-Mannschaft“, die es zum einzigen Deutschen Meistertitel der Eintracht schaffte. Es waren  Erinnerungen,  die vielfach  Tränen in Gang setzten. Sztani, der auch ganz Rhein-Main-kollegial Frankfurt/Offenbach  Oskar Lotz, den späteren Publikumsliebling vom Bieberer Berg mit ins „Adieu  von Toni“ einbaute. „Toni war 100 Prozent Eintrachtler, aber er hatte auch großen Respekt und Achtung vor den Kollegen vom OFC.“ Sportjournalist  Pepi Schmitt, einstmals Abendpost/Nachtausgabe, heute Freier Journalist u. a. für die Frankfurter Neue Presse und die Offenbach-Post brachte seine Nähe zu Toni Hübler so auf den Punkt:  „Toni war mit einem Satz „ein herzensguter Mensch mit ungarischer Seele.“

Mir wird Toni auch fehlen. Ich kannte ihn über  40 Jahre. Ich habe mich immer sehr gerne mit ihm unterhalten. Toni hatte Humor, Toni war 100 Prozent Eintracht- und Fußballfreund. Das sagen auch stets die Ex-Präsidenten  Dr. Klaus Gramlich oder Rolf Heller mit ihren diversen mehrfach wechselnden Kollegen im Laufe der letzten Vereinsjahre mit unterschiedlichen Momenten der Freude, aber auch des Leids.

Toni Hübler, ein Freund des Fußballs und der Eintracht. Auch ich verabschiede mich von ihm voller Traurigkeit.  Danke Toni. DU  warst  immer der gesuchte Eintracht-Sonnenstrahl. 

R.I.P.  Horst Reber

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Montag, 10. Oktober 2016

Der größte Trampel, den die USA je in der Politik inszenierten

Trump – eigentlich ist man geneigt nur noch Trampel zu sagen. Was dieser Mann am Sonntagabend vor Millionen TV-Zuschauern als Beitrag für den US-Wahlkampf zwischen ihm und Kandidatin Hillary Clinton abgeliefert hat, das war Gosse ohne Ende. Ein Anwärter auf den US-Präsidentenstuhl? Absolut nicht. Wer so in der Öffentlichkeit um eine Stimme werben will und dies auch noch tut, dem gehört ein ganzes Bündel an roten Karten gezeigt. Aber das kommt ja wohl noch, denn die US-Bürger werden hoffentlich wissen, was sie tun müssen. Mit Trump als US-Repräsentanten macht sich jeder Amerikaner zum Gespött. Es geht nicht nur um seine sexistischen Äußerungen gegenüber Frauen. Er hat noch, viel mehr Porzellan sprich Glaubwürdigkeit zerschlagen. Es kann ja sein, dass Geld oder sehr viel Geld geil macht. Aber in diesem Fall auch sehr, sehr dumm und ekelhaft. Ich vertraue auf die Normalität im Empfinden des amerikanischen Volkes und der Kraft des weiblichen Geschlechts, das immer auch an die Zukunft der Kinder denkt. Und diese sieht mit Donald Trump verdammt düster aus. Das zweite Aufeinandertreffen der beiden Kandidaten hat geschätzterweise Millionen und Abermillionen Menschen entsetzt. Der smarte John F. Kennedy war auch kein Waisenknabe, aber er ist heute noch ein Idol in der Welt. Bush jr. ließ leider zu oft kein präsidiales Format aus unserem europäischen Blickwinkel erkennen. Die Reihe kann fortgesetzt werden. Aber dieser Präsidentschaftskandidat ist jetzt die Krönung der unappetitlichen Selbstdarstellung. Quo Vadis USA mit Trump? Ich hoffe auf Hillary und kluge Berater, die wissen, was der normale Mensch braucht, um in den USA mit Vertrauen und Zuversicht demnächst seine Stimme für ein Amerika abgegeben zu können, das der Welt, natürlich nicht nur,  aber auch, schon sehr viel Schönes und Wertvolles geschenkt hat.

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Freitag, 7. Oktober 2016

Wenn Michael Prinz zu Löwenstein eine tolle Idee hat…

Prinz Michael zu Löwenstein, seines Zeichens CDU-Fraktionschef im Frankfurter Parlament, hat jetzt eine Idee gehabt, die ihm und seiner Partei nicht nur kein Glück, sondern auch viel Spott und Unverständnis bescheren dürfte: Der Prinz will den Willy-Brandt-Platz am Theater wieder in Theaterplatz  umbenennen. Oh weh, gütiger Herr, bitte lass Vernunft auf das Haupt des Prinzen regnen. Der Jurist weiß anscheinend nicht mehr, was er tut. Was will uns Prinz zu Löwenstein, der Ende des Jahres 66 Jahre alt wird, mit diesem seinem Vorschlag als Verbesserung für Frankfurt sagen? Dass er ein Theaterfreund und kein Freund von Willy Brandt ist? Da hat er Pech gehabt. Willy hat sich seine Freunde eben nach Kriterien ausgesucht, in die Prinz Löwenstein nunmal nicht reingerutscht ist. Der eheamlige Bundeskanzler Willy Brandt hat sich so große Verdienste für unser Land erworben, dass es gut ist, öfter an ihn erinnert zu werden. Ein Theaterplatz – normalerweise nichts dagegen einzuwenden – kann die Erinnerung an diesen großen deutschen Politiker allerdings absolut nicht ersetzen. Der Willy-Brandt-Platz entspricht garantiert dem Wohlwollen der bürgerlichen Mehrheit.

Aber diese Meldung aus der unerfindlichen prinzlichen Ideenschatulle ist ein neuerlicher Beweis dafür, dass die CDU Frankfurt ziemlich kopflos geworden ist. Ob Markus Frank mit seiner primitiven Obdachlosen-Attacke gegen den Obdachlosen Rainer Schaad, der als Eisenbahn-Rainer mit seinem Spielzeugpark vom Liebfrauenberg sympathische Berühmtheit durch den militant forschen Ordnungsamtsdezernenten erlangte oder nun die prinzlichen Namensänderungswünsche – dem normal denkenden und fühlenden Bürger stockt der Atem. Verkehrsdezernent  Oesterling (SPD) hat diesen hanebüchenen Frank-Akt jetzt glücklicherweise bereinigt und eine passable menschliche Lösung serviert. Eisenbahn-Rainer darf bleiben, muss nicht seine Spielsachen packen und verschwinden. Und das Dutzend damit befasste städtische Mitarbeiter muss sich nicht längerer von der sachlich-seriösen Amtsarbeit abhalten lassen, die es bekanntlich auch im „Römer“ gibt.

Will sich die CDU am Main auch noch der letzten wohlmeinden Sympathien in der Mainmetropole kommunalpolitisch entledigen. Leute, Leute, fragt doch erst mal bei Stadtkämmerer Ernst Gerhardt, einem klugen Kommunalpolitiker mit kilometerweiter Erfahrung in diesem Geschäft nach, was man als Stadtpolitiker der Öffentlichkeit alles zumuten darf. Ehrenbürger Walter Wallmann kann leider keine Auskunft mehr geben, aber er wäre vor Zorn rot angelaufen und es hätte Konsequenzen gegeben. Solche Hirngespinste a la Löwenstein sorgen allerdings bei allen anderen Parteien für interne Heiterkeit, vielleicht sogar für Zufriedenheit.  Weil für die CDU so angenehm parteischädigend. Ohne dass eine andere Partei aktiv werden muss, tritt sich die CDU nicht nur selbst auf die Füße, sondern auch noch in den eigenen Hintern. Liebe  Petra Roth, hier ist Not am klugen Mann!

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Jogi Löw und Sami Khedira – ein Super-Duo für den deutschen Fußball. Auch für die Aufgabe Integration.

DFB-Pressekonferenz zum nächsten WM-Qualifikationsländerspiel gegen Tschechien und danach gegen Nordirland. Am Mikrophon zunächst Nationalspieler Sami Khedira, danach kommt Bundestrainer Jogi Löw. Eine Freude den beiden DFB-Repräsentanten zuzuhören. Gepflegte Sprache, klare Gedanken, seriöse Aussagen, egal was dem Tross der Sportjournalisten vor diesem wichtigen Spieltermin beantwortet werden soll. Der DFB hat hier zwei Repräsentanten, die ihm und natürlich dem Fußball allgemein sehr gut zu Gesicht stehen. Die Antworten sind öfter mal interessanter als die Fragen. So sollte es auch sein. Genau dies macht Persönlichkeiten aus einem Podium für die Öffentlichkeit letztlich aus. Der Sport und seine Repräsentanten erledigen diese Aufgabe mitunter weit verständlicher als die Politik. Vom Verstehen lebt die Medienwelt, die zwischenzeitlich auch an Volumen zugenommen hat. Mein Eindruck ist, dass fast jede Pressekonferenz, beispielsweise mit dem Thema Fußball,  fast schon als Großveranstaltung angesehen werden kann. Die Sportszene hat erkannt, wie wichtig Information ist. Siehe auch Bundesliga, je nach Stadt oder Anlass.

Der sympathisch und natürlich gesetzt schwäbelnde Sami Khedira, einst in Fellbach zu Hause, hat bekanntlich zwei Staatsbürgerschaften. Deutschland (Mutter) und Tunesien (Vater). Mir macht es immer Freude, ihm zuzuhören. Auch ein hervorragendes Beispiel, wie Integration in einer Familie oder auch generell bei uns im Land funktioniert und im Ergebnis zugleich gute Eindrücke hinterlässt. An solchen wunderbaren Beispielen sollte sich die Bürgerschaft allgemein orientieren, wenn man in das Thema mit Flüchtlingen und  den unangemessen von Comedy-Akteuren genutzten (und in meinen Augen damals wie heute verantwortungsvollen)  Merkel-Satz „Wir schaffen das“  einsteigt.

Kompliment an den badischen Landsmann Jogi Löw. Er  hat wie immer ein gutes Auge und Händchen, wer aus seiner Truppe in die Öffentlichkeit rückt, um die Nationalmannschaft zu repräsentieren. Bravo und Dank. Sein Auftritt ist immer gleichbleibend souverän und überzeugen.  Aber zum Thema Migration: Wir neigen in Deutschland, aber das ist nicht nur bei uns so der Fall, in Diskussionen immer nur die etwas schlechtere Version anzusprechen. Also zunächst das möglicherweise nicht ganz gelungene Beispiel einer Intergration. Wir alle müssen endlich damit anfangen, die guten Beispiele anzuführen – und davon gibt es jede Menge, wenn man mal ehrlich ist. An den anderen muss man eben arbeiten und auch Geduld zeigen. Deutschland kann das. Es müssen noch mehr Menschen lernen, auch im Osten unseres Landes,  vernünftig in diesen Themen umzugehen, um in dieser unruhigen Epoche mit bislang nicht gekannten Wanderungen der Gefühle und  Veränderungen auf unserem Planeten voranzukommen.

In Offenbach werden derzeit von „Respekt“-Herausgeber Peter Hessler, den man als Initiator diverser guter Initiativen schon lange in OF kennt, alle Vorbereitungen getroffen, die neue Migrations-Aktion „Quo Vadis“ bekannt zu machen. Es ist ein Aufsatzwettbewerb für und unter unter Migranten der 9. bis 13. Klasse mit Schilderungen der aktuellen Erfahrungen in Deutschland. Aktiv unterstützt wird das Projekt dankenswerterweise von OB Horst Schneider, Landrat Oliver Quilling, der Offenbach-Post, diversen Journalisten der Region und vorurteilsfrei denkenden Organisationen und Bürgern. Alle sind daran interessiert sind, gute Ideen im Miteinander unserer Region und natürlich auch generell weiter reifen zu lassen und sinnvoll im allgemeinen Interesse eines friedlichen Lebens zu handeln. Alle müssen ihren Teil dazu beitragen. Die Einheimischen mit Offiziellen, ebenso die Migranten, deren Schicksal oder deren Lebensweg viel zu oft noch ziemlich unklar ist. Manchmal liegen sie im Dunkeln der Vorurteile und der damit ausgelösten Bewegungslosigkeit. Weil man vielleicht noch nie richtig miteinander gesprochen hat. Nicht nur ich meine, dass Aufeinander zugehen, das beste Rezept in dieser gewiss nicht immer ganz leicht zu lösenden Volksaufgabe ist.  Im Sinne der Menschen, im Interesse des gegenseitigen Respekts, wie auch OB Horst Schneider und Landrat Oliver Quilling kürzlich bei der Präsentation in den Räumen der Offenbach-Post u. a. mit Chefredakteur Frank Pröse und Redakteur Thomas Kirschstein betonten. „Quo Vadis“ – auf einen guten Weg!

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Dienstag, 4. Oktober 2016

„Johnny be good“ alias Operncafe-Ex-Inhaber Hartmut Schiemann macht noch eine eigene Rock-CD

Hartmut Schiemann (67) Gründer  vom Frankfurter Operncafe´und Rock-Sänger aus Leidenschaft  ist Opernplatz-Legende. Er hatte mit seinem damaligen Gastro-Partner Klaus Ziegler 1980 den Schlüssel für die realisierte Idee dieser bis heute  höchst populären  neue Adresse erstmals herumgedreht, um sie wenige Wochen später mit neuem selbst ausgesuchtem Mobilar, u. a. vom Flohmarkt,  aus Paris mit dem Flair von der Metropole an der Seine mit einem Augenzwinkern und „Voila“ für die Frankfurter Schickeria zu eröffnen. Die Neugier war groß in der Bankerstadt, das Echo ebenfalls. Das Operncafe  blieb unter der Regie des Gespanns Schiemann/Ziegler eine ganz große Nummer für die schon etwas vom Erfolg beglückte Szene jüngerer Leute von Rhein-Main. Das hat sich bis zum großen Finale der Übergabe  an den cleveren Geschäftsmann Siggi Schneider und dessen blonder Ehefrau Sabine bis heute nicht geändert. Alles läuft, auch das dazugehörige Restaurant „Charlot“, das ebenfalls zum Schiemann/Ziegler-Imperium gehörte bis man sich mit beruhigenden Zahlen von diesen Immobilien trennte. Die populäre Gastro-Adresse als Anziehungspunkt für Frankfurt und Umgebung mit oft internationalen Besuchern  ist geblieben. Wie auch das freundliche Kellner-Duo  Carlo und Klaus oder  wie auch noch manches Bild an den Wänden als gern gesehenes  Interieur. Auch die neuen Service-Kollegen passen bestens in diese Welt. Man gehört wie früher  zum  Haus, verdient auch dank guter Gäste nicht schlecht. Und doch ist inzwischen, was Wunder, manches  etwas anders geworden. Erstens die die Zeit – und im Plural gesprochen – die Zeiten. Dazu  gehören natürlich auch die Gesichter. Eine neue Generation ist angekommen.  Es geht jetzt auch etwas vornehmer, vielleicht auch etwas gediegener  zu, was nicht nur an den blütenweissen Tischdecken liegt. Der Ton ist nach wie vor   sehr nett und sympathisch. Aber der kleine Unterschied: Beide Lokale haben  nicht nur wegen des der neuen straffen Geschäftsleitung, die nun auch schon einige Jahre dabei ist, oder wegen des teilweise ausgewechselten und von Süd nach Nord verschobenen Mobilars neue Akzente gesetzt. Neue Gesichter und  etwas andere Visitenkarten. Was mir gefällt: Die Kellner-Brigade wird nach wie vor von Gästen oft mit Handschlag begrüßt. Das sind dann die Alt-Kunden. Aber insgesamt ist alles etwas leiser geworden. Der rockige Ex-Inhaber Hartmut Schiemann, der auch „Johnny be good“ unter Freunden firmierte und gerne mit einer Reihe von Gästen einen „kleinen Rouge“ hinter die Binde genossen hat, meinte: „Alte Stimmen werden halt etwas leiser.“

Ob Rennfahrer Jochen Mass, der als deutscher erfolgreichster Hero auf der Piste 105 Rennen ins Ziel brachte und auch einmal als Sieger in der Formel 1 ankam, ist  vor einigen Tagen 60 Jahre alt geworden. Er hat die  schönen Stunden am Opernplatz in Frankfurt auch nicht vergessen. Als Typ und Gast mit seiner Ausstrahlung und 71 gesammelten WM-Punkten in  unterschiedlichen Boliden  schmückt er bis heute gelegentlich beide Lokale. Wie auch Striezel Stuck oder mancher andere seiner schnellen Kollegen. Sie haben stets gerne in Frankfurt aufgehalten,  um entweder in Gerd Schülers glorreicher, aber leider nicht mehr vorhandener  Flughafen-Disco „Dorian Gray“ zu exklusiven Parties vorbeizuschauen oder dort mit den in Frankfurt ansässigen Medienkollegen  das eine oder andere Hintergrundgespräch zu führen.

Locker waren sie alle, die Jungs und Mädels aus den 70er-80er- und 90er-Jahren. Echte Stars des Showbusiness bis zu der Frankfurter Eiskönigin Marika Kilius,  Theater- und Filmgröße  Günther Strack,  Chanson-Star Marlene Charell oder die so tragisch aus dem Leben geschiedene  Münchnerin Sängerin Margot Werner, deren  griffiger und Männer freundlicher Titel „So ein Mann, so ein Mann…“ heute noch bei vielen großen Festen kräftig von Alt und Jung beiderlei Geschlechts ohne textliche  Hilfe laut und vernehmlich mitgesungen wird, kannten diese Gastro-Adresse von mannigfachen Anlässen, auch in der Alten Oper bei Bällen.  Aber alles kommt, alles geht. Die  Erinnerung bleibt meistens noch etwas länger. Man kam einfach ins „Cafe Wichtig“. Ab 17 Uhr gings los. Da stand dann auch in imposanter Größe Dieter Heil, Immobilienmann aus angesehener Architektenfamilie öfter  gemeinsam mit seinem Bruder Gerhard. Auch  Stammgast Enno Lücht sitzt immer noch gerne mit seiner hübschen Frau an der Bar. Und  am Tresen und schauen immer noch große Augen cool und männlich souverän  nach jenen Mädels, die damals ganz hoch im Kurswert der Männergesellschaft  standen. Wozu auch Monika Burda zählte, damals (bis heute) eine der Schönsten ihrer Altersklasse. Oder das ehemalige Topmodel und spätere Modechefin Elke Mathes, deren Boutique „New Lady“ stets in verständlicher Konkurrenz zu mancher Adresse, wie auch zu  der ebenfalls hoch im modischen Kurs stehende  Frankfurter Topgolferin  Claudia Rassmann und Fressgass-Geschäftsfrau,  in der besonders teuren Goethestraße stand. Nach Feierabend musste man/frau wenigstens mal auf ein Glas Champagner ins Operncafe reinschauen, um wenigstens zu wissen, wer da war. Eine Übung, die in allen Städten von München, Düsseldorf, Hamburg oder Köln  mit einem flotten jungen Klientel gerne geübt wird.  Bei Modeschauen, die es heute in der Vielzahl und dem gewissen Flair nicht mehr so oft gibt, war es eine Automation, dass man nochmals in „Cafe Wichtig“ ging, um sich nachträglich ein zweites Mal feiern zu lassen.  begrüßen konnte, was in jenen Jahren in der Szene von Mode, Show und natürlich auch Frankfurter Wichtigkeit kreuchte und fleuchte.  Wer  1980 erstmals schon kurz nach der Eröffnung  in der Schickeria umherwandelte oder gar richtig dazu gehörte wird das Operncafe vermutlich nie vergessen. Der damals  genauso oft veröffentlichte Spitzname „Cafe Wichtig“ vom Operncafe fällt inzwischen kaum noch. Viele der nachgerückten Generation kennen ihn gar nicht. Der Vorzug: Man hatte sehr schnell Kontakt mit Leuten, die zum Stammpublikum gehörten. Auch zu echten Prominenten, die es damals tatsächlich gab. Die Werbegrößen „Wiki“  oder Kollege „Schorsch“, die in ihren Agenturen heiße PR-Veranstaltungen strickten, die es heute in dieser gelockerten Form leider nicht mehr gibt, sagen – inzwischen auch etwas in die Jahre gekommen: „Jeder wußte irgendetwas vom anderen in dieser Szene. Aber man fühlte sich im Geiste sehr oft verbunden und nahm das Leben auch ein Stück leichter als heute, wo fast jeder geschäftlich ziemlichem Druck ausgesetzt ist.“ Was eindeutig stimmt. Die Gäste waren unbeschwerter. Zumindest kommt mir das  so vor.

Aber wenn man sich wieder einmal trifft, dann wird gelächelt. Oft kommt  man beim Verabschieden zu dem sinnigen Schluss: „Nichts bleibt wie es mal war.“ Sagte dieser Tage   Hartmut Schiemann,  der inzwischen mit einigen Kilos mehr auf den Rippen, immer wieder mal gerne von seiner neuen Heimatadresse Wiesbaden nach Frankfurt fährt. „Um einfach mal zu gucken“, meinte er. Nach was guckt er denn der Hartmut, der leicht ergraute Neu-Rentner, der ab und zu mal irgendwo auf der Welt mit ihm seit Jahren wohlbekannten Bands („Toto“ mit Bobby Kimball)  sich einen Bühnenauftritt genehmigt und dann dann besonders glücklich ist. Die Hälfte des Jahres verbringt er entweder in Florida  oder auf Kuba. Und was spricht er so, der einstige Erfolgsgastronom, der mitunter noch weitere Lokale unter seiner Regie hatte? Was sagt er zur Entwicklung in Frankfurt? Wie fühlt er mit der Eintracht als Mann, der in jungen Jahren gerne in Schoppenmannschaften mitkickte? Eines stellt er mit schöner hessischer Zunge generell fest: „Wo ich mich früher uffgerescht hab, da lass isch es jetzt lieber bleiwe. Es nutzt ja nix…“ Aber, und das ist ihm ein wenig wichtig: „Ich mach demnächst noch emal e  neue CD mit gude Titel. Scheen rockig. Und dann is auch Schluss.“

Nunmehr im sonnigen Miami in einer schönen eigenen Immobilie als Alterssitz, ist Hartmut Schiemann so ziemlich die Ruhe in Person geworden. Früher verbrachte er manche Stunde  u. a.  mit mit dem Pflaster-Philosophen „Hamlet“ (Kuper), der schrillen und schreibenden, inzwischen aber verstorbenen Ex-Ikone des Nachtlebens. Jetzt meinte bei unserer letzten Frankfurter  Begegnung: „Vor 20 Jahrn hab isch zuerst nach de Fraue geguckt, aber nur  wenn sie besonders verführerisch oder schee warn.  Heut guck isch nach alte Gefährte oder liebe Stammgäst vom alte  Operncafe. “

Klare Einsichten. Aber er wäre nicht Hartmut Schiemann, gäbe es nicht noch ein Tüpfelchen: „Wobei ich jetzt jedes Mal hoff, dass sie mich noch erkenne oder wenigstens mein Namen behalten habe…“ Nett gesagt, Hartmut,  Humor wie früher. Etwas leiser, aber gern gehört.

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Samstag, 1. Oktober 2016

Der „rote Danny“, der als Cohn-Bendit über alle und sich ins Fäustchen lacht –

Die Stadt Frankfurt läßt inzwischen nichts mehr aus, um die Öffentlichkeit zu brüskieren. Oder anders gesagt: Für für so dumm und ahnungslos zu verkaufen, dass die Mainmetropole bei Menschen mit Hirn und Bildung dem Spott preisgegeben ist.
OB Peter Feldmann, von dem eigentlich niemand so recht weiß, was er im Amt zukunftorientiert will und vermutlich auch kaum jemand so recht dahinter blickt, was er als Amtschef und Nachfolger von Petra Roth im Römer für die Bürger der Stadt so richtig tut, mal abgesehen von wahlträchtigen „Grüß-Gott-Hausbesuchen“ – „Guten Tag, ich bin Ihr OB und wollte mal vorbeischauen“ hat es jetzt neben der Amtsroutine geschafft, Cohn-Bendit als Redner auf die Kanzel in der Paulskirche zum „Tag der Deutschen Einheit“ zu hieven. Danny hat sich vermutlich erst ins Fäustchen und dann kaputt gelacht.
Wer sich an Cohn-Bendits brüskierende Auftritte, u. a. mit Joschka Fischer bei den Grünen ab der 70er-Jahre erinnert und seinem Schleichweg mit den Grünen bis nach Brüssel gefolgt ist, müsste sich mit ziemlichem Grausen abwenden.
Wie oft hat sich Cohn-Bendit mit all seinen politischen und persönlichen Absichten verirrt – bis zur Rechtfertigung von Sexualität mit Kindern. Sexualwissenschaftlicher dürften bei seiner letzten Initiative die Hände vor das Gesicht geschlagen haben. Pädophilie mit Kindern ist ein Thema, über das Cohn-Bendit vermutlich ohne Manuskript auftreten kann.
Ein Scharlatan, der sich die Naivität, die Dummheit und die Eitelkeit vieler Menschen, wie schon manch anderer Politiker, zunutze gemacht hat. Ohne natürlich selbst dabei öffentlich Schaden zu nehmen. Gründe gibt es mehrere, aber als „enfant terrible“ konnte er sich in den vergangenen Jahren auf vielen Feldern eine Art von Promistatus zulegen. Für Medien war er immer eine Figur zwecks Berichterstattung ohne Konsequenzen. Jetzt darf er sogar in der Paulskirche in Frankfurt zum Tag der Deutschen Einheit sprechen. Frankfurt oder noch besser Deutschland muss man fragen: Wer ist auf diese Idee gekommen, Cohn-Bendit dafür als Redner und höchst anerkannten Repräsentanten auszuwählen? Quo Vadis? Frankfurt? Und: Wo treibt Deutschland hin?

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